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Ausbildung : Wie werde ich...? Facility Manager

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Einkaufszentren, Bürohäuser oder Industrieanlagen: Facility Manager überwachen Gebäudekomplexe. Die meisten denken bei dem Job an Hausmeister. Doch in der Realität ist ihre Arbeit um einiges komplizierter.

shz.de von
erstellt am 16.Aug.2013 | 15:33 Uhr

Licht, Strom, Rolltreppen: Im Einkaufszentrum muss alles reibungslos klappen. Dasselbe gilt für die Klima- und Heizungsanlage in Bürokomplexen. Faciliy Manager sorgen dafür, dass in Gebäuden - darunter Industriewerke, Flughäfen oder IT-Rechenzentren - alles gut funktioniert. Übersetzt heißt Facility Manager so viel wie Betriebsleiter von Einrichtungen und Anlagen. Fachkräfte werden in der Branche dringend gesucht.

Eine Karriere im Facility Management (FM) gelingt mit einem entsprechenden Studium. Quereinsteiger kommen aber auch aus dem Bauingenieurwesen, der Architektur und der Gebäudetechnik. Möglich ist auch, nach einer bereits abgeschlossenen Lehre etwa im kaufmännischen oder handwerklich-technischen Bereich eine Ausbildung zum Facility Manager zu machen. Juliane Beck hat sich für die akademische Variante entschieden. «Für mich ist an dem Beruf die Kombination aus Betriebswirtschaft und Technik interessant», sagt die 30-Jährige, die an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen den Bachelor-Studiengang Facility Management belegt hat und im vierten Semester ist.

Mit ihrem Studium, das sieben Semester umfasst, bereitet sich Juliane Beck auf einen Beruf vor, der organisatorische, technische und kaufmännische Tätigkeiten umfasst. Um Betrieb, Wartung und Inspektion von Immobilien kümmern sich Facility Manager ebenso wie um das Betriebskosten- und Energiemanagement. Darüber hinaus handeln sie Verträge mit Reinigungs-, Catering- und Sicherheitsfirmen aus. Bei allem müssen Facility Manager auf gesetzliche Vorgaben sowie auf möglichst geringe Kosten achten.

Zur Vorbereitung auf diese Aufgaben stehen im Studium ganz unterschiedliche Fächer auf dem Stundenplan - darunter Recht und Betriebswirtschaftslehre, aber auch Statik und Bautechnik. «Auch Liegenschafts- und Gebäudeplanung spielt bei dem Studium eine Rolle», berichtet Juliane Beck.

Das Studium kann vor allem an Fachhochschulen sowie an Dualen Hochschulen absolviert werden. Praktische Erfahrung ist in dem Beruf besonders wichtig. «Unter den sieben Semestern an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen ist ein Praxissemester», erzählt Juliane Beck. Sechs Monate lang macht sie ein Praktikum in einem Unternehmen in der Branche.

Neben dem Praxissemester hat Juliane Beck in den Semesterferien auch ein freiwilliges Praktikum absolviert. «Ich möchte möglichst viele Erfahrungen sammeln, um damit später in meinem Berufsleben punkten zu können», betont sie. Die Aussichten, nach dem Studium einen Job zu finden, sind laut des Deutschen Verbandes für Facility Management (GEFMA) ausgesprochen gut.

«Die Branche mit derzeit über vier Millionen Beschäftigten ist auf Wachstumskurs, die Unternehmen suchen qualifizierte Mitarbeiter», sagt Otto Kajetan Weixler vom GEFMA. Einer der Gründe für den Boom ist, dass immer mehr Firmen dazu übergehen, die Gebäudeverwaltung auszulagern, um Kosten zu sparen. «Diese Entwicklung vollzieht sich langsam», erklärt Weixler, «lässt aber das Marktvolumen im Facility Management stetig steigen.»

Gute Karriereaussichten gibt es in der Branche nicht nur für Akademiker. Auch Frauen und Männer, die etwa Bürokaufmann, Elektriker oder Mechatroniker gelernt haben, können sich zum Fachwirt für Facility-Management weiterbilden. Der Lehrgang dauert zwischen 3 und 14 Monate, er kann in Vollzeit oder berufsbegleitend absolviert werden. Fachwirte für Facility-Management betreuen zum Beispiel als zentrale Ansprechpartner vor Ort einzelne Immobilien. Akademiker arbeiten meist eine Ebene darüber im Management von Firmen aus der Branche.

Die Einstiegsgehälter für FM-Fachkräfte sind sehr unterschiedlich. Sie liegen nach einer aktuellen Gehaltsanalyse der «Immobilien Zeitung» bei durchschnittlich 33 205 Euro brutto im Jahr. Die Zeitung stützt ihre Auswertung auf eine Umfrage unter 134 Unternehmen. «Ein solcher Verdienst ist zwar möglich, allerdings müssen Berufsanfänger oft mit einem deutlich geringeren Verdienst rechnen», sagt Stefan Bösch von der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt.

Laut Bösch ist der Preiskampf in der Branche hart. Wartungsverträge für Objekte laufen in der Regel zwischen drei bis fünf Jahre, danach werden die Preise neu verhandelt. Außerdem müssten Facility Manager häufig sehr flexibel sein. Es sei nicht ausgeschlossen, dass sie ein neues Objekt zugewiesen bekommen, wenn ein Wartungsvertrag ausläuft und sie dafür im schlimmsten Fall sogar umziehen müssen.

Juliane Beck schreckt das alles nicht. Sie freut sich auf ihren Beruf und hat konkrete Karrierepläne. «Ich möchte später als Führungskraft arbeiten», sagt sie. Für welche Art von Objekten sie konkret einmal zuständig sein möchte, weiß sie aber noch nicht.

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