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Beruf & Karriere

18. Dezember 2017 | 14:02 Uhr

Mit Kunden nur Deutsch sprechen?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 14.Mär.2015 | 02:26 Uhr

Fast 190 Nationalitäten leben in Schleswig-Holstein, mehr als 350  000 Menschen haben einen Migrationshintergrund – jeder achte Bewohner des Landes.

Dass nicht alle von ihnen perfekte Deutschkenntnisse haben, ist selbstverständlich. Mangel an Sprachkenntnissen und als Folge Unsicherheit bedrückt diese Bürger häufig. Die Folge: Sie trauen sich nicht in ein Restaurant oder in ein Textilgeschäft. Um diese Kundschaft dann doch zu gewinnen, stellen viele Unternehmen weitblickend mehrsprachiges Personal ein. Und die Internetseiten von Unternehmen „sprechen“ auch nicht nur Deutsch.

Eher selten ist die umgekehrte Situation. Beispielsweise in einem kleinen Unternehmen im Kreis Schleswig-Flensburg. Der Arbeitgeber wies seinen einzigen Mitarbeiter an, mit den Kunden ausschließlich Deutsch sprechen. Der Mitarbeiter stammt aus einer ehemaliger Sowjetrepubliken und spricht auch Russisch, die Kundschaft ist teils auch aus der Ex-UdSSR. „Mein Arbeitgeber mag keine Fremdsprachen“, erklärt der Osteuropäer.

„So etwas höre ich zum erstem Mal in meiner 25-jährigen Berufskarriere bei der Gewerkschaft“, sagt die stellvertretende Landesbezirksleiterin von Verdi Nord, Conny Töpfer. Die Frage, in welcher Sprache mit den Kunden zu kommunizieren sei, sei gesetzlich nicht geregelt. „Aber wenn der Arbeitnehmer mehrere Sprache kennt, kann das dem Arbeitgeber nur helfen“, betont Töpfer. In den größeren Firmen sei diese Frage ein Thema für den Betriebsrat. Und wenn es sich um ein kleines Privatunternehmen handelt, müsse der Arbeitnehmer versuchen, seinen Arbeitgeber zu überzeugen, dass seine Sprachkenntnisse Profit bringen können.

„Der Arbeitgeber muss sein Verhalten überdenken, ob es tatsächlich richtig ist“, empfiehlt Conny Töpfer.


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