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Wie werde ich...? Kaufmann für Tourismus

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Berlin (dpa/tmn) - Tourismuskaufmann klingt fast wie Kaufmann für Tourismus und Freizeit. Aber es sind zwei verschiedene Ausbildungsberufe. Der erste qualifiziert für die Arbeit im Reisebüro oder beim Veranstalter, der zweite eher für die bei Tourismusverbänden.

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erstellt am 26.Mai.2013 | 05:33 Uhr

Berlin (dpa/tmn) - Tourismuskaufmann klingt fast wie Kaufmann für Tourismus und Freizeit. Aber es sind zwei verschiedene Ausbildungsberufe. Der erste qualifiziert für die Arbeit im Reisebüro oder beim Veranstalter, der zweite eher für die bei Tourismusverbänden.

Es gibt zwei Berufe in der Reisebranche, die heißen fast gleich und sind doch sehr unterschiedlich - den Tourismuskaufmann und den Kaufmann für Tourismus. Den ersten Beruf gibt es schon lange: Gestartet ist er 1940 als Reisebürogehilfe, zuletzt - bis 2011 - hieß er Reiseverkehrskaufmann. Den Kaufmann für Tourismus und Freizeit gibt es erst seit 2005. Tourismuskaufleute arbeiten vor allem in Reisebüros, bei Veranstaltern und Fluggesellschaften, Kaufleute für Tourismus und Freizeit eher bei regionalen Tourismusverbänden oder zum Beispiel in der Tourist-Info.

Beide Ausbildungen sind laut dem Bundesinstitut für Berufsbildung (Bibb) in Bonn staatlich anerkannt und dauern drei Jahre. «Der Reiseverkehrskaufmann war seinerzeit stark auf den Reisevertrieb ausgerichtet», sagt Prof. Armin A. Brysch, Vorsitzender des Bildungsausschusses im Deutschen Reiseverband (DRV). Damit waren nicht alle zufrieden - Freizeitparks und Tourist-Informationen etwa.

Erst vor kurzem wurde die Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann überarbeitet - und der Beruf in Tourismuskaufmann umbenannt. «Vermittelt wird nun das gesamte Spektrum der Tourismusbranche mit den drei Schwerpunkten Veranstalter, Reisebüro und Business Travel», erklärt Brysch, der an der Hochschule Kempten lehrt. Marketing und Social Media beispielsweise haben einen höheren Stellenwert bekommen. Der Beruf ist der zahlenmäßig wichtigere: «Es gibt zurzeit insgesamt mehr als 5000 Azubis, für das laufende Ausbildungsjahr wurden über 2000 neue Verträge unterschrieben», erläutert Brysch. «Bei den Kaufleuten für Tourismus und Freizeit sind es um die 500 pro Jahr.»

Die angehenden Tourismuskaufleute beschäftigen sich vor allem mit Themen, die ihnen später im Reisebüro oder beim Veranstalter nützen: von der Auswahl von Hotels über das Zusammenstellen der Reiseunterlagen bis zu den Regeln für Umbuchungen und Stornierungen. Die Übernahmechancen gelten als gut.

Patrick Berger vom Deutschen Tourismusverband (DTV) in Berlin hat dagegen eine Ausbildung in dem neueren Beruf als Kaufmann für Tourismus und Freizeit hinter sich. «Im Reisebüro sitzen und Urlaub für andere buchen, war mir nicht genug», erzählt er. Er machte stattdessen eine Lehre bei der Tourist-Info in Wetzlar. «Ich war viel am Counter bei der Gästeberatung, habe Stadtführungen gemacht und Pressearbeit, war viel auf Messen unterwegs.» Heute befasst er sich beim DTV zum Beispiel mit der Einstufung von Ferienwohnungen.

Dass es die Ausbildung zum Kaufmann für Tourismus gibt, findet auch Gabriele Philipp gut, die sich beim aachen tourist service um die Azubis kümmert: «Wir haben auch Reiseverkehrskaufleute getestet, aber das hat gar nicht funktioniert.» In Aachen machen die Lehrlinge eine Verbundausbildung mit der Kur- und Badegesellschaft. Sie sind in der Regel je sechs Monate in verschiedenen Abteilungen, am Anfang in der Tourist-Info. «Sie lernen, wie man Kundenanfragen beantwortet, parallel aber auch Hotelvermittlung, Tagungs- und Kongressmanagement», erzählt Philipp. Im ersten Lehrjahr geht es um die kaufmännischen Grundlagen. Später kommen Stationen im Marketing und in der Finanzbuchhaltung dazu.

Aber der Arbeitsmarkt in der Reisebranche wandelt sich. Bei vielen Kommunen werden die Töpfe fürs Tourismusmarketing kleiner. Die Zahl der Stellen dort nehme ab, sagt Prof. Brysch. Die Zahl der Auszubildenden insgesamt voraussichtlich auch - schon wegen der rückläufigen Schülerzahlen. «In fünf bis zehn Jahren wird man sich noch mal hinsetzen und überlegen, ist meine Prognose. Und dann wird es nur noch eine Ausbildung geben.» Wie die dann heißt, ist offen.

Der lange Weg zum Tourismuskaufmann =

Offiziell heißt der Beruf heute «Tourismuskaufmann/Kaufmann für Privat- und Geschäftsreisen». So steht es in der aktuellen Ausbildungsverordnung, die seit Mai 2011 gültig ist. Aber das Berufsbild ist immer wieder reformiert worden, und auch der Name hat sich nach Angaben des Bundesinstituts für Berufsbildung (Bibb) im Lauf der Jahrzehnte regelmäßig geändert.

Von 1940 bis 1962 hieß er Reisebürogehilfe. Mit Beginn des Massentourismus gab es eine Neufassung der Ausbildung: Bis 1974 hieß der Beruf dann Reisebürokaufmann, bevor er in Reiseverkehrskaufmann umbenannt wurde. Überarbeitungen der Ausbildungsverordnung gab es - 1979, 1998 und 2005 - noch mehrere, die jüngste 2011, bei der sich der Name dann noch einmal geändert hat.

Berufenet zum Kaufmann für Tourismus

Berufenet zum Tourismuskaufmann

Bibb zum Tourismuskaufmann

Bibb zum Kaufmann für Tourismus

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