Bigband : Wenn Musik den Elfenbeinturm zum Grooven bringt

Engagiert: Bigband-Leiter Thomas Großmann (links) und seine Musiker. Foto: aka
Engagiert: Bigband-Leiter Thomas Großmann (links) und seine Musiker. Foto: aka

Studenten, Schüler und "Externe" machen gemeinsam Musik: Einmal in der Woche probt die Hochschul-Bigband unter der Leitung von Musikdozent Thomas Großmann.

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19. November 2007, 07:37 Uhr

Wie jeden Tag ist es ziemlich still in den oberen Etagen des Uni-Hauptgebäudes. Es ist Montag, kurz nach 18 Uhr. Während sich in den unteren Etagen noch Studenten-Horden den Weg zu ihren Vorlesungen bahnen, herrscht auf den Fluren im sechsten Stock gähnende Leere. Ganz am Ende des langen Korridors jedoch, in Raum HG 664, geht es erst richtig los.
In dem überschaubaren Raum mit glattem Parkettboden, Schallisolierung und Lautsprechern an den Wänden verschiebt ein Junge eifrig Tische. Er trägt Stühle umher und stellt sie in Halbkreisform direkt neben einem schwarzen Flügel und einem Schlagzeug auf, wo vier Studenten bereits ihre Instrumente für den musikalischen Einsatz vorbereiten: Zwei E-Gitarren werden an Verstärker angeschlossen, ein Kontrabass wird in Position gebracht. Schon ertönen die ersten Melodien: Schlagzeug-Sound durchbricht die Stille, die Saiten der E-Gitarren werden in Schwingungen versetzt. Der Raum füllt sich zusehends. Immer mehr Instrumente kommen zum Vorschein.
Um Punkt 18.20 Uhr betritt Musikdozent Thomas Großmann (43) den Raum. Ohne ihn läuft heute gar nichts - die wöchentliche Probe der Uni-Bigband kann beginnen. Nicht nur Studenten von Uni und FH, auch Schüler und "externe Musiker" zählen zur Truppe - jeder ist willkommen. Alle sitzen an ihrem Platz, fünf Saxophone und fünf Posaunen glänzen im Licht. "So, wir können schon mal anfangen zu stimmen", sagt Bigband-Leiter Großmann, und schon gibt das Klavier Töne vor, auf die die Posaunen, Saxophone und der Kontrabass antworten. "Wo sind die Trompeten?", fragt ein Posaunist. "Die haben ihre Instrumente vergessen und sind wieder gegangen", sagt Großmann - dann muss es eben ohne sie gehen. Er zählt schnippend an - eins, zwei, eins, zwei, drei - und schon bringt das erste Stück, das Großmann schwungvoll dirigiert, den kleinen Raum zum Beben. Kaum ist es zu Ende, repariert der Schlagzeuger noch schnell ein Becken, und es kann weiter gehen. Fünf verschiedene Stücke werden geprobt - alte, aber auch neue, denn der nächste Auftritt steht bevor: "Big the Band und Fluni-TV", ein Bigband-Konzert, umrahmt von einem Theaterstück der Studentenbühne und dem Gesang des Frauenchors "Antonia", am 16. November, 20 Uhr, im Audimax. "Summertime"“ wird deshalb besonders gründlich einstudiert.
Kein Fuß steht still, alle sind konzentriert und bemüht, Großmann ist zufrieden. Eineinhalb Stunden später sehen die 15 Musiker müde aus - die Freude an der Musik aber steht ihnen trotzdem noch deutlich ins Gesicht geschrieben.

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