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Ernährung & Gesundheit

23. Oktober 2017 | 23:05 Uhr

Augenkrankheiten : Augen auf!

vom

Viele Augenleiden sind inzwischen Volkskrankheiten. Wir stellen die bekanntesten Formen und ihre Behandlungen vor.

shz.de von
erstellt am 25.Mai.2013 | 03:58 Uhr

Hierzulande leiden allein 10 Millionen Menschen an einem Grauen Star (Katarakt), 1,6 Millionen haben eine altersabhängige Makuladegeneration (AMD) und knapp 1 Million ein Glaukom. Häufig betroffen sind Zuckerkranke: So leiden 560.000 Deutsche an einer diabetischen Retinopathie und etwa 110.000 an einem diabetischen Makulaödem. Diese aktuellen Daten wurden anlässlich des diesjährigen Kongresses der Augenärztlichen Akademie Deutschlands in Düsseldorf präsentiert. Diese Erkrankungen können das Sehvermögen nicht nur beeinträchtigen, sondern sogar vollständig auslöschen.
Da viele Augenkrankheiten mit den Jahren häufiger auftreten und wir immer älter werden, wächst die Zahl sehbehinderter oder blinder Menschen trotz verbesserter Therapiemöglichkeiten. Gute Nachricht: Diabetische Augenerkrankungen, AMD oder Glaukom sind zwar derzeit nicht heil-, aber behandelbar. Je eher sie erkannt werden, desto größer stehen die Chancen, das Augenlicht zu erhalten. Nachfolgend eine Übersicht des häufigsten Augenerkrankungen:

Katarakt (Grauer Star)


Schleiersehen, Doppelbilder und erhöhte Blendempfindlichkeit sind typische Anzeichen eines Grauen Stars. Grund ist eine in der Regel altersbedingte Eintrübung der Augenlinse. Ein Grauer Star tut nicht weh und verursacht anfangs meist keine Beschwerden. So hat nach Angaben des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands jeder Zweite zwischen 52 und 64 Jahren einen Grauen Star, ohne Sehstörungen zu bemerken. Im Alter zwischen 65 und 75 Jahren ist nahezu jeder betroffen, wobei nur die Hälfte eine Beeinträchtigung des Sehvermögens wahrnimmt.
Das ist jedoch tückisch: Wird die Erkrankung nicht behandelt, kann die Linse völlig eintrüben und das Auge erblinden. Wichtig ist daher, auch ohne Beschwerden ab 40 einmal jährlich zur augenärztlichen Kontrolle zu gehen. Eine ursächliche Behandlung mit Medikamenten gibt es nicht. Vielmehr wird der Augenarzt den Verlauf beobachten und bei einer Verschlechterung des Sehvermögens eine Operation empfehlen. Bei dem Routine-Eingriff ersetzt der Chirurg die trüb gewordene Augenlinse durch ein Kunststoffimplantat.

Altersabhängige Makuladegeneration (AMD)


Sie ist nicht schmerzhaft, und das macht die altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) so tückisch, denn: Hierbei sterben die Sinneszellen in der Makula, dem Ort des schärfsten Sehens, langsam ab. Dadurch lässt die Sehkraft immer weiter nach. Im schlimmsten Fall führt dies zur völligen Erblindung. Die Ursachen der Erkrankung, bei der man die feuchte und trockene Form unterscheidet, sind nicht eindeutig geklärt. Man vermutet, dass neben dem natürlichen Alterungsprozess und dem verlangsamten Stoffwechsel vor allem aggressive Sauerstoffradikale, die beim Sehvorgang entstehen, eine wichtige Rolle spielen.
Selbst die aggressive feuchte Form der AMD können Augenärzte heute aber mit Medikamenten behandeln, die das krankhafte Wachstum von Blutgefäßen im Auge wirksam unterdrücken. Wichtig ist, bereits bei ersten Anzeichen wie plötzliche Sehverschlechterung, dunkle Flecken oder Verzerrungen den Augenarzt aufzusuchen.

Tipp: Das Risiko einer AMD kann man durch gesunde Ernährung (grünblättrige Gemüse), Sonnenschutz, Nikotin-Verzicht und nach ärztlicher Absprache Einnahme von Mikro-Nährstoffen (Lutein, Zeaxanthin) verringern.


Glaukom (Grüner Star)


Es ist von den "Augen-Volkskrankheiten" die tückischste. Grund: Beim Glaukom stirbt der Sehnerv allmählich ab, ohne dass der Patient lange Zeit etwas davon bemerkt. Später kommt es zu Ausfällen im Gesichtsfeld. Ein regelmäßiger Glaukom-Check (kostet 20-60 Euro) ist besonders wichtig ab 40 Jahren, bei Kurzsichtigkeit, Glaukomerkrankungen der Eltern oder Geschwister. Ergibt sich kein auffälliger Befund, dann reicht es aus, nach zwei bis drei Jahren - im höheren Alter jährlich - die Untersuchung zu wiederholen.
Die Behandlung erfolgt meist durch spezielle Augentropfen: Diese senken den Augeninnendruck, entlasten so den Sehnervenkopf und verhindern ein weiteres Absterben der empfindlichen Nervenfasern. Reicht die medikamentöse Therapie nicht aus, kann eine Lasertherapie oder Operation den Augeninnendruck senken.

Diabetische Retinopathie/diabetisches Makulaödem


Bei Diabetes können infolge der erhöhten Blutzuckerkonzentration Veränderungen an den winzigen Blutgefäßen der Netzhaut auftreten (diabetische Retinopathie). Bilden sich kleine Gefäßausbuchtungen mit Flüssigkeitsaustritt, kann in der Netzhautmitte eine krankhafte Schwellung (diabetisches Makulaödem) entstehen. Oft bleiben die Netzhautschäden lange Zeit unbemerkt. Dadurch kann es zu Sehstörungen und im schlimmsten Fall zur Erblindung kommen.
Daher sollten Diabetiker gleich zu Beginn ihrer Erkrankung einen Augenarzt aufzusuchen. Danach ist eine jährliche Kontrolle notwendig. Ist die diabetische Retinopathie noch nicht weit fortgeschritten, kann eine Laserbehandlung ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung verhindern. Bei schwerwiegenderen Formen verhindert eine Operation meist eine völlige Erblindung. Das diabetische Makulaödem wird mittels Laser oder durch mehrmaliges Spritzen von Kortisonabkömmlingen oder VEGF-Inhibitoren in den Glaskörperraum behandelt, die gefäßabdichtend wirken.
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