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Stellen-Special : Realitätstest für den eigenen Traumjob

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Erste Berufsluft schnuppern – und die eignen Vorstellungen überprüfen. Dies bietet ein Praktikum in einem Betrieb.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2015 | 08:00 Uhr

Zwei Wochen Berufsluft schnuppern – irgendwann ab der achten Klasse steht das erste Praktikum an. Und das ist weit mehr als nur eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag. Mit der richtigen Betriebswahl können Jugendliche erste berufliche Weichen stellen. Raum für Späße bietet die Planung des ersten Praktikums genug: Jungen scherzen mit einer Bewerbung beim Porschehändler, Mädchen schwärmen von zwei Schminkwochen bei der Kosmetikerin. „Solche Praktika machen sicher Laune, bringen aber bei der Berufswahlfrage nicht wirklich weiter“, sagt Karin Weyler, Berufs-Coach aus Burgwedel.

Mit einem Praktikum sammeln Jugendliche erste Eindrücke von der Berufswelt – und können eigene Vorstellungen überprüfen: „Viele Jugendliche haben von ihrem vermeintlichen Traumjob Bilder im Kopf, die nicht immer der Realität entsprechen“, sagt Beate Jacobsen vom Bildungsbüro im Landkreis Ludwigsburg.

In einem Praktikum können Schüler unter echten Bedingungen sehen, was der Beruf erfordere. Und zwar im Positiven wie auch im Negativen: Manche Schüler merkten schon im ersten Praktikum, dass ihr vermeintlicher Traumjob eigentlich doch nicht ihr Ding ist, andere sind hellauf begeistert und bestärkt in ihrer Idee.

Doch was tun, wenn man noch gar nicht weiß, was man werden will und machen möchte? Daniela Wölfert rät Schülern, sich inspirieren zu lassen: „Fragt bei Freunden und euren Eltern, welches Praktikum sie sich für euch vorstellen können“, sagt die Verantwortliche für die Berufsorientierung an der niedersächsischen Grund- und Oberschule in Neuenkirchen. Hilfreich kann auch ein Besuch bei der Berufsberatung oder ein Blick in die regionalen gelben Seiten sein.

Beate Jacobsen hat für die Berufsorientierung das Internetportal „Wegweiser Beruf“ entwickelt: „Wir haben dort ganz viele Informationen und Videos zu einzelnen Berufen gebündelt und verlinkt, so dass Jugendliche sich einen Überblick verschaffen können.“ Denn: Unter vielen Berufsbezeichnungen können sich Mädchen und Jungen gar nichts vorstellen.

Doch auch wenn die Praktikumswahl kein Erfolg war, sei die gesammelte Erfahrung nicht vergebens: „Dann weiß man wenigstens schon mal, was man nicht werden möchte und welche beruflichen Anforderungen nicht dem eigenen Profil entsprechen“, sagt Wölfert. Durch diesen Negativausschluss können Jugendliche dann für das nächste Praktikum neu und gezielter planen.

Ein besonders positiver Nebeneffekt des Praktikums ist, dass viele Schüler die Schule danach mit ganz anderen Augen sehen: „Wir erleben oft, dass besonders bei Schülern, die in der Schule nicht die besten Noten haben und deshalb gefrustet sind, im Praktikum richtige Aha-Effekte einsetzen“, sagt Jacobsen. Vor allem durch praktische Tätigkeiten wie zum Beispiel im Handwerk würden die Schüler sich ihrer Stärken bewusst.

Um den Wunsch-Praktikumsplatz zu bekommen, empfehlen alle Experten, sich möglichst frühzeitig zu kümmern. „In der Regel sind die Praktikatermine schon ein Jahr im Voraus bekannt“, sagt Wölfert. Dann gelte es, sich mit einer Bewerbungsmappe vorzustellen, am besten persönlich.

Ausfragen und ausprobieren

Nach der Schule sind sich viele Abiturienten über ihre Zukunftspläne noch unsicher. Wer nicht weiß, ob er studieren soll, was er studieren soll oder welcher Beruf generell infrage kommt, kann drei Tipps beherzigen. Sie kommen vom Studienkompass, einer Initiative der Accenture-Stiftung, der Deutsche Bank Stiftung und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft.

Studiengänge ausprobieren: Gut ist, sich mit Studierenden der jeweiligen Studiengänge auszutauschen und sie einmal zu Veranstaltungen zu begleiten. Die meisten Hochschulen listen auf ihrer Webseite Ansprechpartner und Angebote speziell für Abiturienten auf.

Berufe kennenlernen: Von außen ist schwer ersichtlich, ob ein Beruf einem tatsächlich liegt. Hier helfen Praktika, Ferienjobs oder ein ehrenamtliches Engagement.

Brückenjahr: Bringt auch das Hineinschnuppern in Studiengänge und Berufe den Abiturienten nicht weiter, hilft vielleicht ein Brückenjahr. Das kann zum Beispiel mit einem freiwilligen sozialen Jahr oder einem Au-Pair-Aufenthalt gefüllt werden. So lernt man Neues kennen und hat nachher womöglich konkrete Pläne, was das Studium oder den Jobwunsch angeht.

Die kostenlose Broschüre „Fit für die Zukunft“ des Förderprogramms Studienkompass erhalten Jugendliche per E-Mail an studienkompass@sdw.org oder als Download auf www.studienkompass.de/zukunft 

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