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Vertrauenskultur: Esoterisches Getöse oder nachhaltiger Unternehmenserfolg?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 15.Feb.2014 | 05:43 Uhr

Viele Unternehmer und Geschäftsführer verspüren durch unsichere Marktprognosen, Krisensituationen, zunehmend schnellere Innovationszyklen, aggressives Wettbewerbsverhalten und steigende Kosten erheblichen Druck zur schnellen Reaktion. Gleichzeitig soll sich nicht alles ausschließlich um den kurz- und mittelfristigen Erfolg drehen. Nachhaltigkeit und Effektivität sollen den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens auch langfristig sichern.

Reicht das wirklich? Nein! Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden demografischen Wandels und seiner Folgen wird es zentraler Wettbewerbs- und Überlebensfaktor für Unternehmen, die richtigen Kräfte an das Unternehmen zu binden und neue, qualifizierte Mitarbeiter für das Unternehmen zu gewinnen. Unternehmen suchen vermehrt nach dauerhafter Leistungssteigerung und Mitarbeitermotivation.

Nach einer aktuellen McKinsey-Studie sind viele deutsche Arbeitgeber unzufrieden mit der Arbeitsmoral ihrer Arbeitnehmer. Auf der Suche nach Lösungen wird immer mehr der Wert „Vertrauen“ diskutiert, der für Authentizität, Identifikation, Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit – und damit nachhaltige Leistungssteigerung steht.

Das Bilden einer Vertrauenskultur und zeitgemäße Führung sind zukünftig also zentrale Managementaufgaben geworden, die miteinander verbunden sind. Führung ist nicht etwas, was man allein „nach unten“ delegiert; sie ist eine persönliche und strategische Aufgabe für den Unternehmer und Geschäftsführer persönlich!

Dies ist die eine erfolgskritische Voraussetzung für nachhaltigen Unternehmenserfolg. Führung im Sinne moderner Managementkompetenzen ist zunächst einmal Vorleben und eine Investition. Dadurch entstehen Vertrauen als „Bindemittel“ für die Mitarbeiter und ein Nährboden, auf dem sich Vertrauenskultur entwickelt. Dies ist die zweite erfolgskritische Voraussetzung für nachhaltigen Unternehmenserfolg.

Eine Vertrauenskultur ist weniger eine ethische Frage, als vielmehr ein nachgewiesener, kraftvoller wirtschaftlicher Faktor. Die wirtschaftlichen Vor- und Nachteile vorhandener oder fehlender Vertrauenskultur sind durch aktuelle Studien, unter anderem der Universität Leipzig nachvollziehbar geworden.

In Produkte oder Anlagen zu investieren, sind Unternehmer und Geschäftsführer gewohnt. „Vertrauen“ ist wie ein Produkt zu betrachten. Denn es entsteht nur dann, wenn vorher „investiert“ wurde und wenn die „Produktion“ funktioniert. Ohne Investition kein Return on Investment. Wer ist denn nun der Investor? Die Unternehmensführung!

Und Folgendes muss eine Unternehmensführung investieren, um die ersten Schritte in Richtung Vertrauenskultur zu gehen:
> Vorbildfunktion wahrnehmen, Vertrauen zeigen, Respekt fördern, als Mensch überzeugen.
> Erwartungen formulieren, Ziele vereinbaren, Überblick behalten, Ergebnisse durchsetzen.
> Offene Kommunikation leben, Information und Transparenz erreichen, Feedback geben.
> Mitarbeiter entwickeln, einbeziehen und zur Eigenständigkeit und Übernahme von Verantwortung anregen, Hemmnisse für Erfolg beseitigen.
>Priorität setzen, Ablenkungen nicht zulassen, zielbezogene Selbstdisziplin, Durchhaltevermögen beweisen.
> Betriebsrat nicht als Verhinderer, sondern als Unterstützer einbeziehen.

Wer dies alles nicht nur predigt, sondern vor allem durch Vorleben in die Tat umsetzt, investiert nicht nur; er produziert in gleicher Weise eine Vertrauenskultur.






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