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Gastronomie-Fachkräfte : Profi-Gastgeber kommen weltweit zum Einsatz

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Arbeiten, wenn andere frei haben, immer freundlich und zuvorkommend sein, körperlich ständig gefordert werden - ein Job in der Hotellerie oder Gastronomie ist anstrengend. Doch wer gerne mit und für Menschen arbeitet, kommunikativ, engagiert und flexibel ist, für den bietet das Gastgewerbe vielfältige Möglichkeiten und Karrierechancen - und das nicht nur in Deutschland.

shz.de von
erstellt am 25.Aug.2012 | 10:25 Uhr

Mit ihrem gewinnenden Lächeln und ihrer souveränen Art nimmt Stefanie Boy den Gast schon bei der ersten Begegnung für sich ein. Die Auszubildende zur Hotelkauffrau im zweiten Lehrjahr reist leidenschaftlich gerne und möchte später einmal im Ausland arbeiten. "Eine Ausbildung in der Hotelbranche ist zukunftsträchtig. Wir werden überall gebraucht und nie durch Maschinen ersetzt werden", sagt die 17-Jährige mit einem Augenzwinkern.
Während der Schulzeit absolvierte die Realschülerin ein Praktikum in der Hotelbranche und merkte sofort - das ist es. "Service und Rezeption machen mir besonders Spaß. Dort habe ich den direkten Kontakt zum Gast", erzählt sie. Ihr Azubi-Kollege Stefan Fedde entschied sich nach der mittleren Reife für eine Lehre als Koch. "Ich habe schon als Kind gerne gekocht und wollte das dann auch beruflich machen", so der 17-Jährige aus dem schleswig-holsteinischen Owschlag. Auch seine Pläne reichen schon über die Ausbildungszeit hinaus. "Nach meinem Abschluss möchte ich Lebensmitteltechnik studieren und Lebensmittelkontrolleur werden", sagt er selbstbewusst.
Stefanie Boy und Stefan Fedde sind zwei von derzeit fast 90.000 Auszubildenden im Hotel- und Gaststättengewerbe. Allein über eine Million Beschäftigte sind in dem Wirtschaftszweig tätig, der das Rückgrat der deutschen Tourismusbranche ist. In Schleswig-Holstein lebt jeder Fünfte direkt oder indirekt vom Tourismus. Damit dies so bleibt, wird ständig guter Nachwuchs gesucht. Für das am 1. September beginnende Ausbildungsjahr ist fast ein Drittel der angebotenen Lehrstellen in Schleswig-Holstein noch unbesetzt.
Soft Skills sind entscheidend
"Wer eine Ausbildung in einem der sechs Berufe des Gastgewerbes machen möchte, sollte mindestens einen guten Hauptschulabschluss mitbringen. Mittlere Reife oder Abitur und Fremdsprachenkenntnisse sind vor allem bei Hotelfachleuten gerne gesehen", erklärt Martina David, Vorsitzende des Landesausschusses für Berufsbildung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (DEHOGA), Landesverband Schleswig-Holstein. "Noch wichtiger als gute Schulnoten sind allerdings die so genannten Soft Skills. Angehende Fachleute fürs Gastgewerbe müssen kommunikativ, aufgeschlossen, flexibel und engagiert sein. Werte wie Sorgfalt, Pünktlichkeit und Fleiß spielen in unserer Branche eine sehr große Rolle", so David weiter.
Ob eine Ausbildung im Gastgewerbe die richtige Wahl sein könnte, sollten angehende Azubis am besten in einem Praktikum prüfen. Für viele Betriebe gehört dieses sogar zu den Einstellungsvoraussetzungen und manchmal folgt auf ein erfolgreiches Praktikum auch das Angebot einer Lehrstelle. Zwischen sechs Ausbildungsberufen können die angehenden Profi-Gastgeber wählen: Hotelfachleute, Hotelkaufleute, Restaurantfachleute, Koch, Fachkraft für Systemgastronomie oder Fachkraft im Gastgewerbe. Als Fachkraft im Gastgewerbe lernen die Jugendlichen nur zwei Jahre, können sich später dann weiter qualifizieren, für alle anderen Berufe wird drei Jahre lang im dualen System, also in einem Betrieb und in der Berufsschule, ausgebildet.
Die Vergütung beträgt in Schleswig-Holstein je nach Lehrjahr und Ausbildungsberuf zwischen 440 und 670 Euro. "Wer seine Ausbildung im Gastgewerbe erfolgreich abschließt, dem stehen viele Türen offen. Ob auf einem Kreuzfahrtschiff, in der Kantine eines Seniorenwohnheims, in einem Landgasthaus oder Fünf-Sterne-Hotel, ob in Deutschland, Spanien oder Dubai - die Möglichkeiten im Gastgewerbe sind vielfältig", erklärt Martina David. "Was zählt, sind gute Leistungen und ein hohes Engagement." Auch die Tätigkeit in einer anderen Branche ist möglich, denn gute Leute aus dem Gastgewerbe werden beispielsweise auch am Empfang von Autohäusern oder als Konferenzmanager in Konzernen eingesetzt.
Bereits während der Lehrzeit gibt es für begabte Jugendliche Möglichkeiten der Förderung, zum Beispiel über GASTRO, den DEHOGA-Bildungsverein Schleswig-Holstein. Er ist Träger der Landesjugendmeisterschaften im Gastgewerbe und von Initiativen wie der Begabtenförderung "Butter bei die Fische!". Mit guten Referenzen und entsprechender Weiterbildung können Fachleute im Gastgewerbe die Karriereleiter schnell emporklettern.
Die Industrie- und Handelskammern bieten berufsbegleitend die Qualifizierung zum Meister im Gastgewerbe oder den Abschluss als Fachwirt im Gastgewerbe. Letztere vermittelt vor allem kaufmännische Kenntnisse und bereitet auf eine Tätigkeit im mittleren Management vor. An einer der deutschlandweit 30 Hotelfachschulen, darunter die Hotelfachschule zu Lübeck, können sich Fachleute des Gastgewerbes in vier Semestern Vollzeit zum Staatlich geprüften Betriebswirt Fachrichtung Hotel- und Gaststättengewerbe weiterbilden. Für Lernfreudige bieten sich darüber hinaus zahlreiche Studiengänge im Tourismus oder speziell im Hotelmanagement an.

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