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Beruf & Karriere

17. Dezember 2017 | 03:40 Uhr

Wasserbauer – ein Job für Kernige

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bei den Wasser- und Schifffahrtsämtern gehen die Bewerberzahlen für die Ausbildungsplätze deutlich zurück

shz.de von
erstellt am 21.Dez.2013 | 05:37 Uhr

Wer in Deutschland per Schiff eine Bundeswasserstraße befährt darf sicher sein, hier keine bösen Überraschungen zu erleben. Das verdankt er den Wasserbauern der jeweils zuständigen Wasser- und Schifffahrtsämter. Sie sorgen dafür, dass Fahrrinnen und Ufer dieser Gewässer sich in einem guten Zustand befinden. Ein Beruf, so richtig etwas für Frischluftfanatiker mit handwerklichem Geschick, ausgeprägter Wetterfestigkeit und guter körperlicher sowie geistiger Leistungsfähigkeit.

Eigentlich ein Job, bei dem kernige Bewerber, junge Männer, aber auch Frauen Schlange stehen sollten. Für die Bereiche der Wasser- und Schifffahrtsämter jedoch sieht es derzeit anders aus. „So geringe Bewerberzahlen wie in diesem Jahr hatten wir noch nie“, beklagt Andreas Jacobs, Wasserbaumeister und Leiter des Stützpunktes Friedrichstadt des Wasser- und Schifffahrtsamtes Tönning. Jacobs und seine insgesamt 25 Mann starke Mannschaft, darunter neun Auszubildende, sind zuständig für den Bereich der Eider von Rendsburg bis zum Eider-Sperrwerk. Das sind 110 Kilometer Fluss und 220 Kilometer Flussufer. Auch der bekannteste Leuchtturm Deutschlands, Westerhever, oder das Richtfeuer Husum gehören zum Aufgabenfeld der Friedrichstädter.

Der gesamte Zuständigkeitsbereich des Wasser- und Schifffahrtsamtes Tönning mit seinen insgesamt 230 Mitarbeitern erstreckt sich über die gesamte Nordseeküste Schleswig-Holsteins, immer im Bereich der Bundeswasserstraßen. Weitere Wasser- und Schifffahrtsämter in Schleswig-Holstein gibt es in Kiel, Brunsbüttel, Lübeck, Lauenburg und als Hamburger Dependancen in Wedel und Glückstadt. Ausgebildet werden Wasserbauer auch bei den Landesämtern für Küstenschutz.

Zu den Hauptaufgaben von Wasserbauern gehört die Sicherung der Uferböschungen. An der Eider wird überwiegend der ökologische Wasserbau angewandt – hier werden sogenannte „Buschkisten“ hergestellt. Ferner die Verlegung von Fahrwassertonnen, Vermessungsarbeiten, Tiefenmessungen der Fahrwasser, Reparaturen und Ausbesserungen an Leuchttürmen. Jeder Azubi macht den Motorbootführerschein und den Motorkettensägenschein. Vermessungstechniken werden erlernt.

Warum das Interesse an diesem Beruf schwächelt , kann sich Jacobs nicht so recht erklären. Der viel zitierte demographische Wandel könne natürlich eine Rolle spielen. Die Attraktivität des Berufs, wozu auch die Bezahlung zählt, habe aber keinesfalls nachgelassen. So verdienen die Auszubildenden im ersten Jahr 746 Euro, im zweiten 796 Euro, im dritten 844 Euro. Nach der abgeschlossenen Lehre, die eine duale Berufsausbildung ist, wird jeder Absolvent für ein Jahr übernommen. „Wir bilden schon immer über Bedarf aus“, sagt Jacobs. Und bisher hätten alle Jung-Wasserbauer, die nicht übernommen werden konnten, in anderen Bereichen der Wirtschaft gute Anschluss-Jobs erhalten. Jacobs: „Besonders begabte Azubis besuchen anschließend noch die Technikerschule.“

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