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Viele Schulabgänger wissen noch nicht, was sie wollen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Telefonaktion unserer Zeitung hilft beruflich noch nicht orientierten Jugendlichen / Gute Chancen in Handwerk und Handel

Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen aus ganz Schleswig-Holstein nutzten jetzt die Telefonaktion unserer Zeitung, um sich über ihre beruflichen Chancen zu informieren. Häufig waren es auch Eltern, die unsere vier Fachleute um Rat baten.

Zwei Ergebnisse der Telefonaktion zum Thema „Berufsausbildung und Studium“, die von der Ausbildungsoffensive der Bundesregierung und der Wirtschaft unterstützt wurde: Das Interesse für ein Studium nach der Schule ist ungebrochen groß. Außerdem fragten Schulabgänger, die sich für eine Berufsausbildung interessierten, nach Ausbildungsmöglichkeiten in ausgewählten Berufen wie Logopäde, Erzieher, Heilerziehungspfleger, Fachkraft für Veranstaltungstechnik, Immobilienkaufmann oder Kaufmann für Büromanagement.

Viele junge Menschen hatten sich kurz vor Schulende noch nicht hinreichend beruflich oder für ein Studium orientiert. Etliche Schulabgänger wussten selbst nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr nicht, welcher Beruf oder welches Studium für sie in Betracht kommen könnte.

Nach Auffassung der Fachleute sind Auslandsaufenthalte nach der Schule trotz aller Attraktivität nur bedingt geeignet, eine Entscheidung zur Berufs- oder Studienwahl herbeizuführen. Insbesondere können Schulabgänger mögliche Fristen bei Bewerbungen verpassen, wenn die Auslandsaufenthalte ein Jahr oder länger andauern. Die Ausbildungsexperten empfehlen Bewerbern, die angebotene Beratung zu nutzen und sich ohne langen Aufschub für einen Beruf oder ein Studium zu entscheiden. In beiden sind auch Auslandsaufenthalte möglich.

>Handwerk: Viele Handwerksbetriebe in der Region bieten sowohl Schulabgängern der Haupt- und Realschulen als auch Abiturienten eine anspruchsvolle Ausbildung an, die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten einschließt und bis zur Betriebsübernahme führen kann. Der Vorteil für Bewerber liegt auf der Hand: Nach einer Ausbildung zum Gesellen winkt oft eine Übernahme in eine erste Arbeitsstelle. Ohne weitere berufliche Praxis kann anschließend die Vorbereitung zur Meisterprüfung in Angriff genommen werden. Auch eine Fortbildung zum Techniker oder zum Betriebswirt des Handwerks ist möglich.

Was viele junge Menschen nicht wissen: Teile der Ausbildung können im europäischen Ausland wie in Frankreich oder Österreich erfolgen. Dieser Aufenthalt kann mit verschiedenen Programmen gefördert werden. Insbesondere kleine Handwerksbetriebe bieten ein persönliches Betriebsklima mit der Möglichkeit, früh Verantwortung zu übernehmen.

Kein Geheimnis ist, dass das Handwerk auch Studienabbrechern Chancen und Karrieremöglichkeiten beispielsweise in Elektroberufen bietet. Viele Betriebe suchen die zukünftigen Nachfolger und bieten Bewerbern schon im eigenen Interesse eine qualitativ hochwertige Ausbildung an, berichtet Hella Ennen von der Handwerkskammer Flensburg.

Freie Ausbildungsplätze können im Lehrstellenradar unter www.hwk-flensburg.de und unter www.hwk-luebeck.de eingesehen werden.

> Kaufmännische Berufe: Information über Berufe ist alles, denn ohne genaue Kenntnis der beruflichen Möglichkeiten verharren die Schulabgänger in der bekannten Ungewissheit und sagen „Ich weiß nicht, was ich werden soll“. Die beste Möglichkeit, sich einen Eindruck über die Berufe zu verschaffen, sind freiwillige Praktika, weiß Heino Ewald von der Industrie- und Handelskammer zu Flensburg. Bereits seit längerem achten die Betriebe zum Beispiel in kaufmännischen Berufen weniger auf die Durchschnittsnote der Zeugnisse, als auf Persönlichkeit und Engagement der Bewerber. Wer alles richtig macht, hat gute Chancen, eine der Ausbildungsstellen etwa für den neuen Beruf des Kaufmanns für Büromanagement zu erhalten. So wie eine Schülerin aus dem Kreis Steinburg, die bereits mehrere Praktika abgeleistet hatte und nun weiß, dass ihr die kaufmännische Tätigkeit in einem Unternehmen liegt.

Infos gibt es unter www.ihk-lehrstellenboerse.de .

Für junge Menschen ist vor allem wichtig, sich frühzeitig mit Berufswahl und Ausbildungssuche zu beschäftigen, weiß Corinna Gonnsen von der Agentur für Arbeit Flensburg. Von allein erledigt sich dieses Thema in der Regel nicht. Darüber hinaus kommt eine Bewerbung, die erst nach dem Abschlusszeugnis erfolgt, oft zu spät. Schulabgänger sollten die Entscheidung über ihre berufliche Zukunft nicht auf andere abwälzen.

> Studium/Auslandsaufent- halte:Ob es sich um einen geplanten Au Pair-Aufenthalt in den USA, die Rückkehr vom Work und Travel Erlebnis in Australien mit nachfolgender Ausbildungsplatzsuche, eine Reise nach Ecuador vor einem möglichen Psychologie-Studium oder BAföG für ein Studium in Hamburg handelt, Jochen Groneberg von der Agentur für Arbeit Flensburg war bei der Telefonaktion ein gefragter Experte. Bei zulassungsbeschränkten Studiengängen ist es wichtig, nicht nur Fristen einzuhalten, sondern auch nicht die Chancen bei Nachrückverfahren zu verpassen.

Wer ins Ausland fährt, muss einkalkulieren, dass nicht überall eine Internetverbindung für Online-Bewerbungen vorhanden ist. Es macht Sinn, eine Person zu bevollmächtigen, alles fürs künftige Studium oder für eine Ausbildung zu regeln und für beglaubigte Zeugniskopien zu sorgen. Daher sollten Schulabgänger überlegen, ob sie später im Studium Auslandssemester absolvieren oder auch während einer Berufsausbildung Erfahrung im Ausland sammeln können.


Infos: www.jobboerse.arbeitsagentur.de, www.kursnet.arbeitsagentur.de

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erstellt am 24.Mai.2014 | 04:30 Uhr

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