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Soziales : 100 Jahre «Pik As»: Wohlstand und Armut nebeneinander

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Mit einem Festakt ist am Freitag das Jubiläum von Deutschlands wohl ältestem Obdachlosenasyl gefeiert worden. Die Lage der Herberge mitten in Hamburg zeige, «wie ungleich Wohlstand und Armut verteilt sind», sagte die Schauspielerin Nina Petri als Jubiläums-Schirmherrin.

shz.de von
erstellt am 19.Okt.2013 | 11:11 Uhr

Sie forderte die Gesellschaft zu mehr Bewusstsein für die Ärmsten der Armen auf: «Die Würde des Menschen ist kein Privileg, sondern Menschenrecht.» Die Unterkunft war im Oktober 1913 als Polizei-Asyl eröffnet worden und bietet heute obdachlosen Männern, Frauen, Paaren und Hundebesitzern insgesamt 210 Betten. Auch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz würdigte die Arbeit des «Pik As». «Hochachtung für das, was Sie hier jede Nacht leisten», sagte der SPD-Politiker.

Seit der Öffnung haben im «Pik As» Menschen aus mehr als 70 Ländern Zuflucht gefunden. 700 000 Goldmark kostete der Bau des Backsteingebäudes 1913. Die Stadt Hamburg fördert das «Pik As» jährlich mit 1,5 Millionen Euro. Schirmherrin Petri appellierte in ihrer Rede auch an Bürgermeister Scholz und den Senat, eine schnelle Lösung für die Zukunft der sogenannten Lampedusa-Flüchtlinge zu finden, die seit Tagen in Hamburg für Gesprächsstoff sorgen.

Im Hinblick auf die kalte Jahreszeit sollten Unterkünfte wie beheizte Container für die Männer organisiert werden, sagte die Schauspielerin. «Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen in der Presse steht, dass eine Lösung gefunden wurde.» Etwa 80 Afrikaner leben seit Juni in der St.-Pauli-Kirche. Sie sind nach eigenen Angaben vor dem Bürgerkrieg in Libyen nach Italien geflüchtet, von wo sie weiter nach Deutschland reisten.

Sie fordern ein Bleiberecht in Hamburg. Der Senat verlangt, dass sie individuelle Anträge stellen.

Pik As Förderverein

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