Welt-Rheuma-Tag : Aktiv im Leben

Dörte Lorenzen hilft seit drei Jahren anderen Betroffenen mit vollem Einsatz. Foto: sh:z
Dörte Lorenzen hilft seit drei Jahren anderen Betroffenen mit vollem Einsatz. Foto: sh:z

Das Leben mit Rheuma ist eine Herausforderung. Dennoch sollten sich Betroffene nicht zurückziehen, sondern weiter in Bewegung bleiben.

shz.de von
10. Oktober 2012, 10:30 Uhr

Niebüll | Schmerzen am ganzen Körper, Probleme mit dem Bewegungsapparat oder entzündete Gelenke - die chronische Krankheit Rheuma hat viele Gesichter. Mehr als 400 verschiedene Krankheitsbilder sind bekannt und reichen von entzündlich-rheumatischen über degenerative Gelenk- und Wirbelsäulen-Erkrankungen und Weichteilrheumatismus bis hin zu Stoffwechselerkrankungen mit rheumatischen Beschwerden. In Deutschland gibt es etwa 20 Millionen Betroffene, so der Rheuma-Liga Verein, der mit 260.000 Mitgliedern größte Selbsthilfeverband im Gesundheitswesen. Seine 16 Landes- und drei Mitgliedsverbände beraten und informieren frei von kommerziellen Interessen. Auch am morgigen Welt-Rheuma-Tag setzt der Verein seine Kampagne "Aktiv gegen Rheumaschmerz" fort, um Betroffene zu informieren
In jedem Bundesland ist Hilfe zu finden. In der Rheumaliga-Ortsgruppe Südtondern in Niebüll beispielsweise lernen die 99 Mitglieder mit der chronischen Krankheit umzugehen. "Das Wichtigste bei Rheuma ist, dass die Patienten in Bewegung bleiben", sagt Dörte Lorenzen. Die 59-Jährige ist selbst betroffen, hat vor drei Jahren die Gruppe mit Ulla Höppner ins Leben gerufen und ist seitdem ehrenamtlich für die administrative Arbeit zuständig. Zum Programm der Ortsgruppe gehören fünf Trocken- und zwei Wassergymnastikkurse, die mit jeweils 15 Teilnehmern jeden Alters nahezu ausgebucht sind.
Individuelles Training
"Natürlich reicht es nicht aus, einmal die Woche zu einem Kursus zu gehen", erklärt Dörte Lorenzen, "aber es spornt an und gibt eine tolle Gruppenzugehörigkeit". Auch Erfahrungen und Tipps werden hier ausgetauscht.
Viele Patienten könnten bei normalen Gymnastikkursen nicht mehr mithalten, ist die Erfahrung von Physiotherapeutin Nicole Schaudel, die vier der Gruppen leitet. Bei der Gymnastik für Rheumaerkrankte werde an den jeweiligen Gesundheitszustand des Patienten angepasst geturnt. Als Hilfsmittel dienen Thera-Bänder und Pezzibälle. "Die Patienten bekommen Anleitungen für Übungen, die sie täglich zuhause durchführen sollten", so die Fachfrau.
Leichtigkeit im Wasser
Auch die Wassergymnastik bringt Erkrankten Erleichterung, vor allem jenen Patienten, die unter Fibromyalgie leiden - einer chronischen Erkrankung mit starkem Faser-Muskel-Schmerz. "Im Wasser werden die Patienten nahezu schwerelos, sie müssen nur noch etwa ein Zehntel ihres Körpergewichtes tragen", erklärt Dagmar Olschweski. Sie hat als ausgebildete Rettungsschwimmerin Fortbildungen absolviert und leitet zweimal pro Woche im Niebüller Schwimmbad die Wassergymnastikkurse. Die Kosten der Kurse werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen, wenn eine entsprechende Diagnose vorliegt.

Informationen erhalten Betroffene bei der Rheumaliga Südtondern in Niebüll, Dörte Lorenzen, Telefon 04661/5341.

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