zur Navigation springen

Arbeitsschutz beachten : Mitbestimmung bei Bildschirmarbeit eingeschränkt

vom

Richtet der Arbeitgeber Arbeitsplätze mit Bildschirmen ein, muss er darauf achten, dass sie gesundheitsgerecht sind. Dazu gehört, dass die Qualität der Bildschirme und die Ergonomie passen. Der Betriebsrat darf mitbestimmen - innerhalb gewisser Grenzen.

shz.de von
erstellt am 03.Jul.2017 | 10:08 Uhr

Der Betriebsrat kann mitbestimmen, wenn ein Arbeitgeber Arbeitsplätze mit Bildschirmen ausstattet. Vorausgesetzt, es geht um Maßnahmen mit einem gewissen Handlungsspielraum.

Eine vorherige Gefährdungsbeurteilung, die sonst zentrales Element bei der Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen ist, sei in diesem Fall allerdings nicht zwingend nötig. Darauf weist der Bund-Verlag hin und bezieht sich auf eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichts (LAG) Niedersachsen (Az.: 13 TaBV 109/15). Denn der Arbeitgeber kann auch über andere Wege Erkenntnisse über die geeigneten Maßnahmen sammeln - etwa durch Mitarbeiterbefragungen, Arbeitsplatzbegehungen oder anhand von technischen Normen.

Erbringen Arbeitnehmer im Betrieb eines Kunden beispielsweise IT-Dienstleistungen, ist ihr Chef nicht für die Umsetzung der Bildschirmverordnung im Kundenbetrieb zuständig (Paragraf 4, Abs. 1). Er kann nicht dazu verpflichtet werden, dass Arbeitsmittel und -umgebung den Anforderungen entsprechen, die er mit dem Betriebsrat für den eigenen Betrieb vereinbart hat.

Der Arbeitgeber des Kundenbetriebs muss sich selbstständig darum kümmern. Aus dem Arbeitsschutzgesetz (Paragraf 8 Abs. 1) ergibt sich, dass er bei entsprechenden Gesundheitsmaßnahmen zu einer engen Abstimmung und Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat verpflichtet ist. Denn entscheidend ist, dass die Gesundheit der Beschäftigten nicht gefährdet wird.

Die Bildschirmarbeitsverordnung wurde vor kurzem in die Arbeitsstättenverordnung integriert.

LAG Niedersachsen: Rechtsprechung

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert