Anzeige : Schulen der Zukunft: Vom fliegenden zum digitalen Klassenzimmer

Längst hat die grüne Tafel an den meisten Schulen ausgedient. Heute prägen digitale Smart Boards das Bild eines Klassenzimmers.

Längst hat die grüne Tafel an den meisten Schulen ausgedient. Heute prägen digitale Smart Boards das Bild eines Klassenzimmers.

Martin Genz, stellvertretender Schulleiter der Theodor-Litt-Schule in Neumünster, über die Digitalisierung der Schulbildung.

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09. September 2019, 00:01 Uhr

Schleswig/ Neumünster | Bei dem Titel „Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner kommen jedem Menschen mittleren Alters Bilder von Lausbuben mit Schülerstreichen, Kindern mit Schulbüchern unter dem Arm und Paukern, die vor der Klasse stehen und Geschichten erzählen, in den Kopf. Doch solche idyllischen und romantischen Schulsituationen gehören der Vergangenheit an und haben mit der heutigen Schule wenig gemeinsam.

Smartphones, Tablets und Virtual-Reality-Brillen prägen die moderne Gesellschaft. Das heißt, die heutige Schule und damit verbunden die Lehrkräfte, müssen in der schnelllebigen Welt immer auf der Höhe der Zeit sein und sich flexibel den Gegebenheiten anpassen.

Der Weg zu digitaler Bildung und somit der Wandel vom „fliegenden“ zum „digitalen“ Klassenzimmer stellt uns vor große Herausforderungen. Martin Genz, stellvertretender Schulleiter der Theodor-Litt-Schule in Neumünster
 

Zunächst einmal muss das gesamte Schulgebäude mit WLAN ausgestattet werden und neben den Smartphones der Schülerinnen und Schüler müssen weitere mobile Endgeräte wie Laptops und Tablets angeschafft und administriert werden, ist Martin Genz überzeugt. Die herkömmliche Tafel wird durch moderne Präsentationsflächen wie interaktive Whiteboards mit Beamer und Soundsystem oder Activeboards ausgetauscht. Papier und Stift verschwinden und weichen Cloud-Services, um Informationen austauschen und speichern zu können. Auf diese Weise können die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte orts- und zeitunabhängig arbeiten. Zu einem digitalen Klassenzimmer gehören neben der modernen Infrastruktur auch neue pädagogische Konzepte und Inhalte.

Schulen der Zukunft - wie geht das?

Dabei geht es nicht darum, Arbeitsblätter und Bücher einfach nur zu digitalisieren, sondern Schule neu zu denken. Hierzu sind schulindividuelle digitale Medienkonzepte notwendig. Ebenso bedarf es interaktiver Lernumgebungen und innovativer Lernmethoden, die sowohl individuelles als auch kollaboratives Lernen fördern. Dabei ist der Grundsatz „Pädagogik vor Technik“ aus dem Strategiepapier der Kultusministerkonferenz „Bildung in der digitalen Welt“ ein wesentlicher Baustein.

Der alleinige Einsatz von digitalen Medien ist nicht dazu geeignet, die Nachhaltigkeit der Bildung zu gewährleisten. Martin Genz, stellvertretender Schulleiter der Theodor-Litt-Schule in Neumünster
 

Vor allem die Frage, ob die Medien selbst Erkenntnisgegenstand des Unterrichts werden oder Hilfsmittel, um Unterricht und Lernen zu unterstützen, ist für die einzelne Unterrichtssituation zu entscheiden. Um die Schulen der Zukunft immer weiter zu gestalten, müssen sich die Lehrerinnen und Lehrer mehr denn je in Fortbildungen, Workshops und Netzwerken weiterbilden.

Doch handelt es sich bei diesen Vorstellungen nur um Visionen, oder gibt es bereits Schulen, die über solche digitalen Klassenzimmer verfügen?

Es gibt bereits sogar Leuchttürme im Bereich der digitalen Bildung, die ein Blended-Learning-Angebot, bei dem Präsenz- und Online-Module kombiniert werden, haben. So ist es möglich, Schülerinnen und Schülern an verschiedenen Schulstandorten gleichzeitig zu unterrichten. An einem Standort unterrichtet die Lehrkraft „live“ und am anderen Standort virtuell, denn die Lehrkraft wird dort via Web-Konferenz hinzugeschaltet.

„Der Digitalpakt, durch den für die Digitalisierung der Schulen in den kommenden Jahren fünf Milliarden Euro bereitgestellt werden sollen, könnte auf dem Weg zur digitalen Schule einen entscheidenden Beitrag leisten, so dass das digitale Klassenzimmer nicht nur in einzelne Schulen „fliegt“, sondern in allen Schulen flächendeckend vorhanden ist“, ist Martin Genz überzeugt.

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