Hektik im Job meistern

Das Telefon klingelt und neue E-Mails kommen an: Ständige Unterbrechungen machen vielen Arbeitnehmern das Leben schwer.
Das Telefon klingelt und neue E-Mails kommen an: Ständige Unterbrechungen machen vielen Arbeitnehmern das Leben schwer.

„Jetzt nicht!“ – Arbeitnehmer sollten auch mal „Nein“ sagen können, um sich nicht zu verzetteln

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09. November 2013, 06:32 Uhr

Die Arbeit wäre gut zu schaffen – hätten Berufstätige nicht ständig mit Unterbrechungen zu kämpfen. Da blinkt das E-Mail-Postfach, oder der Chef steht in der Tür: Mit der Konzentration ist es oft schnell vorbei. Doch einfache Strategien helfen, sich nicht zu verzetteln. Durch solche oder andere Ablenkungen bei der Arbeit kann ein guter Gedanke einfach verloren gehen. Das wusste bereits Albert Einstein, in dessen Haus es kein Telefon gab. Wer ihn erreichen wollte, musste beim Nachbarn anrufen und die Nachricht übermitteln lassen.

Für viele Arbeitnehmer gehören psychische Belastungen im Job durch Unterbrechungen zum Alltag, sagt Markus Schulte von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Baua). Er beruft sich dabei auf den Stressreport. Danach muss fast jeder zweite Angestellte (44 Prozent) seine Arbeit oft unterbrechen. Viele (60 Prozent) sind außerdem unter Druck, weil sie mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen. Für die Studie wurden die Angaben von fast 18 000 Arbeitnehmern ausgewertet.Zu den typischen Arbeitsunterbrechungen gehören E-Mails, Telefonate, Gespräche mit Kollegen sowie streikende Technik – etwa ein nicht funktionierender Computer, erklärt Anja Baethge. Sie ist Psychologin und Autorin mehrerer Studien zum Thema Arbeitsunterbrechungen. Wenn die Konzentration erst einmal dahin ist, hat das meist Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. Die Folge sei häufig, dass Fehler passieren oder Arbeitnehmer ihre Tagesziele nicht erreichen.Hinzu kommt, dass die hohe psychische Belastung durch Unterbrechungen auf Dauer der Gesundheit schaden kann.

„Das führt dazu, dass man in der Freizeit schlechter abschalten und sich erholen kann“, warnt Thomas Rigotti, Professor für Arbeitspsychologie an der Universität Mainz. Wer mit häufigen Unterbrechungen zu kämpfen hat, sollte sich zunächst darüber klar werden, welche Störungen ihn am meisten stressen. „Es empfiehlt sich, die Bearbeitung der Unterbrechungen soweit hinauszuzögern, bis die unterbrochene Aufgabe möglichst beendet ist“, rät Baethge. Wenn dies nicht gelingt, ist es sinnvoll, einen Notizzettel zu schreiben, auf dem der letzte Gedanke notiert wird, um das Gedächtnis zu entlasten. Multitasking, also die gleichzeitige Bearbeitung der Unterbrechung und der unterbrochenen Aufgabe, vermeiden Arbeitnehmer laut Baethge am besten ganz. Wie Arbeitnehmer im Team mit Unterbrechungen umgehen möchten, sollten sie am besten regelmäßig mit den Kollegen besprechen. Gut sei etwa, Zeiten festzulegen, in denen sie grundsätzlich nur im Notfall gestört werden dürfen, rät Baethge.Nach einem Arbeitstag mit zahlreichen Unterbrechungen ist es wichtig, sich am Feierabend gut zu erholen. So sind Beschäftigte den Belastungen am kommenden Tag eher gewachsen. Wer regelmäßig Sport treibt, sich seinen Hobbys widmet und ausreichend schläft, erhöht seine seelische Widerstandsfähigkeit und damit auch Leistungsvermögen und Zufriedenheit am Arbeitsplatz.

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