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Arbeit : Harmonie statt Hass: Einen guten Draht zum Chef finden

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Jeder will es - aber nicht jeder hat es: ein gutes Verhältnis zum Vorgesetzten. Für die Karriere ist die Beziehung zum Chef entscheidend. Doch mancher wird mit ihm einfach nicht warm. Dann brauchen Mitarbeiter kluge Strategien.

shz.de von
erstellt am 08.Jul.2013 | 10:11 Uhr

Unfähig, ahnungslos, eitel - Chefs können ziemliche Pflaumen sein. Oder sie sind kompetent - aber im persönlichen Umgang schwierig. Kurzum: Gründe, mit dem Vorgesetzten Streit zu bekommen, gibt es viele. Wollen Mitarbeiter Karriere machen, müssen sie sich aber auch mit schwierigen Führungspersonen wohl oder übel arrangieren. Denn in der Firma hat nun einmal der Chef das Sagen. Doch wie bekommt man einen guten Draht zu seinem Vorgesetzten?

Laut der Mediatorin und Karriereberaterin Birgit Christiansen können die Gründe für Probleme mit dem Vorgesetzten auf zwei Ebenen liegen: der fachlichen und der persönlichen. «Auf der fachlichen Ebene ist der Chef weisungsbefugt», sagt Christiansen. Da bleibt Mitarbeitern bei Konflikten im Zweifel nur, die Anordnung von oben auszuführen. Auf der persönlichen Ebene sind Führungsperson und Angestellter dagegen auf Augenhöhe. Wer es schafft, den Chef für sich einzunehmen, macht Karriere.

Sympathie gewinnen: Entscheidend für ein gutes Verhältnis ist, dass der Chef seinen Mitarbeiter mag. «Sachargumente können Sie vergessen», sagt der Karriereberater und Psychologe Volker Kitz. Doch Sympathie ist ein schwer steuerbares Gut. Entweder zwei Personen mögen sich oder nicht. Ist also alles verloren, wenn die gegenseitige Sympathie fehlt? So schlimm ist die Lage nicht, sagt Kitz. Sympathie lässt sich zur Not auch erarbeiten. Und zwar mit folgendem Trick: Jeder Mensch hat Bedürfnisse - kennen Mitarbeiter die ihres Chefs und gelingt es ihnen, diese zu erfüllen, wird er sie sympathisch finden.

Die Vorlieben des Chefs kennen: Pluspunkte lassen sich beim Boss meist auf ganz einfache Art und Weise sammeln. Dafür müssen Mitarbeiter ihren Vorgesetzten nur genau studieren. «Achten Sie einfach einmal auf ein paar Formalien», rät die Karriereberaterin Cornelia Topf. Ist der Chef überpünktlich? Wer auf seine Vorlieben Rücksicht nimmt, hat oft schon einen Stein im Brett.

Ähnlichkeiten betonen: Chefs mögen Menschen, wenn Sie ihnen vertraut erscheinen. Denn Unbekanntes verursacht Stress im Gehirn. «Sind Sie beide Brillenträger? Jeder hat mit jedem etwas gemein», ist sich Kitz sicher. Jede noch so banale Ähnlichkeit ist zur Not hilfreich - und sollte betont werden. Denn: «Befördert werden die, die genauso gerne Käsespätzle essen, nicht die, die mehr Leistung bringen.»

Jedes Meeting mitnehmen: Mitarbeiter sollten außerdem möglichst oft den Kontakt zum Chef suchen. Studien haben gezeigt, dass wir Menschen sympathischer finden, je öfter wir sie sehen. Kitz rät deshalb, jedes noch so kleine Meeting mit dem Chef mitzunehmen.

Schleimen hilft: Chefs sind auch nur Menschen. Wie alle anderen suchen sie nach Anerkennung. «Jeder mag es doch, etwas Nettes zu hören», sagt Kitz. Im Zweifel können Mitarbeiter mit einem Kompliment beim Chef also immer punkten.

Private Themen ansprechen: Um den Draht zum Chef zu vertiefen, sei es gut, private Themen anzusprechen, rät Topf. Mitarbeiter sollten Vorgesetzte aber nicht mit Katastrophen im Privatleben behelligen. «Man sollte unbedingt nur Positives von sich erzählen.»

Bei Konflikten kurz aussteigen:Wer im Alltag wieder einmal kurz davor ist, mit dem Chef Streit zu beginnen, sollte kurz aus der Situation aussteigen und sie analysieren. Geht es immer um ein bestimmtes Thema? Machen einen immer dieselben Äußerungen des Chefs wütend? Das helfe, den Konflikt konstruktiv zu lösen - statt ihn eskalieren zu lassen.

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