Viele Hochschullehrer mit Bologna-Reform unzufrieden

 Professor in einer Mathematik-Vorlesung: Viele Hochschullehrer bemängeln, mit der Bologna-Reform sei der Arbeitsaufwand gestiegen. Foto: Jens Kalaene
Professor in einer Mathematik-Vorlesung: Viele Hochschullehrer bemängeln, mit der Bologna-Reform sei der Arbeitsaufwand gestiegen. Foto: Jens Kalaene

Kassel (dpa/tmn) - Viele Studenten sind mit dem System von Bachelor und Master nur mäßig zufrieden. Eine neue Umfrage zeigt: Auch zahlreiche Professoren kritisieren die Bologna-Reform.

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30. Mai 2013, 11:33 Uhr

Kassel (dpa/tmn) - Viele Studenten sind mit dem System von Bachelor und Master nur mäßig zufrieden. Eine neue Umfrage zeigt: Auch zahlreiche Professoren kritisieren die Bologna-Reform.

Viele Professoren sind mit der Einführung von Bachelor und Master unzufrieden. Das hat eine Befragung unter Lehrenden im Auftrag der Hochschulrektorenkonferenz ergeben. Von den Professoren an Universitäten finden fast zwei Drittel (64 Prozent), dass die Umstellung nicht gut gelaufen ist. An den Fachhochschulen sind 42 Prozent unzufrieden mit der neuen Struktur.

Die Mehrheit (82 Prozent) kritisiert, dass mit der Bologna-Reform der Arbeitsaufwand gestiegen sei. Rund jeder Zweite (55 Prozent) ist sogar der Meinung, dass die Qualität der Lehre abgenommen hat. So sei beispielsweise die Freiheit von Forschung und Lehre beschnitten worden. Die Hoffnung, dass mit der Einführung von Bachelor und Master Studenten häufiger im Ausland studieren, weil die Leistungen eher anerkannt würden, hat sich für viele nicht erfüllt. Jeder Zweite (52 Prozent) ist überzeugt, dass dieser erwünschte Effekt nicht eingetreten ist.

Die Umfrage führte das International Centre for Higher Education Research der Universität Kassel (INCHER-Kassel) durch. Es befragte im Wintersemester 2011/2012 rund 8200 Lehrende und 5400 wissenschaftliche Mitarbeiter an mehr als 80 Hochschulen.

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