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Wasserschutzpolizei in Kiel : Im Dienst an der Hafenkante

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Allzu großspurig sollten Kutter- und Freizeitkapitäne nicht unbedingt auftreten, wenn der Kieler Markus Mauch ihr schwimmendes Wochenenddomizil oder Angelboot zum Stoppen aufgefordert hat. "Humor?, na klar, der gehört dazu", sagt Mauch, der bei der Wasserschutzpolizei seinen Traumjob gefunden hat. "Der Ton macht die Musik", sagt der 34-Jährige.
Neun Jahre lang ist der Polizeimeister im mittleren Dienst bei der Marine auf den Fregatten Emden und Augsburg zur See gefahren, bevor er sich für eine Ausbildung bei der Wasserschutzpolizei beworben hatte. Jetzt ist die Wache der Wasserschutzpolizei im alten Rotsteingebäude hinter dem Kieler Innenministerium sein neues Dienstzuhause. Ein Großteil seiner "Klienten" gehört zur weißen Flotte der Freizeitkapitäne und Sportbootfahrer, denn Sicherheit ist besonders im Hafenbereich oberstes Gebot. Und zeigen sich die Angesprochenen nach etwas zu flotter Fahrt oder anderer kleiner Verstöße einsichtig, lassen die Polizisten auf ihren Booten durchaus Humor walten. Das Revier Hafen hat eben auch ungeschriebene Gesetze, die zur Seefahrt mit ihrem Umfeld gehören, weiß Mauch.
Wer allerdings meint, die Männer mit ihren weißen Mützen ignorieren zu können, hat die Rechnung ohne die Erbauer der Polizeiboote gemacht. So bringen es das Küstenboot "Falshöft" immerhin auf 20 und die kleineren Kieler Streifenboote "Brunswik" und "Neumühlen" auf satte 30 Knoten.
Die Kontrolle der Sportbootschifffahrt jedoch ist nur ein kleiner Teil der täglichen Aufgaben. Marpolkontrollen der Berufsschifffahrt, wohinter sich die Einhaltung internationaler Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe verbirgt, gehören ebenso dazu, wie die Unterstützung des Zolls oder der Schutzpolizei bei besonderen Einsatzsituationen. In der Kieler Förde führt die Kontrollfahrt zudem noch an einem weithin sichtbaren Kieler Wahrzeichen vorbei. HDW und ThyssenKrupp stehen auf dem turmhohen blauen Kran, der das Werfgelände überragt. Darunter werden U-Boote gebaut. Ein nicht ganz unsensibler Einsatzbereich, der ebenfalls die Aufmerksamkeit der Wasserschutzpolizei fordert.
Großveranstaltungen wie die Kieler Woche begleiten den Alltag der Polizisten auf dem Wasser außerdem ebenso, wie Diebstähle von Booten, Außenbordern oder die Suche nach Vermissten oder Unfallhilfe in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. "Langweilig wird der Alltag an der Hafenkante und auf dem Wasser jedenfalls nicht", meint Mauch. Und mehr Zeit für die Kinder bleibt auch, trotz Schichtdienst. Das Kieler Revier reicht etwa bis Eckernförde und Hohwacht. Den Anschluss übernehmen Kappeln und Heiligenhafen, jenseits der Dreimeilenzone die Kollegen der Bundespolizei.

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erstellt am 26.Aug.2013 | 09:39 Uhr

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