Nordfriisk Instituut : Minderheiten als Seminar-Thema

Erstmals an der Uni: Hans Heinrich Hansen, Präsident der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (li.), mit Thomas Steensen.  Foto: sh:Z
Erstmals an der Uni: Hans Heinrich Hansen, Präsident der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (li.), mit Thomas Steensen. Foto: sh:Z

Die nationalen Minderheiten in Deutschland sorgen für Vielfalt. Diese Erkenntnis gewannen 35 Studierende der Uni Flensburg in einer Lehrveranstaltung.

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15. Februar 2011, 11:43 Uhr

FLENSBURG | Die nationalen Minderheiten in Deutschland sorgen für Vielfalt. Diese Erkenntnis gewannen 35 Studierende der Uni Flensburg in einer Lehrveranstaltung, die Professor Thomas Steensen, Direktor des Nordfriisk Instituut in Bredstedt, leitete. Dabei lernten sie die Thematik nicht nur theoretisch kennen, sondern kamen auch mit prominenten Vertretern der Minderheiten ins Gespräch.

Zum ersten Mal zu Gast in einer Lehrveranstaltung war Matthäus Weiß aus Kiel, seit 30 Jahren Vorsitzender der Sinti und Roma in Schleswig-Holstein. Betroffen hörten die Studierenden zu, als er von der Ermordung der "Zigeuner" in der Zeit des Nationalsozialismus berichtete, der mehrere seiner Angehörigen zum Opfer fielen. Seine Familie ist seit drei Jahrhunderten in Schleswig-Holstein ansässig. Als "Kieler Sprotte" spricht er neben dem Romanes auch Plattdeutsch.

Erstmals an der Uni zu Gast war auch Hans Heinrich Hansen, der Präsident der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV). Dass diese Minderheiten-Organisation in Flensburg ansässig ist, war den meisten Studierenden unbekannt. Die kulturelle Vielfalt des "alten Kontinents" zu erhalten, bezeichnete Hansen als wichtigstes Ziel der FUEV.

Die Studierenden besuchten auch Einrichtungen der dänischen Minderheit und der Nordfriesen. Die Sorbin Susann Schenk stand ebenfalls als Gesprächspartnerin zur Verfügung. Eine lebhafte Diskussion führten die Studierenden mit Thede Boysen, Leiter des Minderheitensekretariats in Berlin. In den Semesterferien stehen nun Interviews mit Minderheitenangehörigen auf dem Programm.

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