Anzeige: AOK NORDWEST : Corona als Wendepunkt? Das Gesundheitswesen braucht digitale Lösungen

Beim zweiten virtuellen AOK-DigiTalk diskutierten Experten über die Zukunft der digitalen Gesundheitsversorgung in Schleswig-Holstein.

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29. August 2021, 00:00 Uhr

Kiel | Aktuelle Umfragen belegen, dass die Deutschen alles andere als Technikmuffel sind und auch für ihre Gesundheitsversorgung digitale Lösungen erwarten. Doch insbesondere in der digitalen Grundversorgung hinkt Deutschland im europäischen Vergleich immer noch hinterher. Wie dringend digitale Lösungen im Gesundheitswesen benötigt werden, hat die Corona-Pandemie gezeigt. Dafür hat die Politik in den letzten Jahren viele Gesetze auf den Weg gebracht. Allerdings hakt es häufig noch an der Umsetzung. „Die Digitalisierung des Gesundheitswesens birgt erhebliche Potenziale für eine gute qualitative, wirtschaftliche und gesundheitliche Versorgung. Doch die Potenziale werden derzeit nicht ausreichend gehoben. Wir müssen die Chancen endlich besser nutzen“, sagte Johannes Heß, alternierender AOK-Verwaltungsratsvorsitzender. Wie die digitale Gesundheitsversorgung in Schleswig-Holstein zukünftig noch besser gestaltet werden kann, diskutierten Experten auf dem zweiten virtuellen AOK-DigiTalk der AOK-Selbstverwaltung.

Wie die digitale Gesundheitsversorgung in Schleswig-Holstein zukünftig noch besser gestaltet werden kann, diskutierten beim AOK-DigiTalk in Kiel, von links: Johannes Heß (AOK-Verwaltungsrat), Prof. Dr. Jens Scholz (UKSH-Chef), Dr. Simone von Sengbusch (Oberärztin in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKSH), Dr. Heiner Garg (Gesundheitsminister), Tom Ackermann (AOK-Chef), Dr. Monika Schliffke (KVSH-Vorstandsvorsitzende), Iris Kröner (AOK-Landesdirektorin) und Lutz Schäffer (AOK-Verwaltungsrat).
Kuschel/AOK/hfr.

Wie die digitale Gesundheitsversorgung in Schleswig-Holstein zukünftig noch besser gestaltet werden kann, diskutierten beim AOK-DigiTalk in Kiel, von links: Johannes Heß (AOK-Verwaltungsrat), Prof. Dr. Jens Scholz (UKSH-Chef), Dr. Simone von Sengbusch (Oberärztin in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKSH), Dr. Heiner Garg (Gesundheitsminister), Tom Ackermann (AOK-Chef), Dr. Monika Schliffke (KVSH-Vorstandsvorsitzende), Iris Kröner (AOK-Landesdirektorin) und Lutz Schäffer (AOK-Verwaltungsrat).

 

Datenschutz muss neu gedacht werden

„Digitalisierung wird immer noch als Mittel zum Zweck gesehen. Sie sollte aber immer so gestaltet werden, dass sie die Gesundheitsversorgung der Menschen verbessert, die sie nutzen“, sagte Prof. Dr. Wolfgang Greiner (Universität Bielefeld). Um die Digitalisierung des Gesundheitswesens optimal für das Patientenwohl zu nutzen, müsse der Datenschutz in Deutschland im Sinne eines umfassenden Patientenschutzes neu gedacht werden. „Er muss insbesondere mit dem Schutz von Leben und Gesundheit abgewogen und in einen sinnvollen Einklang gebracht werden“, so Greiner.

Land fördert innovative Projekte

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg wies darauf hin, dass die Landesregierung den Versorgungssicherungsfonds aufgelegt habe, um die qualitative Weiterentwicklung der ambulanten, stationären und sektorenverbindenden Versorgung zu beschleunigen und innovative Konzepte zu fördern. „Unser Ziel ist, eine flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung auszubauen. Eine flächendeckende digitale Infrastruktur ist Grundvoraussetzung für telemedizinische Anwendungen und für die Weiterentwicklung der sektorenverbindenden Versorgung. Daher bedarf es auch im technischen Bereich weiterer Entwicklungen, um die unterschiedlichen Bereiche der Versorgung besser zu vernetzen“, so Garg.

Für den alternierenden AOK-Verwaltungsratsvorsitzenden Lutz Schäffer ist wichtig, dass bei allen Chancen und Vorzügen der Digitalisierung nicht vergessen werden dürfe, dass sie in erster Linie auf die Versorgung und somit auf die Versicherten ausgerichtet sein müsse. Dann könne es gelingen, mit Hilfe der Digitalisierung Versorgungsprobleme insbesondere in ländlichen und strukturschwachen Regionen zu verbessern.

AOK NORDWEST leistet Pionierarbeit

Erste erfolgreiche Digitalisierungsprojekte für eine patientenzentrierte Versorgung hat die AOK NORDWEST in Schleswig-Holstein bereits mit einigen Partnern auf den Weg gebracht und damit Pionierarbeit geleistet. Dazu gehört auch das vom Innovationsfonds geförderte Projekt der Virtuellen Diabetesambulanz für Kinder und Jugendliche (ViDiKi) am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH). „Wir haben die Videosprechstunde als neue Beratungsform für Kinder mit Typ-1-Diabetes erfolgreich erprobt. Die Therapiezufriedenheit der Eltern stieg, die Belastung der Mütter nahm erheblich ab und über eine längere Anwendung verbesserte sich die Stoffwechsellage der Kinder mit Typ-1-Diabetes deutlich“, sagte Dr. Simone von Sengbusch, Oberärztin in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKSH.

Für den UKSH-Chef Prof. Dr. Jens Scholz zeigt dieses positive Beispiel, wie Versorgung künftig noch besser digital gestaltet werden kann. „Wir können digitale Anwendungen und Algorithmen nutzen, um Medizin und Pflege von Routinetätigkeiten zu entlasten – für mehr Zeit am Patienten“, so Scholz.

KVSH-Chefin Dr. Monika Schliffke betonte: „Die Digitalisierung in der Medizin ist nicht nur eine Medaille mit einer positiven und einer negativen Seite. Es mangelt noch an einer Zieldefinition, die Chancen und Risiken einordnet und die es ermöglicht, Menschen nicht allein als Datenlieferanten, sondern weiterhin als soziale Wesen zu sehen, die im Erkrankungsfall besonders schutzbedürftig sind.“

Projekte wie die elektronische Patientenakte und das elektronische Rezept bieten beste Chancen für eine bessere Versorgung der Patienten. Lutz Schäffer, Verwaltungsrat der AOK NORDWEST
 

Lutz Schäffer forderte alle Akteure auf, eine patientenzentrierte, sektorenübergreifende medizinische Versorgung von morgen gemeinsam mitzugestalten und ganzheitliche Lösungen zu schaffen, um ein Versorgungsmanagement aus einer Hand zu gewährleisten. „Projekte wie die elektronische Patientenakte und das elektronische Rezept bieten hier beste Chancen für eine bessere Versorgung der Patienten.“

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