Bewusste Ernährung im Sommer : Acht Tipps: Gesund grillen ohne Rauch und mit viel Geschmack

<p>Ob klein oder groß: Stockbrot grillen macht jedem Spaß und bei der Zubereitung des Teigs kann man selbst bestimmen, was reinkommt - und was nicht.</p>

Ob klein oder groß: Stockbrot grillen macht jedem Spaß und bei der Zubereitung des Teigs kann man selbst bestimmen, was reinkommt - und was nicht.

Rauchiges Grillaroma: Für viele gehört dieser Geschmack einfach dazu. Durch den Rauch entstehen jedoch gesundheitsschädliche Stoffe. Wie man dennoch das volle Aroma genießen und gesund grillen kann.

Karen Bartel von
11. Juni 2018, 04:33 Uhr

Aktuell schenkt uns der Frühsommer einen Sonnentag nach dem anderen. Ein guter Zeitpunkt, um den Grill anzuwerfen und Freunde einzuladen. Wer dabei auch noch auf eine bewusste Ernährung achten, gesund und rauchfrei grillen möchte, sollte diese Tipps beherzigen.

1. Rauchfrei grillen

Jedes Grillgerät hat seine Vor- und Nachteile. Offenes Holzkohlefeuer verleiht dem Grillgut den typischen Geschmack - durch den Rauch entstehen allerdings gesundheitsschädliche Stoffe und die Asche muss am Ende entsorgt werden. Eine Alternative sind Gas- und Elektrogeräte, die zudem nur kurz brauchen, um vorzuheizen. Einweggrills verursachen unnötig viel Abfall.

2. Kohle „made in Germany“ und Alternativen

Wer Grillkohle- und Briketts verwendet, sollte Produkte aus Deutschland bevorzugen und auf Zeichen für nachhaltige Waldwirtschaft achten. Dazu gehört das FSC-Siegel, das Holzprodukte kennzeichnet, die aus einer nachhaltigeren Waldbewirtschaftung stammen. Ist Grillkohle nicht näher gekennzeichnet, entstammt sie unter Umständen Raubbau an Urwäldern. Es gibt auch spezielle Grillkohle aus Reststoffen, wie z.B. aus Olivenkernen oder Kokosnussschalen, die gewonnen wird ohne Wälder zu zerstören.

3. Draußen ist der richtige Ort

Bei dem schönen Wetter drinnen grillen zu wollen, ist nicht nur unsinnig, sondern auch gefährlich. Auch offene Fenster und Türen reichen nicht aus, um das entstehende Kohlenmonoxid abzuleiten. Eine solche Vergiftung kann tödliche Folgen haben. Daher darf die Restkohle auch nie noch drinnen als Heizquelle verwendet werden.

<p>Von allem für jeden etwas dabei: Ein bunter Genussmix ohne Rauch und gesundheitsschädliche Stoffe. </p>
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Von allem für jeden etwas dabei: Ein bunter Genussmix ohne Rauch und gesundheitsschädliche Stoffe.

 

4. Auf die Technik kommt's an

Grillt man mit Holzkohle oder -briketts, sollte man kein Holz oder Altpapier zum Anfeuern benutzen. Denn beim Abfackeln dieser können sich giftige Gase entwickeln, die sich mit dem Rauch auf die Grillwaren legen. Die Holzkohle immer so lange durchglühen lassen, bis sich eine weiße Ascheschicht gebildet hat und sie nicht mehr raucht - dann können die Speisen auf den Grill.

Um zu vermeiden, dass Fett in die Glut oder die Heizschlange gerät, eignen sich am besten Grillschalen als Edelstahl oder mit emaillierter Oberfläche. Außerdem sollten die Fleischstücke nicht erneut mit Marinade bestrichen oder gar mit Bier abgelöscht werden. Denn das kann die Asche aufwirbeln, die dann wiederum auf dem Grillgut landet. Außerdem spült das Bier die Marinade herunter.

