Strahlentherapie-Zentrum : "Andere Kliniken werden nachziehen müssen"

Der Standort Eckernförde liegt an der B 76. Foto: sh:z
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Der Standort Eckernförde liegt an der B 76. Foto: sh:z

Mit einigen Angeboten sind sie beispielhaft - die Kliniken im Land. Einige von ihnen stellen wir in einer Serie vor. Diesmal die Imland-Häuser in Rendsburg und Eckernförde.

shz.de von
06. April 2011, 06:07 Uhr

Mit der Eröffnung des Neubaus für Strahlentherapie im März setzt die Rendsburger "imland GmbH" einen weiteren Meilenstein. Denn für acht Millionen Euro wurde dort ein Zentrum zur Strahlentherapie erbaut. Mit modernsten Geräten sollen dort in erster Linie Krebspatienten behandelt werden.
Dadurch hat die imland GmbH mit den beiden Kliniken Rendsburg und Eckernförde sowie den Seniorenhäusern in Eckernförde, Jevenstedt und Nortorf sich sukzessive erweitert. Die medizinische Versorgung für insgesamt 270.000 Patienten, die von mehr als 2100 Mitarbeitern an den vier Standorten täglich ungefähr 1000 Menschen versorgen, wurde trotz der beiden vergangenen harten Winter verbessert. Obwohl der Geschäftsführer der Imland GmbH, Martin Wilde, Schleswig-Holsteins Kliniken Ende vergangenen Jahres noch in Gefahr sah. "Durch die Winter hatten wir überdurchschnittlich viele Patienten. Doch für jeden Patienten, der über dem Durchschnitt liegt, bekommen wir 30 Prozent weniger Geld - und das bei gleicher Leistung." Hinzu kämen für die Rendsburger Klinik anderthalb Millionen Euro Mehrausgaben wegen der Tariferhöhung in diesem Jahr. Die Folge: 700.000 Euro fehlten im Haushalt. Zwar werde sein Haus deshalb nicht in die roten Zahlen rutschen, warnte Wilde im vergangenen Jahr, aber vor der langfristigen Entwicklung.
Qualitätssiegel für die Kliniken
Dennoch bietet die imland GmbH Menschen in allen Phasen des Lebens stationäre und ambulante Diagnostik, Therapie, Pflege und Betreuung an. "Vertrauen ist uns dabei ganz wichtig. Um größtmögliche Qualität zusichern zu können, lassen wir uns deshalb von Zertifizierungsorganisationen überprüfen," erklärt Petra Krügel, Leiterin Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Die Kliniken Rendsburg und Eckernförde tragen seit Dezember 2008, die Seniorenhäuser seit Oktober 2009 das KTQ-Qualitätssiegel.
An den Klinik-Standorten Rendsburg und Eckernförde steht für die Versorgung der Bevölkerung des Landkreises ein modernes und leistungsstarkes Schwerpunktkrankenhaus mit 777 Betten zur Verfügung, dessen Einzugsgebiet weit über die Grenzen des Kreises Rendsburg-Eckernförde hinausgeht. Jährlich lassen sich ungefähr 50.000 Patienten stationär und ambulant in 15 medizinischen Abteilungen behandeln.
Innovative Marschroute des Krankenhauses
Als akademisches Lehrkrankenhaus für das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Kiel leisten die beiden Kliniken außerdem einen wichtigen Beitrag zur ärztlichen Aus- und Weiterbildung, fügt Krügel hinzu. Auch die zwei Bunker, die Dr. Roland Panzer, Chefarzt der Strahlentherapie und Nuklearmedizin, im März zur Präsentation mit den neuen Geräten zur Strahlenbehandlung in der Imland-Klinik näher beleuchtete, gehören zur innovativen Marschroute der Klinik. Gemeint sind die beiden Räume, in denen jeweils ein Beschleuniger zur Photonen- und Elektronenbestrahlung stehen. Nach neun Monaten Bauzeit ist der acht Millionen Euro teure Anbau so gut wie fertig.
Künftig kann die Imland-Klinik hier mehr Patienten noch genauer und schonender behandeln. Dazu gehören zum überwiegenden Teil Krebspatienten, sagte Panzer, aber auch Schmerztherapie im Falle von gutartigen Tumoren werde das neue Zentrum anbieten. Mit der neuen Einrichtung will die Imland-Klinik noch mehr Menschen erreichen: "In Zukunft können wir mehr als doppelt so viele Patienten behandeln wie bisher", sagte Martin Wilde. Der Geschäftsführer der Imland-Klinik ergänzte, dass die neue Strahlentherapie nicht nur räumliches Wachstum, sondern auch ein Plus an Mitarbeitern bedeute. Etwa sechs weitere Arbeitskräfte sollen die bisher 20 Ärzte, Physiker und Medizinisch-technischen Assistenten verstärken.
Trotz des harten Winters sind wir im Zeitplan geblieben
Geschäftsführer Wilde zeigte sich zufrieden mit dem Bauprozess. "Trotz des harten Winters sind wir im Zeitplan geblieben und auch die Kosten liegen in unserem Budget. Der Aufsichtsratsvorsitzende Lutz Clefsen betonte, dass die Finanzierung ausschließlich aus eigenen Mitteln abgewickelt wurde. "Wir haben jetzt die modernsten Geräte im Land", sagte Panzer. "Die neue Strahlentherapie ist für die Imland-Klinik ein Alleinstellungsmerkmal. Die anderen Kliniken werden nachziehen müssen", fügte Wilde hinzu.

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