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Beruf: Steuerfachangestellter : Mit Biss in eine krisenfeste Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Steuerfachangestellte haben einen anspruchsvollen Beruf mit sehr guten Perspektiven.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Junge Menschen mit Branchenaffinität und Biss haben gute Chancen, einen der begehrten Plätze für die Ausbildung zum Steuerfachangestellten zu bekommen. Erst kürzlich hat eine bundesweite repräsentative Umfrage der Bundessteuerberaterkammer die große Ausbildungszufriedenheit unter Steuerfachangestellten belegt. Kein Wunder, denn dieser Beruf hat viel zu bieten. Er ist krisenfest und zukunftssicher und ermöglicht gleichzeitig selbstbestimmtes Arbeiten. Außerdem ist er abwechslungsreich und anspruchsvoll.

Die Nachfrage nach Steuerberatungsleistungen ist bei dem bekanntermaßen außerordentlich komplexen und komplizierten deutschen Steuerrecht weiterhin ungebrochen. 91.248 Steuerberater, Kanzleien und Steuerbevollmächtigte weist die Berufsstatistik per 1. Januar 2013 aus und somit 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Folglich steigt auch der Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs.

Dies und generell die Attraktivität des Berufes scheinen viele junge Menschen zu erkennen, denn auch die Zahl derer, die sich zum Steuerfachangestellten ausbilden lassen, wächst kontinuierlich. Waren per Dezember 2011 bundesweit noch 17.125 Ausbildungsverhältnisse zum Steuerfachangestellten registriert, so sind es ein Jahr später bereits 17.450 Ausbildungsverhältnisse. 

Wenn jemand den Beruf des Steuerfachangestellten ergreifen möchte, ist ein qualifizierter Schulabschluss eine unabdingbare Voraussetzung, beispielsweise ein guter Realschulabschluss. Bewerber mit Abitur, Fachhochschulreife oder Absolventen eines kaufmännischen Berufskollegs sind besonders gefragt. Angehende Steuerfachangestellte sollten mindestens ein Grundverständnis, vielleicht sogar eine gewisse Affinität für wirtschaftliche Zusammenhänge sowie Interesse an steuerlichen und rechtlichen Fragen mitbringen und keine Angst vor Gesetzes- und Fachtexten haben.

Aber sie haben auch viel mit Menschen zu tun. Dafür benötigen sie neben gutem Einfühlungsvermögen auch gewisse kommunikatorische Fähigkeiten, um sich auf die unterschiedlichsten Kunden und deren Wünsche einstellen und sie qualifiziert und individuell beraten zu können. Steuerfachangestellte unterstützen die Steuerberater bei der steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Beratung der Mandanten. Sie sind unter anderem befasst mit Fragen der Lohn- und Gehaltsabrechnung, helfen bei der Finanzbuchführung und der Vorbereitung von Jahresabschlüssen für Unternehmen. Sie sind beteiligt an der Erstellung von Steuererklärungen und der Prüfung von Bescheiden des Finanzamts. Ob Industrie, Handel, Handwerk, Freiberufler oder Privatpersonen, sie alle nehmen die Dienste von Steuerberatern in Anspruch. Schon die Vielfalt der Bereiche, aus denen die Mandanten kommen, macht die tägliche Arbeit abwechslungsreich und spannend. Des Weiteren können grenzüberschreitende Aufgabenstellungen eine Rolle spielen, die neben fachlichen Qualifikationen auch Fremdsprachenkompetenz erfordern. Darüber hinaus sind Steuerfachangestellte auch in Steuerabteilungen von Unternehmen gesuchte Experten.

Die Ausbildungsdauer beträgt grundsätzlich drei Jahre. Sie kann unter bestimmten Voraussetzungen - beispielsweise bei vorliegender Hochschul- oder Fachhochschulreife - verkürzt werden. Prinzipiell arbeiten die Auszubildenden in einer Steuerberaterpraxis. Parallel dazu besuchen sie an ein bis zwei Tagen in der Woche die Berufsschule und verknüpfen so den Wissenserwerb in Theorie und Praxis. Schwerpunkte der Ausbildung sind die Fachgebiete Steuer- und Rechnungswesen, Betriebswirtschaft und Wirtschaftsrecht. Der Umgang mit branchenspezifischer Software gehört ebenfalls zum vielseitigen Ausbildungsspektrum. Außerdem lernen die Azubis die verschiedenen Steuerarten kennen und beschäftigen sich mit Buchführungs- und Bilanzierungsvorschriften. Die Ausbildungsvergütung richtet sich unter anderem nach dem Niveau der Lebenshaltungskosten und ist - wie Löhne und Gehälter auch - von Region zu Region unterschiedlich. Genaue Auskünfte erteilen die zuständigen Steuerberaterkammern.

Nach der Ausbildung, der bestandenen Prüfung und einer dreijährigen Berufstätigkeit als Steuerfachangestellter kann dann die nächste Herausforderung in Angriff genommen werden: die Fortbildungsprüfung zum Steuerfachwirt. Damit wäre zugleich der erste Schritt in Richtung Steuerberater getan. Denn als Steuerfachwirt mit insgesamt siebenjähriger Berufstätigkeit auf dem Gebiet des Steuerwesens kann man zu der sehr anspruchsvollen Steuerberaterprüfung zugelassen werden. Wird diese schließlich bestanden, steht der beruflichen Selbstständigkeit als Steuerberater nichts mehr im Wege.

An einer Karriere in der Steuerbranche interessierte Jugendliche finden im Internet unter www.mehr-als-du-denkst.de ein umfangreiches Informationsangebot der Bundessteuerberaterkammer (BStBK), das noch ausführlicher zum Berufsbild Auskunft gibt. Die darin enthaltene Online-Börse mit aktuellen Ausbildungsplatz- und Praktikumsangeboten ermöglicht die gezielte Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz im eigenen Bundesland oder bundesweit. Zusätzlich besteht für Bewerber die Möglichkeit, online ein Ausbildungsplatzgesuch zu veröffentlichen.
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