Kühlschrank oder Keller : Ab ins Gefrierfach: Wie Obst und Gemüse durch richtige Lagerung lange frisch bleiben

<p>Die Entscheidung, welches Gemüse in den Kühlschrank gehört, treffen viele aus dem Bauch heraus. Zwiebeln zum Beispiel sollten an einem trockenen Ort gelagert werden, weshalb sie eher einen Platz in der Vorratskammer bevorzugen.</p>

Die Entscheidung, welches Gemüse in den Kühlschrank gehört, treffen viele aus dem Bauch heraus. Zwiebeln zum Beispiel sollten an einem trockenen Ort gelagert werden, weshalb sie eher einen Platz in der Vorratskammer bevorzugen.

Gehören Erdbeeren ins Gefrierfach und können Äpfel auch bei Zimmertemperatur gelagert werden? Wenn es darum geht, Obst und Gemüse lange frisch zu halten, treten immer wieder Fragen auf. Ein Überblick.

shz.de von
14. Oktober 2018, 03:57 Uhr

Während der warmen Sommermonate war die Sache klar: Erdbeeren, Erbsen und Co. gehörten in die Kühlung, um frühzeitiges Schimmeln oder Verfaulen durch die Hitze zu vermeiden. Doch gerade jetzt in der kühleren Jahreszeit sollte das Obst und Gemüse nicht immer sofort in den Kühlschrank gelegt werden, da einige Gemüsesorten durch die Kälte ihre Geschmacksintensität verlieren können. Außerdem vertragen sich Kartoffeln zum Beispiel nicht mit Obstsorten wie Äpfel oder Birnen. Was sonst noch bei der Lagerung berücksichtigt werden sollte:

  • Kohl

Rotkohl, Wirsing und Chinakohl können sich nach dem Kauf mindestens eine Woche ohne Qualitätsverlust halten. Für eine besonders lange Haltbarkeit sollte der Chinakohl in eine Frischhaltefolie eingewickelt werden. Die dicken äußeren Blätter sollten für die Lagerung auf keinen Fall entfernt werden, denn sie bieten einen Schutz für das zarte Innere des Kohls. Rosen- und Blumenkohl gehören auch ein den Kühlschrank, wo sie bis zu drei Tage frisch bleiben. Brokkoli verdirbt hingegen schnelle und sollte deshalb nach spätestens zwei Tagen Aufbewahrung zubereitet werden.

Tipp:
Kohl sollte nie zusammen mit Äpfeln oder Tomaten gelagert werden, denn das von ihnen verströmte Ethylen verkürzt die Haltbarkeit von Kohl.

  • Kürbis

Kürbisse halten sich am längsten in einer kühlen und dunklen Umgebung. Hierbei ist es wichtig, dass die Schale des Kürbis vor der Lagerung vollständig ausgehärtet ist. Dieser Zustand ist daran zu erkennen, dass sich die Schale nicht mehr eindrücken lässt. Ist der Kürbis unverletzt, lässt er sich sogar bis zu sechs Monate lagern.

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  • Kohlrabi und Fenchel

Fenchel gehört in den Kühlschrank, wo er bis zu drei Tage in einem optimalen Zustand bleibt. Kohlrabi hingegen sollte möglichst frisch verzehrt werden, weil er schnell seinen intensiven Geschmack verliert. Sollte es nicht anders einzurichten sein, kann er sich aber auch bis zu einer Woche im Gemüsefach des Kühlschranks halten. Vorher sollte unbedingt das Blattgrün entfernt werden, damit der Kohlrabi nicht austrocknet. 

  • Lauch

Lauchstangen sind im Supermarkt sowohl einzeln oder im Bund erhältlich. Beim Kauf sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Blattspitzen frisch aussehen und fächerartig nach oben stehen, dass der Schaft fest ist und die Wurzeln weiß sind. Denn lösen sich schon einzelne Blätter oder sind diese rissig oder verfärbt, sollten die Lauchstangen besser liegengelassen werden. Ist der Lauch schließlich frisch gekauft, hält er sich im Kühlschrank etwa eine Woche.

Tipp:
Lauchstangen sollten nicht neben aroma-empfindliche Lebensmittel wie Butter oder Blumenkohl gelagert werden, denn diese können den zwiebelartigen Geschmack aufnehmen. Deshalb gehört das Gemüse im besten Fall in eine Frischebox.

  • Karotten

Karotten halten sich am längsten, wenn sich kühl und dunkel gelagert werden. Wichtig ist hierbei allerdings, dass die Temperaturen nicht zu tief sind, denn Frost sorgt dafür, dass sich der angenehm süße Geschmack leicht in einen seifigen verändern kann.

