In rauen Zeiten den Weg finden

Eine echte Führungspersönlichkeit setzt auf gute interne Kommunikation. Das zahlt sich spätestens in Krisenzeiten aus.
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Eine echte Führungspersönlichkeit setzt auf gute interne Kommunikation. Das zahlt sich spätestens in Krisenzeiten aus.

Peter Brandl als Auftakt-Referent der Serie „Wissensimpulse“ verlangt, dass Wirtschaftsführer ähnlich wie Piloten Verantwortung zeigen

shz.de von
28. Februar 2015, 02:10 Uhr

Peter Brandl ist Unternehmer, Autor und eben auch Pilot. Und deshalb neigt der erste Referent der Vortragsreihe „Wissensimpulse“ (siehe auch nebenstehende Liste) zu einem Vokabular, das aus der Fliegerei stammt. „Schönwetterkapitäne gibt es viele“, erklärt Brandl. „Was aber passiert, wenn raues Wetter aufzieht? Dann nämlich geht es um Kompetenzen, nicht um Lippenbekenntnisse.“ Sein Auftakt-Vortrag trägt den passenden Titel „Hurricane Management“.

Woran aber lässt sich am besten noch in ruhigen sonnigen Zeiten erkennen, ob der Pilot/Unternehmenslenker auch für stürmische Phasen taugt? Brandl nennt als zentralen Punkt das Kriterium eigenständiges Handeln: Übernimmt der Chef Verantwortung, steht er zu seinen Entscheidungen? Als Warnsignal bezeichnet der Referent ein Verhalten, das er „Aussitzen“ nennt: Niemand entscheidet etwas. Genau diese Haltung aber ist laut Brandl gefährlich. Beispiel Versandhandel: Während die Otto-Gruppe die Neuausrichtung geschafft habe und heute glänzend dastehe, seien andere damalige Größen von der Bildfläche verschwunden.

Eine gute Führungspersönlichkeit muss nach den Worten des Referenten auch in der Lage sein, sich Kritik anzuhören. „Ich gebe ihm die Empfehlung, genau zu hören, was in der Kantine geredet wird“, sagt Brandl und bricht eine Lanze für die Mitarbeiter: „Sie trauen sich, etwas zu sagen.“ Außerdem dürfe sich niemand an den Schaltstellen zu wichtig nehmen. „Kein Mensch auf der ganzen Welt ist unersetzlich. Auch der Kopilot kann das Flugzeug sicher zur Landung bringen.“

Schließlich geht es Brandl um das regelmäßige Training. Ähnlich wie in der professionellen Fliegerei könne auch in jedem Betrieb durchaus an einem „Krisen-Simulator“ geübt werden. Für einen halben Tag etwa könnten Unternehmensspitze und Belegschaft mal den „worst case“, den schlimmsten Fall, voraussetzen und Handlungsszenarien entwerfen. „Davon kann jeder etwas mitnehmen“, ist Brandl überzeugt. „Die Botschaften sind aufs normale Leben übertragbar.“

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