Statt Uni oder Fachhochschule : Wann sich ein Studium an einer Privathochschule lohnt

Private Hochschulen ermöglichen neue Bildungsbiografien. Sie sind zum Beispiel bei Menschen beliebt, die abends, am Wochenende oder mit Kind studieren möchten. /dpa-tmn
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Private Hochschulen ermöglichen neue Bildungsbiografien. Sie sind zum Beispiel bei Menschen beliebt, die abends, am Wochenende oder mit Kind studieren möchten. /dpa-tmn

Private Hochschulen locken mit guten Studienbedingungen und innovativen Fächern. Gleichzeitig muss man für die Ausbildung eine Menge Geld aufbringen. Studieninteressierte sollten einige Kriterien beachten.

shz.de von
01. April 2019, 05:08 Uhr

Sie werben mit guten Studienbedingungen, lassen sich diese aber auch gut bezahlen: Privathochschulen gelten nach wie vor als Ausbilungsstätten für eine kleine Elite. Allerdings gewinnen sie in der deutschen Hochschullandschaft zunehmend an Bedeutung .

«Die Zahl der privaten Hochschulen hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt», berichtet Piret Lees vom Verband Privater Hochschulen.

Ihr Erfolg hängt auch damit zusammen, dass sie «neue Zielgruppen und wenig hochschulaffine Herkunftsgruppen» für ein Studium gewinnen, wie es in einer Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) von 2017 heißt. «Sie zielen etwa auf den Handwerksmeister, der abends und am Wochenende berufsbegleitend noch BWL studieren möchte», erklärt Ulrich Müller vom CHE, der an der Studie mitgewirkt hat. Oder sie richten sich an die technische Zeichnerin, die ohne Abitur Design studieren möchte.

Ausbildung nah an der Berufspraxis

Privathochschulen können den staatlichen Bildungseinrichtungen auch in anderen Punkten Konkurrenz machen: Die Teilnehmerzahl der Kurse ist oft überschaubar. Daraus ergebe sich eine persönliche Betreuungssituation durch die Dozenten.

Daneben ist die Ausbildung oft näher am Berufsleben. «Wer an einer Privathochschule studiert, hat meist ein klares Berufsbild vor Augen. Bei Privathochschulen steht oft die berufliche Verwertbarkeit im Fokus, die Praxisrelevanz», sagt Müller.

Das zeigt sich zum Teil schon am Fächerangebot der Einrichtungen. «Sie besetzen spezielle fachliche Nischen», erklärt Andrea Frank vom Stifterverband. Das können zum Beispiel Fächer im Gesundheitswesen sein, im Feld der Psychologie, aber auch Angebote im kreativen Bereich wie Design, Medien- und Filmproduktion.

Auf die staatliche Anerkennung achten

«Wichtig ist, dass man als Bewerber darauf achtet, dass die private Hochschule insgesamt staatlich anerkannt ist und dass die angebotenen Studiengänge akkreditiert sind», erklärt Stefan Grob vom Deutschen Studentenwerk. Im Zweifel sollen Interessierte im Wissenschaftsministerium des Bundeslandes nachfragen.

Der entscheidende Unterschied zur staatlichen Hochschule sind Müller zufolge die Studiengebühren. Müller rät, die Finanzierung des Studiums gut zu durchdenken und zu prüfen: «Erreiche ich später einen Job, mit dem ich die teilweise hohen Gebühren sicher zurückzahlen kann?» Damit hängt die Frage zusammen, ob sich das Studium wirklich lohnt. «Der «Worst Case» wäre in diesem Fall, nicht den gewünschten Job zu bekommen und damit in Schwierigkeiten wegen der Rückzahlung zu kommen», so Müller.

Früh Kontakte zu Arbeitgebern knüpfen

Wer das Studium an einer privaten Hochschule abschließt, hat generell relativ gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Denn: Die meisten Privathochschulen werden von Unternehmen betrieben, oder kooperieren mit Firmen. In der Folge kommen viele Dozenten aus der freien Wirtschaft und geben Praxiserfahrungen weiter. Die Studierenden haben bereits in der Ausbildung oft Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern.

Einen Nachteil im Vergleich zu Abschlüssen an staatlichen Universitäten müssen Absolventen nicht fürchten. «Die Abschlüsse von Privathochschulen werden von Arbeitgebern ohne Probleme anerkannt, wenn die Hochschule institutionell akkreditiert ist - und werden genauso wie die Abschlüsse von staatlichen Hochschulen behandelt», so Andrea Frank.

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