5. Was auf den Grill gehört - und was nicht

Gepökelte Fleischwaren, wie Kassler, Räucherspeck, Fleisch- und Bockwurst oder Leberkäse, gehören nicht auf den Grill: Aus dem Nitritpökelsalz können beim Erhitzen krebserregende Nitrosamine entstehen.

Besonders mager sind Nackenkoteletts, Steaks, Lende oder Geflügelschnitzel. Bei Fisch bietet sich Thunfisch, Lachs oder Forelle als gesundes Grillgut an. Da Fischfilets leicht auseinander fallen, können sie in Päckchen aus Gemüseblättern, gefettetem Backpapier oder auch Alufolie gegrillt werden.

6. Die Würze macht den Unterschied

Bei Verwendung von Alu-Grillschalen oder -folie sollte erst später auf dem Teller gewürzt werden, da Salz und Säure das Aluminium ablösen und es auf das Grillgut übertragen können. Eine Alternative sind Grillschalen aus Edelstahl, die zudem vielfach verwendet werden können.

Das nachträgliche Salzen ist ebenfalls wichtig, damit das Grillgut durch die Hitze kein Wasser verliert und somit trocken wird. Ein weiterer Tipp, um das Austrocknen bei Fleisch und Fisch zu verhindern, ist diese nur dünn und mit hitzestabilem Öl, wie Sonnenblumenöl, zu bestreichen. Ein Vorteil bei der selbst hergestellten Marinade ist außerdem, dass man genau weiß, was drin ist und so auf Zusatzstoffe verzichten kann. Das Grillgut sollte dann unterschiedlich lang im Kühlschrank in der Marinade eingelegt werden: Fischfilets nur kurz, zarte Steaks und Filets wenige Stunden und je dicker das Fleischstück, umso länger marinieren. Damit kein Fett auf den heißen Grill tropft: Vor dem Brutzeln einmal gut abtupfen!

<p>Zartschmelzende Kombi: Kaltes Eis auf frisch gegrillter Ananas. Wer mag und mutig ist, kann alternativ auch noch etwas mit Chili würzen.</p>
imago/CHROMORANGE

Zartschmelzende Kombi: Kaltes Eis auf frisch gegrillter Ananas. Wer mag und mutig ist, kann alternativ auch noch etwas mit Chili würzen.

 

7. Obst und Gemüse auf dem Grill

Festfleischige, saftige Gemüsesorten sind nicht nur für Vegetarier ein Gaumenschmaus. Ob bunt gemixt als Spieß oder verschieden gefüllt: Champignons, Zucchini, Aubergine, Tomaten, Paprika, Spargel, Maiskolben, Kürbis und Kartoffeln - die Möglichkeiten sind unzählig.

Auch bei Fruchtfleisch ist der Name Programm: Auf dem Rost gegrillt schmecken Ananas, Pfirsische, Bananen, Mangos oder Pflaumen besonders gut zum Dessert. Fünf Minuten Grillzeit reichen aus. Wer mag, kann die Früchte noch mit gerösteten Nüssen, Honig und kühlem Jogurt oder einer Kugel Eis garnieren.

Wer all dies zu einem gesunden und kalorienmoderaten Grillbüfett kombinieren möchte, kann noch frische Salate, Rohkost mit unterschiedlichen Dips, Folienkartoffeln und Brot dazureichen.

8. Eine saubere Sache

Rohe tierische Produkte bergen immer das Risiko, krankheitserregende Keime zu enthalten. Ist das Fleischstück gut durchgegrillt, ist dies kein Problem mehr. Jedoch muss zuvor die Übertragung der Bakterien von rohen auf gegrillte Lebensmittel vermieden werden. Dazu am besten unterschiedliche Teller und Besteck für beides verwenden. Die Hände nach Kontakt mit dem rohen Fleisch oder Fisch immer gut mit heißem Wasser und Spülmittel abwaschen. Bei den heißen Temperaturen sollten auch vor allem rohe Eier in den Speisen, z. B. Mayonnaise, vermieden werden - vor allem, wenn keine Möglichkeit zur Kühlung besteht.

(mit Material der Verbraucherzentrale)

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