  • Paprika

Im Gegensatz zu anderem Gemüse gehört Paprika nicht zwangsläufig in den Kühlschrank, sondern hält sich auch bei Zimmertemperatur einige Tage. Allerdings sollte sie eher im Keller oder in der dunklen Speisekammer gelagert werden, denn die ideale Temperatur zur Lagerung liegt zwischen acht und zehn Grad. Hier bleibt sie nicht nur länger frisch, sondern behält auch die wertvollen Vitamine.

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  • Salate

Salat ist empfindlich und sollte deshalb so schnell wie möglich verzehrt werden. Eine Ausnahme ist Eissalat. Er hält sich bei guter Lagerung bis zu zwei Wochen. Mit ein paar Tricks lässt sich die Lebensdauer von Salaten verlängern:
- Bis zur Zubereitung sollte man sie in ein feuchtes Tuch oder Papier wickeln und kühl lagern.
- Etwas länger bleibt der Kopf frisch, wenn man den Strunk kreuzweise einschneidet, in frisches Wasser setzt und die Blätter ab und zu besprüht.
- Alternativ kann man Salat in einer gelochten Plastiktüte im Gemüsefach des Kühlschranks schonend aufbewahren.

  • Kartoffeln

Kartoffeln lassen sich gut über einen längeren Zeitraum hinweg lagern, wenn man ein paar Dinge berücksichtigt: Die Lagertemperatur sollte idealerweise zwischen vier und sechs Grad Celsius liegen, allerdings sollten sie nicht im Kühlschrank lagern, denn sie mögen es lieber trocken. Da die Knollen außerdem einen dunklen Platz bevorzugen, bietet der Keller einen idealen Aufbewahrungsort. Wer mag, kann die Kartoffeln mit etwas Papier abdecken, um eine noch längere Haltbarkeit zu garantieren. Allerdings sollten Kartoffeln nicht mit Äpfeln oder Birnen gemeinsam gelagert werden, da die Früchte das Reifungsgas Ethylen abgeben und die Kartoffeln dadurch schneller verderben.

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  • Pilze

Generell gilt für Pilze: je frischer sie beim Verzehr sind, desto schmackhafter sind sie. Falls man sie aber dennoch über einen längeren Zeitraum lagern möchte, empfiehlt es sich, die Pilze zu blanchieren und anschließend einzufrieren. So können sie sogar bis zu sechs Monate gelagert werden.

Tipp:
Beim Kauf von Champignons sollte darauf geachtet werden, dass die Pilze ein frisches Fruchtfleisch haben und nicht zu trocken, fleckig oder schmierig sind. Bevor sie in den Kühlschrank kommen, sollte unbedingt die Verpackungsfolie entfernt werden, damit das Kondenswasser verdunsten kann.

  • Rhabarber

Frischer Rhabarber hält sich im Kühlschrank gelagert etwa drei Tage frisch. Dabei sollte er, wenn möglich, in ein feuchtes Tuch gewickelt werden. Hierbei sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass er nicht in der Nähe von Obst gelagert wird, da er sonst schneller verdirbt. Auch Alufolie sollte vermieden werden, da die enthaltene Oxalsäure damit reagiert.

  • Rote Bete

Rote Bete kann für zwei bis drei Wochen im Kühlschrank gelagert werden. Für eine längere Lagerzeit empfiehlt es sich die Rote Bete in feuchten Sand einzulegen und anschließend an einem dunklen Ort zu verwahren. Die Rote Bete sollte grundsätzlich ohne Laub gelagert werden.

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  • Spargel

Spargel bevorzugt eine feuchte Lagerung. Weißer Spargel bleibt ungeschält und eingewickelt in feuchten Tüchern etwa zwei bis drei Tage im Gemüsefach des Kühlschranks frisch. Grünen Spargel lagert man am besten stehend im Wasser.

  • Tomaten

Am besten werden Tomaten außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt. Bei Zimmertemperatur halten Tomaten bis zu zwei Wochen. Im Kühlschrank verlieren sie nämlich schnell ihr Aroma und ihre Haltbarkeit. Außerdem sollten Tomaten abseits von anderem Obst und Gemüse aufbewahrt werden. Grund hierfür ist das Hormon Ethylen, das von Tomaten verströmt wird: Es beschleunigt den Stoffwechsel von Obst und Gemüse und somit die Reifung, wodurch sich die Haltbarkeit wiederum verkürzt.

  • Zwiebeln

Zwiebeln sind nicht nur lichtempfindlich, sondern vertragen auch keine Feuchtigkeit. Liegen sie an einem zu warmen Ort, fangen sie schnell an zu keimen. Deshalb sollte man sie an einem trockenen und dunklen Ort lagern.

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(Mit Material von BVEO, Deutsches Obst und Gemüse)

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