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Ernährung & Gesundheit

18. August 2017 | 01:49 Uhr

Auf den Beinen : Allzweckwaffe Laufen

vom

Fitter, schlanker, glücklicher: Regelmäßiges Joggen macht Körper und Seele gesünder. Vor Beginn sollte man jedoch einige Tipps beachten.

Itzehoe | Einmal im Leben einen Marathon laufen - bei vielen Hobbysportlern steht das ganz oben auf der To-Do-Liste. Aber müssen es immer gleich 42 Kilometer sein? "Nein", sagt Dr. Cornelia-Alexandra Krebs, Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin in Itzehoe. Denn: Schon zwei bis drei Laufeinheiten pro Woche wirken sich positiv auf die Gesundheit aus. "Laufen ist eine echte Allzweck-Waffe. Blutdruck und Puls werden niedriger, man baut Stress ab und wird beweglicher."

Auch gegen den Winterblues sei regelmäßiges Joggen ideal, weil "man durch die Serotinausschüttung einfach bessere Laune kriegt", so Krebs. Weiterer positiver Nebeneffekt: Mit jedem gelaufenen Kilometer purzeln auch die Pfunde. Bei keiner anderen Sportart werden mehr Kalorien verbraucht, als beim Laufen. Außerdem erhöht sich durch regelmäßiges Training die Muskelmasse, womit der Grundumsatz, also der Kalorienverbrauch im Ruhezustand, angekurbelt wird.

Individualität im Sport

Bevor es jedoch in die Startlöcher geht, sollten Anfänger einiges beachten - zum Beispiel in puncto Ausrüstung. "Das wichtigste sind die Schuhe", weiß Krebs. Dabei sollte man nicht nach dem neuesten oder teuersten Modell greifen, sondern sich im Fachgeschäft beraten lassen und eine Laufbandanalyse machen. Der Grund: Jeder Läufer braucht andere Schuhe. Und die sollten auf die individuellen Bedürfnisse des Trägers angepasst sein, um Gelenkschmerzen, Bänderdehnungen oder Rückenschäden zu vermeiden. Frauen sollten zudem auf den richtigen Sport-BH setzen. "Er sollte möglichst viel Stabilität geben und die Schwingungen abfedern."

Hat man die richtigen Schuhe gefunden, geht es am besten sofort los - aber bitte nicht zu flott. "Anfänger machen meist den Fehler, dass sie zu schnell laufen und dann die Lust verlieren." Um sein persönliches Idealtempo zu finden, hilft eine Pulsuhr. Wer keine hat, kann sich an die Faustregel halten: Man sollte sich nebenbei noch unterhalten können. Ungeübte Läufer können auch Gehpausen von zwei bis drei Minuten einlegen und sich dann langsam steigern. "Am Ende sollte man etwa 45 Minuten am Stück durchhalten", rät die Medizinerin.

Nicht immer sollte man laufen

Zwischen zwei Laufeinheiten sollte mindestens ein Tag Pause eingelegt werden, damit Körper und Muskeln sich wieder regenerieren und wachsen können. Vor allem Einsteigern fehle oft ein Gefühl für das richtige Trainingsmaß, weiß Krebs. Hier rät die Medizinerin, auf die typischen Erschöpfungszeichen des Körpers zu achten. Wer also ständig müde ist, Verspannungen oder Schmerzen hat und besonders anfällig für Infekte ist, sollte einen Ruhetag einlegen. Auch bei akuten Erkrankungen wie Erkältungen oder Fieber gilt absolutes Sportverbot - ansonsten droht unter anderem eine gefährliche Herzmuskelschwäche, die im schlimmsten Fall lebensbedrohlich ist.

Menschen, die an chronischen Krankheiten oder Übergewicht leiden oder älter als 35 Jahre sind, sollten vor Trainingsbeginn ein Belastungs-EKG machen und sich vom Hausarzt durchchecken lassen. Bei starkem Übergewicht können Walking, Schwimmen oder Radfahren zudem schonendere Alternativen sein und den Einstieg in andere Sportarten erleichtern. Wem an grauen Wintertagen die Motivation fehlt, nach der Arbeit oder am Wochenende zu laufen, kann mit einigen Tricks nachhelfen. "Am besten sollte man sich mit anderen Läufern verabreden oder sich zu einem Lauf-Event anmelden", rät die Sportmedizinerin, die selbst regelmäßig läuft und schon einen Marathon hinter sich hat. Auch ein neues paar Schuhe oder eine schöne neue Jacke können dem Schweinehund auf die Sprünge helfen - "weil man sonst ein schlechtes Gewissen hat, wenn man sie nicht benutzt."

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erstellt am 21.Mär.2013 | 06:56 Uhr

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