325000 Euro aus Hochschulfonds : Standort mit Rückhalt in der Region und der Wirtschaft

Dreieinigkeit der Präsidenten: Prof. Werner Reinhart (v.l., Universität), Uwe Möser (IHK), Prof. Herbert Zickfeld (Fachhochschule) Foto: geissler
Dreieinigkeit der Präsidenten: Prof. Werner Reinhart (v.l., Universität), Uwe Möser (IHK), Prof. Herbert Zickfeld (Fachhochschule) Foto: geissler

Für 2012 schüttete Hochschulfonds 325 000 Euro aus, die Universität und Fachhochschule nützen

shz.de von
22. Januar 2013, 03:59 Uhr

Flensburg | Die Gräben sind Geschichte. Dort, wo sie aufbrachen, ist jetzt ein gemeinsamer Campus. "Völlig geräuschfrei" nennt Uni-Präsident Werner Reinhart die Zusammenarbeit der beiden Hochschulen, und Herbert Zickfeld, Präsident der Fachhochschule, bezeichnet sie gar als "Schwestern".

Die beiden teilen auch die Freunde: Vor über zwei Jahren, als die Landesregierung drohte, die wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge der Universität auslaufen zu lassen, "stand die Region wie ein Mann", blickt Uwe Möser zurück. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer erinnert daran, wie die IHK auf der Basis eines gemeinsamen Positionspapiers finanzielle Unterstützung einwarb. Seine Kammer und die Wirtschaftsinitiative Unternehmen Flensburg gründeten 2011 die gemeinnützige Unternehmergesellschaft "Hochschulförderfonds Flensburg" - mit dem Ziel, "den Hochschul-Standort Flensburg mit Universität und Fachhochschule zu fördern", erklärt Möser. Diesem sei man 2012 "ein erhebliches Stück näher gekommen". Rund 325 000 Euro verdanken beide Hochschulen im vorigen Jahr unter anderem der Prof.-Dr.-Petersen-Stiftung, der Pressestiftung Flensburg und dem Hochschulförderverein Wirtschaft. Davon profitieren im Einzelnen das Dr.-Werner-Jackstädt-Kompetenzzentrum, der Career-Service und die Ausstattung der gemeinsamen Hochschulbibliothek.

Das Ziel, bis 2020 eine Fördersumme von 1,6 Millionen Euro aufzubringen, werde "sehr wahrscheinlich deutlich früher erreicht werden können", sagt IHK-Präsident Möser voraus. Und um das verbindende zu unterstreichen, schlägt er als alternativen Ausdruck zur Europa-Universität Europa-Campus vor.

Für Herbert Zickfeld zählt vor allem auch der "symbolische Wert" der Zuwendung durch den Hochschulfonds. "Er zeigt den engen Schulterschluss zwischen Wissenschaft und Wirtschaft", sagt Zickfeld und plädiert dafür, sich nach Norden zu orientieren und die gesamte Region als deutsch-dänischen Wissenschafts- und Wirtschaftsraum zu sehen. Nur diese Chance gebe es in einem, ja zwei strukturschwachen Regionen.

Klaus-Jürgen Wichmann, stellvertretender Vorsitzender der Petersen-Stiftung, wenngleich aus Kiel angereist, weiß das Geld in Flensburg "in guten Händen". Und die Europa-Campus-Idee adelt er "als gar nicht schlecht". Uwe Möser nimmt das augenzwinkernd als Kompliment im wenig überschwenglichen Norden.

Uni-Präsident Werner Reinhart schweben weitere gemeinsame Forschungszentren vor, die auf die Kooperation beider Hochschulen und mit der Region bauen. Europa und Medien nennt er unter anderem als Themen. Sollte sich die Gelegenheit bieten, die "Wirtschaftspädagogik nach Flensburg zu holen", setzt er ebenfalls voll auf das Engagement der Fachhochschule. Dass es erneut einer "beispielhaften Solidaritätsaktion" bedürfen könnte, kann Werner Reinhart nicht ausschließen. Vage deutet er an, dass sie über die Dimensionen wie beim "Angriff von vor zwei Jahren hinaus" gehen könnte. Mit Blick auf die "Überlegungen zur Reform der Lehrer-Ausbildung fordert Uwe Möser: "Es darf keine Schwächung dieses Standorts geben."

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