Smartphone und Social Media im Job : Karrierekiller oder kein Problem? Knigge-Regeln für das Handy am Arbeitsplatz

Gern gesehen, aber keine Pflicht: Ein Unternehmen darf seinen Angestellt nicht vorschreiben, sich mit dem privaten Profil positiv über den Arbeitgeber zu äußern.

Gern gesehen, aber keine Pflicht: Ein Unternehmen darf seinen Angestellt nicht vorschreiben, sich mit dem privaten Profil positiv über den Arbeitgeber zu äußern.

Der Chefin eine Freundschaftsanfrage schicken und während der Arbeit mit dem privaten Handy telefonieren – ist das in Ordnung? Einige Tipps zum richtigen Umgang mit dem Smartphone und Social Media im Job.

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21. Oktober 2018, 05:15 Uhr

Das Smartphone während der Arbeit nutzen

Ein kurzes Telefonat, die ein oder andere WhatsApp-Nachricht oder mal eben den Instagram-Feed checken – das wird schon niemanden stören! Vielleicht doch: Denn in vielen Betrieben ist die Nutzung des privaten Handys während der Arbeitszeit verboten. Dann sollte man das Smartphone besser ausschalten und weglegen. „Auch in gemeinsamen Pausen steht es der Kommunikation im Weg und kann so manchen Chef sauer machen“, meint Knigge-Expertin Susanne Beckmann. Bestimmt gibt es hierbei auch Ausnahmen, wenn zum Beispiel jemand mal einen wichtigen Anruf erwartet – laute Privatgespräche haben aber im Büro nichts verloren.

Ist es in Ordnung das Smartphone zu benutzen, sollte man aber den Klingelton möglichst leise stellen, Gespräche und Chatten auf ein Minimum und begrenzen und das Gerät nicht auf den Tisch legen, sondern in die Jacken- oder Hosentasche stecken.

Darf der Chef bestimmen, was man bei Facebook und Co. postet?

„Wir haben einen neuen Facebook-Post, bitte alle auf ‚Gefällt mir‘ klicken!“ Darf der Chef solche Vorgaben machen? Oder entscheidet man selbst, was was man in Social Media postet – und ob man überhaupt dort Mitglied ist? In der Regel darf der Chef solche Vorgaben nicht machen, sagt Peter Meyer, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein.

Man weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Spaß es machen kann, in den Profilen anderer Personen zu stöbern. Darum gilt: Augen auf bei den eigenen Inhalte im Social Web!
Unsplash, Katka Pavlickova

Man weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Spaß es machen kann, in den Profilen anderer Personen zu stöbern. Darum gilt: Augen auf bei den eigenen Inhalte im Social Web!

 

Denkbar sei zwar, dass der Arbeitgeber im Arbeitsvertrag einen Kodex für das Verhalten in sozialen Netzwerken vorgibt – vor allem bei Social-Media-Managern oder Marketing-Experten, bei denen die Netzwerke zum Job gehören. Selbst dann wäre es aber vermutlich schwer, daraus ein Weisungsrecht des Arbeitgebers für einzelne Likes und Herzchen abzuleiten. Und schon gar nicht für Lobhudeleien bei Facebook, Xing oder Twitter.

Was sich der Chef allerdings verbitten kann, ist Gemecker. „Generell gilt, dass Arbeitnehmer die Interessen ihres Arbeitgebers bei ihren Aktivitäten in den sozialen Netzwerken wahren müssen“, sagt Meyer. Schimpfen über Firma und Chef ist also tabu, unwahre Tatsachenbehauptungen sind es sowieso. Bei der Bewertung solcher Verstöße spielt das Netzwerk allerdings eine Rolle: „Facebook wird ja in der Regel eher privat genutzt“, erklärt Meyer. „Wer dagegen bei Xing über die Firma meckert, hat einen geschäftlichen Adressatenkreis, der ein größeres Interesse an solchen Informationen über den Arbeitgeber haben könnte.“ Der Schaden negativer Posts wäre dort also vermutlich größer – und das würde auch bei der arbeitsrechtlichen Bewertung solcher Verstöße eine Rolle spielen.

Hierauf sollte man achten, wenn man in sozialen Netzwerken aktiv ist

  • Nur Texte und Bilder online stellen, die auch noch nach Jahren von Familie, Kollegen und Chefs unproblematisch gelesen werden können
     
  • Im Blick behalten, was Freunde an die Pinnwand posten
     
  • Vorsichtig mit Kommentaren und Kritik sein. Wenn überhaupt, sollte man diese sachlich – und nicht verletzend formulieren
     
  • Permanente Aktivität kann als nervendes „Aufmerksamkeit-Erhaschen“ wahrgenommen werden
     
  • Fingerspitzengefühl beim Vernetzen im Betrieb beweisen. Bei einem konservativen Arbeitgeber kann die Freundschaftsanfrage beim Chef als unpassend gelten. Ist das Hierachiedenken allerdings weitestgehend aufgelöst, ist dies in der Regel kein Problem.
     
  • Für das Vernetzen im Berufsleben eignen sich sogenannte Business-Netzwerke wie Xing oder Linkedin besser als Instagram und Co.

 

(Mit dpa und tmn)

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