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Chancen im Einzelhandel : Von der Kasse in den Vorstand

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In keiner anderen Branche sind die Karriereperspektiven nach einer Ausbildung so gut wie im Einzelhandel. Rund zwei Drittel der Führungskräfte haben hier ausschließlich eine Lehre abgeschlossen. Ihr Anteil ist damit teilweise mehr als doppelt so hoch wie in anderen Wirtschaftszweigen.

shz.de von
erstellt am 25.Aug.2012 | 10:24 Uhr

Rund 80 Prozent seiner Führungskräfte gewinnt der Handel aus den eigenen Reihen. Dementsprechend hoch ist der Anteil von Mitarbeitern in leitenden Positionen, deren Karriere mit einer Berufsausbildung begann. Laut einer Studie des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg (IAQ) haben sich rund 65 Prozent der Führungskräfte im Einzelhandel ausschließlich über das berufliche Bildungssystem qualifiziert. Weitere 18 Prozent haben Berufsbildung und Studium kombiniert. Damit sind Aufstiegschancen für ehemalige Azubis im Handel doppelt so hoch wie im verarbeitenden Gewerbe. Hier besitzen knapp 30 Prozent der Führungskräfte ausschließlich eine Berufsausbildung. In der privaten Wirtschaft liegt der Anteil bei rund 34 Prozent, im Bereich private Dienstleistungen sind es zwei Fünftel der Mitarbeiter mit Leitungsfunktionen.
"Zwar steigt auch im Einzelhandel die Zahl der Akademiker, aber die berufliche Bildung wird hier auch in Zukunft ihre große Bedeutung behalten", kommentiert Kai Falk, Sprecher der Einzelhandels-Initiative "Alles fürs Leben", die Zahlen. Dass ein Hochschulabschluss nicht obligatorisch für eine Karriere im Einzelhandel ist, zeigt auch die im Vergleich geringe Anzahl von Führungskräften, die ausschließlich ein Studium absolviert haben. Beträgt ihr Anteil im Einzelhandel lediglich rund 16 Prozent, sind es beim Spitzenreiter, dem verarbeitenden Gewerbe, fast die Hälfte aller Mitarbeiter auf Führungsebene.
In der Privatwirtschaft und im Bereich private Dienstleistungen sind es jeweils zwei von fünf Führungskräften. Dazu kommt: In der Regel müssen ambitionierte Nachwuchskräfte im Handel nicht lange warten, um Verantwortung übernehmen zu können. "Mehr als in jeder anderen Branche können sich Mitarbeiter im Einzelhandel schnell beweisen und zum Abteilungs- oder Filialleiter aufsteigen", so Falk.
Gute Chancen auch für Hauptschüler
Ein guter Abschluss bei der Ausbildung allein reicht aber auch im Handel nicht aus. "Um die eigenen Mitarbeiter auf künftige Führungsaufgaben vorzubereiten, setzen die Unternehmen stark auf Fort- und Weiterbildungen", so Falk. Das Angebot reicht von internen Schulungen über Seminare und Lehrgänge bis hin zu Fortbildungen in externen Bildungseinrichtungen.
Wer beispielsweise den klassischen Einstieg über eine Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau im Einzelhandel wählt, kann sich anschließend mit der Fortbildung zum Handelsfachwirt oder zum Handelsassistenten-Einzelhandel für Aufgaben mit mehr Verantwortung qualifizieren. Welchen Schulabschluss die Bewerber mitbringen, ist bei der Auswahl durch die Unternehmen nicht unbedingt entscheidend. "Auch Hauptschüler haben im Einzelhandel gute Chancen. Für die Arbeitgeber geht es nicht da-rum, die Kandidaten mit den besten Noten zu finden, sondern sie suchen vielmehr diejenigen, die am besten geeignet sind", erläutert Falk. Gesucht werden vor allem Allround-Talente mit hoher Motivation, schneller Auffassungsgabe und ausgeprägter sozialer Kompetenz. Das nötige Fachwissen vermittelt die Ausbildung und lässt sich im Laufe des Berufslebens durch Fort- und Weiterbildungen vertiefen und erweitern.
Der Einzelhandel bietet über 30 verschiedene duale Ausbildungen an. Besonders gefragt ist die Ausbildung zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau im Einzelhandel, die seit Jahren die Liste der beliebtesten Lehrberufe mit anführt. 2010 begann für 33 345 junge Männer und Frauen auf diesem Weg der Einstieg ins Berufsleben. Hinzu kommen 27.435 Ausbildungsanfänger im Beruf Verkäufer/Verkäuferin, der auf Rang zwei der Liste folgt. Bundesweit hat die Branche im vergangenen Jahr rund 160.000 Lehrlinge ausgebildet, der Einzelhandel ist damit einer der größte Ausbilder in Deutschland.

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