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Ernährung & Gesundheit

20. Oktober 2017 | 05:32 Uhr

Geriatrie : Altersgerechte Genesung

vom

Fit mit 95? Ältere Menschen brauchen im Verletzungs- oder Krankheitsfall eine besondere Pflege, die Geriatrie hilft ihnen wieder auf die Beine.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2012 | 01:55 Uhr

Geriatrie ist die medizinische Spezialdisziplin, die sich mit den gesundheitlichen Problemen älterer Menschen beschäftigt. Sie ist die Antwort der Medizin auf die zunehmende Alterung der Gesellschaft und beruht auf der Erkenntnis, dass sich Krankheitsverläufe und Gesundungsprozesse im Alter von denen im Kinder-, Jugend- und jüngeren Erwachsenenalter unterscheiden.
Etwa 100 Jahre nachdem die ersten Lehrstühle für Kinderheilkunde an den Universitäten gegründet wurden, kommt es in den letzten 20 Jahren nun für die Geriatrie zu einer sehr ähnlichen Entwicklung. Was ist aber das Besondere und was begründet die Notwendigkeit der Geriatrie? Wie unterscheidet sich der Patient, der in der Geriatrie behandelt wird, von den Übrigen?
Mehrere Handicaps zur gleichen Zeit
Geriatrische Patienten sind multimorbide, haben also mehrere Krankheiten gleichzeitig. Häufige Kombinationen sind beispielsweise Herzschwäche und der Zustand nach einem Schlaganfall mit der entsprechenden Halbseitenlähmung. Häufig treffen auch durch Zuckerkrankheit oder Parkinson hervorgerufene Gehstörungen mit einem Sturz, der zu einem Schenkelhalsbruch geführt hat, zusammen. Der Gesundungsprozess bei diesen Patienten verläuft deutlich komplizierter und langwieriger als bei einem Jugendlichen, der sich beim Skifahren ein Bein bricht.
Oder Patienten sind durch die Handicaps aufgrund ihrer Erkrankungen in ihrer Selbstständigkeit gefährdet, es droht der Verlust ihres gewohnten Wohnumfeldes, Möglicherweise steht der Umzug in ein Pflegeheim an.
Altersdepression - ein Teufelskreis?
Aber auch die Arbeit unseres Gehirns verändert sich im Alter: Die Erinnerungsfähigkeit für Neues, Umstellung auf neue Gewohnheiten, aber auch das Erlernen von neuen Bewegungsformen werden schwieriger. Wir wissen, dass dieser Alterungsprozess durch ein entsprechendes Training kompensiert werden kann. Ein 90-Jähriger kann durch gezieltesTraining innerhalb von drei Monaten auf den Stand eines 75-Jährigen gebracht werden.Aus diesem Grund befinden sich in allen Geriatrien Trainingsgeräte ähnlich denen in Fitnessstudios.
Es gibt sie zwar - die "Alterszufriedenheit". Es gibt aber ebenso Ältere mit psychischen Erkrankungen, die denken es "lohne nicht mehr". Diese Menschen wären ähnlich behandelbar wie Jüngere, finden aber häufig niemanden, der sich darum kümmern möchte, wodurch die Depression sich weiter verstärkt. Ein Teufelskreis. Partner und Freunde sind häufig ebenfalls durch ein Handicap beeinträchtigt oder möglicherweise nichtmehr am Leben, und die Kinder wohnen weitab.
Kann ein neues soziales Netz geknüpft werden? Gibt es andere Hilfsmöglichkeiten wie Pflegedienste oder Nachbarn? Gibt es Hilfsmittel, die das Leben zu Hause weiter ermöglichen? Hier tauchen viele Fragenauf, die die Mitarbeiter in der Geriatrischen Klinik, insbesondere des Sozialdienstes, beantworten können.

Altersmedizin als Schwerpunkt in den Kliniken für Geriatrie und Frührehabilitation: Am St. Franziskus-Hospital in Flensburg werden jährlich rund 1300 stationäre, 450 teilstationäre und 200 ambulante Patienten geriatrisch behandelt. In den 20 Jahren seit ihrer Gründung wurden dort insgesamt fast 25.000 geriatrische Patienten behandelt.

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