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Regeln für mehr Kreativität im Team

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Statt sprudelnder Ideen herrscht oft Stille in der Konferenz / Mit kleinen Tricks kommen die guten Einfälle

shz.de von
erstellt am 28.Mär.2015 | 03:16 Uhr

Keine komplizierten Techniken und keinerlei Zubehör: Brainstorming ist beliebt, weil es so einfach umzusetzen ist. Alle aus einem Team kommen an einen Tisch, ein Moderator nennt Stichworte oder stellt Fragen und alle sagen spontan, was ihnen dazu einfällt. Das klingt einfach, doch nicht selten holpert es bei der Umsetzung. Stimmt das Umfeld oder die Stimmung zwischen den Teilnehmern nicht, fällt das kreative Denken schwer.

>Regel 1 – Spielregeln aufstellen: Die Ideen sprudeln lassen, kreativ sein und offen sprechen: Das kann nur funktionieren, wenn sich Teilnehmer wohlfühlen und gegenseitig mit Respekt behandeln. „Es muss klar sein, dass jede Idee willkommen ist“, sagt Business Coach Janne Klöpper aus Hannover. Bei Gruppen mit sehr starken Hierarchien kann es daher sinnvoll sein, zunächst Spielregeln aufzustellen. Die Wichtigste: Jeden ausreden lassen – und den anderen zuhören. Oft sind Arbeitnehmer in Gedanken schon beim nächsten Stichwort der Brainstorming-Runde. Um Kritik, ablehnende Gesten oder Lacher zu vermeiden, hilft die grundsätzliche Absprache, dass Mitarbeiter vorgetragene Ideen nicht bewerten dürfen.

>Regel 2 – Aufwärmen: Der eine hatte ein stressiges Telefonat, der andere kommt gehetzt von einem Kundentermin: Damit Kollegen vom Arbeitsalltag abschalten und den Kopf freihaben, empfiehlt Kreativ-Coach Petra Hennrich aus Wien ein Warm-up. Der Start ins kreative Denken gelingt etwa mit einer Variation des Klassikers Stadt-Land-Fluss. „Setzen Sie statt Länder, Städte und Flüsse zum Thema passende Kategorien und spielen Sie ein paar Runden“, rät Hennrich. Dieser lockere Zugang beseitigt Stress und Anspannung und setzt den kreativen Prozess im Kopf in Gang.

>Regel 3 – Hemmschwellen senken: Nicht immer herrscht in Gruppen eine vertrauliche Atmosphäre. Wenn die Teilnehmer sich nicht kennen oder der Vorgesetzte mit in der Runde sitzt, besteht das Risiko, dass manche Ideen aus Zurückhaltung nicht vorgetragen werden. Bei Teams mit Vorbehalten empfiehlt Kommunikationscoach Frauke Nees, dass Mitarbeiter ihre Ideen zunächst im Stillen aufschreiben. Dafür bekommt jeder ein paar Minuten Zeit. Danach können die Notizen eingesammelt und neu verteilt werden – jeder trägt nun die Ideen eines anderen vor. Oder man bildet Zweier-Teams und lässt die Teilnehmer ihre Ideen erstmal im Kleinen vortragen.

>Regel 4 – Pausen machen: Kopfblockade, Leerlauf, Nullrunde – wenn die Ideen ins Stocken geraten, rät Petra Hennrich eine Pause von 10 bis 15 Minuten Länge zu machen. „Die besten Einfälle kommen meist erst in einer zweiten Brainstorming-Welle.“ Wichtig sei, die Pausen so zu gestalten, dass Teilnehmer sich bewegen müssen. „Stellen Sie Getränke und Essen in einen anderen Raum oder schicken Sie die Teilnehmer auf einen kleinen Spaziergang.“

>Regel 5 – Den Prozess leiten: „So, dann macht mal“ – nach dieser Devise kommt der kreative Prozess nicht in Gang. In der Regel brauchen Gruppen einen Moderator, der den Prozess am Laufen hält. Die Aufgaben des Leiters? Die Gruppe lenken, sehr wortstarke Teilnehmer etwas zurücknehmen und die Introvertierteren ermutigen, auch etwas zu sagen, erläutert Klöpper. Ganz wichtig dabei: Erkennen, wenn Störungen auftreten. Das gilt etwa, wenn Vorschläge abgewertet oder gleich kritisiert werden. Hier ist es Aufgabe des Moderators, gezielt nachzufragen, was los ist. „Oft kann man die Angelegenheit direkt klären.“ Möglicherweise steckt nur ein Missverständnis dahinter.  

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