Anzeige: Unser Handwerk : Aus Spaß am Elektriker-Handwerk: Zwei Azubis und der Baustellen-Alltag

Paul Scholz (links) und Mattis von Possel sind mit ihrer Berufswahl glücklich. Beide werden zum Elektriker ausgebildet.

Paul Scholz (links) und Mattis von Possel sind mit ihrer Berufswahl glücklich. Beide werden zum Elektriker ausgebildet.

Mittendrin statt nur dabei sind die angehenden Elektriker Paul Scholz und Mattis von Possel.

julia voigt.JPG von
13. Mai 2021, 00:00 Uhr

Kreis Schleswig-Flensburg | Egal ob es noch stockdunkel und eisig kalt ist, jeden Morgen sitzt Paul Scholz aus Tetenhusen (Kreis Schleswig-Flensburg) pünktlich um 5.30 Uhr auf seinem Mofa. Gut 20 Minuten Fahrzeit hat er vor sich, bis der 17-Jährige an seinem Arbeitsplatz in Bergenhusen ankommt. Längst hat er sich an Wind und Wetter gewöhnt. „So komme ich immer hellwach an“, lacht der angehende Elektriker. Er ist jetzt im zweiten Lehrjahr und hat noch gut eineinhalb Jahre vor sich.

Mit ihm im Boot ist Mattis von Possel. Der 19-Jährige kommt mit dem Auto zur Arbeit und freut sich an Wintertagen über seine Sitzheizung. Auf beide wartet ein langer Tag. Schon um 7 Uhr morgens herrscht auf dem Firmengelände des Elektrounternehmens Hans Christian Langner reges Treiben. Die Werkstattwagen müssen gepackt und die Aufgaben verteilt werden. Seit ein paar Wochen steht das geplante Seniorenwohnheim der Diakonie Eckernförde oben auf der Liste. Noch ist das Gebäude im Rohbau und der Wind pfeift ordentlich durch die Gänge.

„Wenn’s richtig eklig ist, zieh ich drei Jacken übereinander und arbeite mich warm“, sagt Paul. Für Mattis und ihn heißt es dann den ganzen Tag lang stemmen, fräsen und schlitzen, um später die Leitungen verlegen zu können. Oft eine laute Angelegenheit, für die sie einen Hörschutz aufsetzen und die mitgebrachten Musikboxen lauter drehen. Wohin die Schächte kommen und wie lang sie sein müssen, hat der Geselle nach den Plänen der Bauherren schon vorher an den Wänden markiert. Anschließend geht es weiter mit Kabelverlegen und Dosenversenken.

Nichts geht über Teamwork

Zu Beginn der Ausbildung sind beide abends oft müde ins Bett gefallen. „Mittlerweile sind wir das körperliche Arbeiten gewohnt, das macht uns nichts mehr aus“, ist man sich einig. Auf den Baustellen haben die jungen Männer regelmäßig mit anderen Handwerkern zu tun. Absprachen wo welche Fenster und Türen hinkommen oder die Steckdosen und Schalter eingeplant sind, gehören dazu. „Meistens kommen wir alle gut miteinander aus“, findet Paul. Und für alle anderen Fällen haben sich die Azubi „ein dickes Fell“ zugelegt.

Jeden Morgen sieht Paul sich erst einmal die Baupläne an.
Julia Voigt

Jeden Morgen sieht Paul sich erst einmal die Baupläne an.

Ohnehin ist gerade Abstandhalten angesagt. Masken müssen im Freien auf der Baustelle keine getragen werden. Die erste Pause ist um 9 Uhr für 15 Minuten eingeplant. Um 12 Uhr wird eine halbe Stunde lang Mittag gemacht. Feierabend ist dann um 15.45 Uhr. Mit den Arbeitszeiten sind die Azubis zufrieden. „Dann hat man noch etwas vom Tag“, findet Mattis. Auch fühlen sie sich im Langner-Team sichtlich wohl. „Die sind alle cool hier, fast wie eine Familie“, so Paul und Mattis.

Das handwerkliche Geschick haben beide von ihren Vätern geerbt, die ebenfalls Elektriker von Beruf sind. Groß Bewerbungen schreiben mussten sie nach ihrem Mittlere-Reife-Abschluss nicht. Auch bekommen die beiden Azubis von ihrem Chef oft schon alleinige Verantwortung übertragen. „Ich finde gut, dass mir nicht ständig über die Schulter guckt wird“, sagt Mattis.

Bohren gehört mit zu den Aufgaben des Elektriker-Azubis.
Julia Voigt

Bohren gehört mit zu den Aufgaben des Elektriker-Azubis.

 

Berufsschule haben sie im Schleswiger Berufsbildungszentrum (BBZ). Coronabedingt muss allerdings seit einem Jahr im Homeschooling gelernt werden. „Ziemlich nervig, da uns der praktische Teil fehlt“, so Paul. Er hofft darauf, dass es bald wieder mit Unterricht in der Schule losgehen kann.

Die Arbeit ist abwechslungsreich und ständig am Schreibtisch sitzen wäre nichts für uns. Paul Scholz und Mattis von Possel, Auszubildende zum Elektriker
 

Paul und Mattis sind mit ihrer Wahl glücklich. „Die Arbeit ist abwechslungsreich und ständig am Schreibtisch sitzen wäre nichts für uns“, so beide unisono. Irgendwann wollen die Auszubildenden auch ihren Meistertitel machen. Doch vorher stehen im Mai die Zwischenprüfungen an. Nervös sind sie nicht. „Wir sind gut vorbereitet.“ Ihre Abschlussprüfungen machen sie dann im Januar 2023.

Dreieinhalb Jahre dauert im Regelfall die Ausbildung zum Elektriker. Bei besonders guten Noten kann auf drei Jahre verkürzt werden. Mittlere Reife, ein technisches und mathematisches Verständnis sollten Bewerberinnen und Bewerber gern mitbringen.

Dieser Artikel ist nur einer von vielen, der am Freitag, den 7. Mai, in der Sonderbeilage „Unser Handwerk“ erscheint. Auf insgesamt 40 Seiten widmet sich das Magazin dem Handwerk im Raum Flensburg, Schleswig, Kappeln und Eckernförde. Das Themenheft wird von der Nord-Ostsee Sparkasse unterstützt. Ein Teil der Texte wird für alle sh:z-Leser unter shz.de/unser-handwerk veröffentlicht.
 
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