Jucken, Tränen, Niesen : Acht Tricks bei Heuschnupfen

Manche Nase erkennt den Frühling sofort: an den Pollen, die Menschen mit Heuschnupfen zum Niesen veranlassen. Foto: sh:z
Manche Nase erkennt den Frühling sofort: an den Pollen, die Menschen mit Heuschnupfen zum Niesen veranlassen. Foto: sh:z

An blühenden Bäumen und Sträuchern im Frühling erfreut sich nicht jedermann: Für Allergiker beginnt eine qualvolle Zeit.

Avatar_shz von
26. April 2012, 10:24 Uhr

Schleswig | Rund 16 Millionen Deutsche leiden inzwischen an einer wiederkehrenden Pollenallergie, berichten Experten des Schlei-Klinikums Schleswig. Schnupfen, tränende Augen, Juckreiz in den Schleimhäuten oder unaufhörliches Niesen - sobald Erle, Hasel, Eiche, Esche, Buche oder Birke blühen, treten die ersten Beschwerden bei Allergikern auf. Der Grund: Bei Pollenallergien handelt es sich um sogenannte Sofortreaktionen, die bereits wenige Minuten nach dem Kontakt mit dem auslösenden Stoff, dem Allergen, auftreten. Etwa 15 Prozent der Bevölkerung in Deutschland leidet unter einem Heuschnupfen, wobei jüngere Menschen häufiger betroffen sind als ältere. Insgesamt ist die Zahl der Pollenallergien in den letzten beiden Jahrzehnten angestiegen.
"Werden Allergien nicht behandelt, kann dies zu bleibenden Schäden führen", warnt Dr. Christian Freyer, Chefarzt der Pneumologie am Schlei-Klinikum Schleswig. Weil der Auslöser der meisten Symp tome der Botenstoff Histamin ist, muss vor allem seine Wirkung blockiert werden.
60 Prozent der Patienten sprechen auf Hyposensibilisierung an
Die Behandlung erfolgt mit sogenannten Antihistaminika. Das Problem: Sie lindern zwar die auftretenden Symptome, können aber nichts gegen die zugrundeliegende Krankheit ausrichten. "Die meisten Soforttyp-Allergien - etwa gegen Pollen oder Hausstaub - können mit einer Hyposensibilisierung behandelt werden", sagt Freyer.
Ziel ist es, den Patienten mit stetig steigenden Dosen des unverträglichen Stoffs an das Allergen zu gewöhnen. Bei einer regelmäßigen und ausreichend lange durchgeführten Hyposensibilisierungstherapie sprechen rund 60 Prozent der Patienten darauf an, die Symptome werden geringer, der Medikamentenverbrauch kann gesenkt werden.
Am besten lässt es sich am Meer aushalten
Eine frühzeitige Behandlung mit dieser Methode verhindert oft auch den Übergang des Heuschnupfens in ein allergisches Asthma. Dieser sogenannte Etagenwechsel wird bei zehn bis 40 Prozent der Allergiker beobachtet. Empfindet der Allergiker die beschriebenen Symptome als sehr unangenehm und einschränkend, handelt es sich beim allergischen Asthma um eine ernsthafte Erkrankung, die dauerhafte Schäden an den Atmungsorganen zur Folge haben kann. Die auffälligsten Symptome hierbei sind Kurzatmigkeit oder Giemen (pfeifende Geräusche beim Ausatmen).
Und wie kann man als Allergiker einem chronischen Asthmaleiden vorbeugen? Acht Tipps machen nach Auskunft der Schleswiger Mediziner in der Pollenzeit das Leben leichter: Wenn die Ursache für die Allergie oder das allergische Asthma gefunden worden ist, solle jeglicher Kontakt mit der allergieauslösenden Substanz vermieden werden. Vor Beginn des Pollenfluges sollte eine ärztliche Therapie starten. Eine frühzeitige Hyposensibilisierung hilft, das Immunsystem gegen diese Pollen zu stärken (etwa sechs Monate vor Pollenflug).
Pollenflugvorhersagen helfen außerdem, den Tag zu planen. Ausreichende Bewegung und gesunde Ernährung können die Abwehrkräfte überdies stärken. Hilfreich ist auch, täglich die Kleidung, regelmäßig die Bettwäsche und abends die Haare zu waschen. Der Verzicht auf Zigaretten und Alkohol unterstützt die Vorbeugung. Und wer Urlaub während der Heuschnupfenzeit unternehmen kann, reist am besten ans Meer.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen