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Beruf & Karriere

20. Oktober 2017 | 22:32 Uhr

Mit Starkstrom auf Du und Du

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Elektroniker für Betriebstechnik: Zu wenig Bewerber für einen abwechslungsreichen Beruf mit Verantwortung und Zukunft

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Sie kümmern sich um die Straßenbeleuchtung und ermöglichen unsere Energieversorgung. Früher hieß ihr Beruf Starkstromelektriker, dann Energieanlagenelektroniker, und seit sechs Jahren ist es der Elektroniker für Betriebstechnik. So wie der Name, veränderte sich der Beruf – dabei wurde er immer anspruchsvoller.

Heute müssen Elektroniker elektrische Bauteile, Anlagen und moderne Gebäudesysteme installieren können. Sie warten und modernisieren diese und beseitigen Störungen. Dafür braucht es technisches Geschick aber auch Programmierkenntnisse und die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte verstehen und verständlich machen zu können: Bei der Übergabe von Anlagen weisen sie die zukünftigen Anwender in der Bedienung ein. Sie arbeiten in Werkhallen, Werkstätten und auch in Kraftwerken. Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Das Einkommen liegt im 1. Ausbildungsjahr zwischen 779 und 831 Euro, im letzten Ausbildungshalbjahr sind es 947 bis 1006 Euro. Ein Ausgelernter Elektroniker startet für gewöhnlich mit rund 2300 Euro Brutto ins Berufsleben.

Um die Ausbildung beginnen zu können, ist kein Abschluss vorgeschrieben – eingestellt werden aber hauptsächlich Auszubildende mit Realschulabschluss. Gefragt sind neben handwerklichen Fähigkeiten und Interesse an Technik auch grundsätzliche Dinge, wie Sozialkompetenz, Teamfähigkeit und Durchhaltevermögen. „Mit Mathe sollte man nicht auf Kriegsfuß stehen“, sagt Eckard Hansen. Seit 1989 ist er bei den Stadtwerken und inzwischen deren Ausbildungsleiter.

Insgesamt gibt es aber zu wenig Bewerber: Nach Zahlen der Agentur für Arbeit kamen in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr auf 665 freie Plätze nur 369 Bewerber. In der letzten Bewerbungsrunde bei den Stadtwerken Flensburg waren es bei acht freien Plätzen aber 20 Bewerber. „Das Angebot vergleichbarer Berufe ist sehr groß“, sagt Hansen. Er berichtet davon, dass einige Bewerber falsche Vorstellungen vom Beruf hätten: „Beim Elektroniker ist mehr der Handwerker gefragt, nicht der Programmierer“, sagt Hansen. Der Anteil von rechnergestützten Arbeitsprozessen nehme zwar zu, Elektroniker müssten aber auch zupacken können.

Bei den Stadtwerken setzt man daher auf frühzeitige Aufklärung: Beim Jobwatching, einem Tag der offenen Tür, stellen Auszubildende sich und ihre Tätigkeit vor. So können sich Schüler frühzeitig informieren.

Für Elektroniker sieht die Zukunft durchweg rosig aus: Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, ein Maschinenbau- oder Elektrotechnikstudium anzuschließen. Gerade im Norden ist auch die Windenergiebranche auf der Suche nach zukünftigen Elektronikern.

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