Rechtzeitig Hilfe suchen : Auch schöne Erlebnisse können schizophrene Störung auslösen

Auch positive Erlebnisse können Schizophrenie auslösen.
Auch positive Erlebnisse können Schizophrenie auslösen.

Viele psychische Erkrankungen treten oft nach tiefen emotionalen Einschnitten auf. Auch bei einer schizophrenen Störung kann dies der Fall. Warum es jedoch nicht immer negative Erlebnisse sein müssen, erklärt ein Experte.

shz.de von
01. Juni 2018, 11:24 Uhr

Schizophrene Psychosen können auch durch freudige Erlebnisse ausgelöst werden. Meist lasse sich die Erkrankung aber nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen.

Dies erklärt Prof. Peter Falkai von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde ( DGPPN ). Stattdessen kämen mehrere Faktoren zusammen: etwa ein emotionales Erlebnis, kombiniert mit einer vorhandenen genetischen Empfänglichkeit.

Die Symptome einer schizophrenen Störung reichen von Halluzinationen über Gereiztheit bis zu dem Gefühl, fremdgesteuert zu sein. Die Betroffenen fühlen sich durch die Symptome phasenweise erheblich beeinträchtigt. Wer so etwas bei sich bemerkt, sollte sich bald Hilfe suchen. Denn mit einer konsequenten Therapie können viele Schizophrenie-Patienten ein weitgehend normales Leben führen, sagt Falkai. Dafür sie es aber entscheidend, möglichst früh mit einer individuell zusammengestellten Kombination aus Medikamenten, Psychotherapie und anderen Verfahren gegenzusteuern.

Je länger man abwartet, desto schlechter ist die Prognose. Andererseits kann eine Therapie auch bei ungünstigen Verläufen noch dazu führen, dass es dem Betroffenen besser geht.

Der DGPPN zufolge ist Schizophrenie keine seltene Erkrankung. Rund 1 von 100 Erwachsenen ist im Laufe seines Lebens davon betroffen. Meist tritt die Erkrankungen zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr auf.

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