Das Altern aufhalten : 20 Jahre lang 50 bleiben? Das geht - bewegt Euch!

Übungen, die in jede Wohnstube passen:  Sportwissenschaftlerin Karin Obermark-Stell demonstriert im Gymnastikraum der Volkshochschule Flensburg ein Bauchmuskeltraining: Zuerst den rechten Ellenbogen in Richtung des linken Knies (Beine überschlagen) bewegen, dabei den Oberkörper leicht anheben. Dann umgekehrt. Jeweils 10 bis 15 Mal pro Seite. Foto: Marc Euler
Übungen, die in jede Wohnstube passen: Sportwissenschaftlerin Karin Obermark-Stell demonstriert im Gymnastikraum der Volkshochschule Flensburg ein Bauchmuskeltraining: Zuerst den rechten Ellenbogen in Richtung des linken Knies (Beine überschlagen) bewegen, dabei den Oberkörper leicht anheben. Dann umgekehrt. Jeweils 10 bis 15 Mal pro Seite. Foto: Marc Euler

Die beste Medizin gegen das Altern ist Bewegung. "Dazu ist es nie zu spät", sagt Gesundheitsmanagerin Karin Obermark-Stell.

shz.de von
07. April 2010, 05:58 Uhr

Der Mensch bewegt sich nicht weniger, weil er alt wird. Er wird alt, weil er sich weniger bewegt." Ein einprägsamer Satz. Er stammt vom deutschen Radrennfahrer Gustav-Adolf Schur. "Also beweg dich!", so sein Fazit.
"Und dazu ist es nie zu spät", sagt Karin Obermark-Stell aus Flensburg. Die 50-jährige Diplom-Sportwissenschaftlerin und Gesundheitspsychologin ist Trainerin und Beraterin in Unternehmen, Banken, Verwaltungen und Krankenkassen sowie Lehrbeauftragte an der Universität Flensburg. Das Plädoyer der Gesundheitsmanagerin: "Bewegung ist die beste Medizin."
Das Altern aufhalten
Sport sei der kürzeste Weg zu mehr Lebensqualität und das kostengünstigste gegen das Altern, bringt es Karin Obermark-Stell auf den Punkt. "Es geht darum, 20 Jahre lang 50 zu bleiben", sagt sie in Anlehnung an die Devise ihres Professors, Wildor Hollmann, der einst an der Deutschen Sporthochschule Köln lehrte und inzwischen 85 Jahre alt ist. "Im Gegensatz zum kalendarischen Alter können wir mit richtigem Training das biologische Alter stark nach hinten verschieben", ist die Sportwissenschaftlerin überzeugt.
Karin Obermark-Stell will bewusst Bewegungsmuffel ansprechen; für sie hat die Gesundheitspsychologin eine gute und eine schlechte Nachricht. Die negative zuerst: "Ab 30 bildet sich die Muskulatur zurück, wenn man sich nicht bewegt." Die erfreuliche Nachricht: "Zehn Minuten Krafttraining in der Woche reichen, um sie zu erhalten."

Sport hält das Erbgut jung
Sportliche Aktivität wirkt sich positiv auf das Erbgut aus. Seine natürliche Alterung schreitet durch körperliche Bewegung offenbar weniger rasch voran, wie deutsche Forscher jüngst in einer Studie nachgewiesen haben. Im Körper sterben auch bei gesunden Menschen täglich Zellen ab und werden durch neue ersetzt. Findet eine Zellteilung zur Vermehrung statt, wird jedes Mal das Erbgut ein wenig verkürzt. Damit die Verkürzung nicht zu stark wird, steuern die Zellen dem entgegen: Sie hängen mit Hilfe eines Enzyms bestimmte Fragmente an das Erbgut.
Laut den Experten vom Universitätsklinikum des Saarlandes und der Universität Düsseldorf kann der Körper das Erbgut besonders gut "in Form" halten, wenn man sportlich aktiv ist. Denn durch die körperliche Betätigung finden sich mehr sogenannte Telomerproteine im Körper, die für den Schutzmechanismus benötigt werden. Das haben die Untersuchungen der Wissenschaftler an Mäusen gezeigt. Mit diesen im Fachmagazin "Circulation" veröffentlichten Studienergebnissen ist erstmals der direkte Beweis dafür erbracht worden, wie Sport die körperliche Alterung bremsen kann.

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