Anzeige: Unser Handwerk : Elektronikerin Gina Sophie Johnsen: einzige Frau ihres Ausbildungsjahrgangs und Innungsbeste

Hat das Handwerk im Blut: Gina Sophie Johnsen ist frischgebackene Elektroniker-Gesellin.

Hat das Handwerk im Blut: Gina Sophie Johnsen ist frischgebackene Elektroniker-Gesellin.

„Ich mag keine Spinnen“, lacht die 21-jährige frischgebackene Elektroniker-Gesellin aus Rabenholz im Kreis Schleswig-Flensburg

julia voigt.JPG von
16. Mai 2021, 00:00 Uhr

Rabenholz | Wenn Gina Sophie Johnsen von ihrem Beruf als Elektronikerin erzählt, dann merkt man ihr schnell an, dass sie mit Herzblut bei der Sache ist. 21 Jahre ist sie jung und das handwerkliche Geschick ist der Angeliterin aus Rabenholz (Kreis Schleswig-Flensburg) schon in die Wiege gelegt worden. „Mein Vater ist Elektrotechniker “, erklärt sie. Nach einem Schulpraktikum ist ihr klar, dass auch sie Freude am Handwerk hat und bekommt dabei die Unterstützung ihrer Eltern. „Trotzdem haben sie mir dazu geraten erst einmal gut darüber nachzudenken“, erzählt sie mit einem Lachen im Gesicht. In der Nähe von Kappeln findet die damals 17-Jährige nach der Mittleren Reife einen Ausbildungsplatz.

Mir war von Anfang an klar, dass ich nicht ins Büro und lieber unterwegs sein will. Ständig auf einen Bildschirm zu gucken, ist nicht meins. Gina Sophie Johnsen, Elektroniker-Gesellin
 

Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung zur Elektronikerin für Energie und Gebäudetechnik. Dass sie im Betrieb mit 25 Mitarbeitern und in der Berufsschulklasse die einzige Frau ist, hat sie noch nie gestört. „Ich werde genauso behandelt wie meine Kollegen, also weder bevorzugt noch benachteiligt“, sagt sie selbstbewusst. Besonders viel Spaß hat Gina Sophie Johnsen, wenn es ums Programmieren und Planen der IT-Technik von Häusern geht. Auch die klassischen Arbeiten, wie das Schlitzen und Stemmen in Rohbauten, liegen ihr. „Das Thema Motorentechnik dagegen gefällt mir überhaupt nicht und auch die Fehlersuche mag keiner so gern“, stellt sie fest. Und ebenso durch Dachböden krabbelt die 21-Jährige nicht gern. „Ich mag keine Spinnen“, erklärt sie.

Gina Sophie Johnsen ist nicht nur die einzige Frau ihres Ausbildungsjahrgangs, sondern sie hat ihre Gesellenprüfung der Elektroinnung Schleswig-Eckernförde gleich noch als Innungsbeste abgeschlossen. Und das obwohl sie an allen drei Prüfungstagen „sehr nervös“ war. „Wenn man erst einmal angefangen hat, geht es“, stellt sie fest.

Anders als sonst wurden die Prüfungen coronabedingt einzeln und in getrennten Räumen abgenommen. „Von den anderen Prüflingen habe ich niemanden gesehen“, erzählt die 21-Jährige. Auch eine Freisprechungsfeier für die 30 frischgebackenen Gesellen wird es erst einmal keine geben. Den Gesellenbrief hat die Innungsbeste per Post bekommen. Jetzt will Gina Sophie Johnsen weiter als Gesellin arbeiten und dann vielleicht ihren Meister machen. „Wo genau der Weg hingeht, weiß ich noch nicht“, sagt sie gelassen.

Dieser Artikel ist nur einer von vielen, der am Freitag, den 7. Mai, in der Sonderbeilage „Unser Handwerk“ erscheint. Auf insgesamt 40 Seiten widmet sich das Magazin dem Handwerk im Raum Flensburg, Schleswig, Kappeln und Eckernförde. Das Themenheft wird von der Nord-Ostsee Sparkasse unterstützt. Ein Teil der Texte wird für alle sh:z-Leser unter shz.de/unser-handwerk veröffentlicht.
 
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