Schlafmedizin : Albtraumfrei durch die Nacht

Für Schlafforscher ist das Klartraum-Training ein gutes Mittel die Albträume zu verjagen. Foto: sh:z
Für Schlafforscher ist das Klartraum-Training ein gutes Mittel die Albträume zu verjagen. Foto: sh:z

Schlechte Träume führen zu unruhigem Schlaf. Mittels Klarträumen kann man dem Albtraum bewusst entgegenwirken und selbst Einfluss nehmen.

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30. November 2012, 10:27 Uhr

Der Mensch braucht seinen Schlaf. Aber was ist, wenn er ihn nicht bekommt? Wenn der Schlaf nicht erholsam ist, sondern durch Albträume zum Stresserlebnis wird? Dann sind Übermüdung und Konzentrationsmangel und oft genug auch Angst vor dem Einschlafen die Folge.
Um unerwünschte Albträume in harmlose Träume umzuwandeln, setzen manche Schlafforscher auf die sogenannten Luziden Träume oder Klarträume. Klarträumen ist die Fähigkeit sich seines Traumes bewusst zu sein, während er geträumt wird. Möglich sind sie in der sogenannten REM-Phase, der Phase des Schlafens, in der der Schläfer hauptsächlich träumt. Sie ist gekennzeichnet durch schnelle Augenbewegung (rapid-eye-movement).

Prozess statt Therapie

Forscher gehen davon aus, dass jeder Mensch Klarträume hat, häufig aber unbewusst. Um nun den eigenen Albträumen entgegenzuwirken, kann ein trainierter Schläfer mittels Klartraum bewusst auf das Träumen Einfluss nehmen, um das "Script" zu ändern. Ausgangspunkt eines solchen Trainings ist die Frage, was ein Traum überhaupt ist. Der Mannheimer Traumforscher Michael Schredl beschreibt ihn als "psychische Aktivität, die während des Schlafens abläuft". Er geht davon aus, dass das Bewusstsein niemals schläft. Danach ist der Traum eine Erinnerung des Geschehens vor dem Erwachen. Wer diesen Schlaf-Wach-Übergang bewusst erlebt, kann in seine Träume eingreifen, also das Geschehen im Traum bewusst beeinflussen und den Albtraum in einen angenehmen Traum umwandeln.
Vor diesem Hintergrund sieht etwa der Heilpraktiker für Psychologie, Raimund Eising aus Mohrkirch im Kreis Schleswig-Flensburg, bewusstes Klarträumen als Therapiemöglichkeit bei Schlafstörungen. Allerdings setze bewusstes Klarträumen einen starken Willen voraus - und gezieltes Training: "Bei einigen passiert es nach einer Woche. Bei anderen erst nach einem Monat". Eine Behandlung im herkömmlichen Sinne sei das Klarträumen allerdings nicht; keine Therapie, bei der ein Patient vom Arzt behandelt wird und danach geheilt ist. Das Klartraum-Trainig sei eher ein Prozess, in dem der Arzt zwar eine Anleitung gibt, es aber letztlich auf den Patienten selbst und seinen Willen das Klarträumen zu erlernen ankomme. Wer sich also häufig die Frage stellt: "Träume ich oder bin ich wach?" ist schon auf einem guten Weg.

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