Anzeige: Kreishanwerkerschaft Nordfriesland : Alessio Witte: auf Erfolgskurs im Handwerk

Für den Nordfriesen Alessio Witte stand früh fest: Er möchte eine Ausbildung im Handwerk machen.

Für den Nordfriesen Alessio Witte stand früh fest: Er möchte eine Ausbildung im Handwerk machen.

Alessio Witte steht mit seiner Berufswahl als angehender Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik für eine Zukunft ein, auf die er unmittelbar einwirken kann. Autorin Silke Kurtz hat ihn zum Interview getroffen.

Avatar_shz von
22. März 2020, 00:00 Uhr

Rauch steigt auf. Ein konzentrierter Blick. Mit ruhiger Hand und zwei geschickten Bewegungen des Lötkolbens entfernt Alessio Witte überschüssige Kabelenden eines LED-Stranges. Der 23-jährige Sanitär-, Heizungs- und Klimamechaniker (SHK) konzentriert sich auf ein neues Aufgabenfeld: Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik.

Im Interview erzählt Alessio Witte, was ihn motiviert hat einen handwerklichen Beruf zu ergreifen und nach der ersten Gesellenprüfung die nächste Ausbildung zu absolvieren. Und er verrät, was ihn als jungen Menschen, der seinen Lebensmittelpunkt in Eiderstedt hat, sonst noch bewegt.

Herr Witte, warum haben Sie sich für einen Beruf im Handwerk entschieden?

Alessio Witte: Als haptischer Mensch mochte ich noch nie gerne einfach nur herumsitzen. Ein Studiengang war für mich nach dem Abitur im Jahr 2016 darum undenkbar. Bereits als Kind habe ich mich handwerklich betätigt. In meiner Freizeit mache ich zudem noch Musik. Da bot es sich an, mein Technik-Equipment weitestgehend selbständig zu reparieren. Aus Holz fertigte ich Unterkonstruktionen für mein Mischpult und Regale. Auch eine Handyhalterung war mal dabei.

Zu gerne habe ich mit allem gearbeitet, was in irgendeiner Form mit Strom zu tun hatte. Also Lampen gebastelt oder aus mehreren defekten Geräten ein neues, funktionierendes gebaut. Mit meiner Berufswahl bin ich demnach meiner Leidenschaft und meinen Kompetenzen gefolgt. Alessio Witte, angehender Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik
 

Ihre erste Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) konnten Sie als einer von drei Innungsbesten abschließen. Was war das für ein Gefühl?

Bei der Freisprechung wurden wir drei Auszubildenden des Fachbetriebes Boller aus Sankt Peter-Ording besonders hervorgehoben. Wir lagen alle über dem Durchschnitt. Mit meinen erreichten 93 Prozent von möglichen 100 konnte ich ein bisher nicht erreichtes Ergebnis abliefern. Das erfüllt mich schon mit Stolz – und meinen Ausbildungsbetrieb, bei dem ich weiterhin beschäftigt bin und der mir die weitere Ausbildung ermöglicht, ebenso.

Gibt es eine Verbindung zwischen Themenfeldern des SHK-Bereiches und zukünftigen Themen der Elektrotechnik?

Spannend ist für mich die Entwicklung auf dem Gebiet der Smart-Home-Technologie. Der Einbau und die Steuerung von Alarmanlagen wird ein weiteres Spektrum sein, in dem ich perspektivisch Verwendung finde. Der Systemverbau entwickelt sich in beiden Bereichen beständig weiter und beinhaltet großes Weiterbildungspotenzial. Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik hat sich mit Schwerpunkten in Richtung Elektronik verändert.

Reine Klempnerarbeiten wie unter anderem die Beseitigung von Rohrverstopfungen und anderen Komplikationen werden nur noch selten von uns durchgeführt. Alessio Witte, Sanitär-, Heizungs- und Klimamechaniker
 

Die Kernkompetenz unseres Handwerks liegt in der Installation von Heizungsanlagen, Solarthermieanlagen, Lüftungen und Kälte-, Klimatechnik. Hier sind Schnittmengen zwischen SHK-Bereichen und Gebäudetechnik sichtbar.

Was zeichnet den eingeschlagenen Berufsweg Ihrer Meinung nach  aus?

Es gibt keinen langweiligen Tag, denn jeder birgt andere Herausforderungen. Die Tätigkeitsfelder sind unheimlich vielfältig und es muss lösungsorientiert gehandelt werden. Nicht nur ein Neubau verlangt kreatives Denken, sondern auch Kundenberatung in puncto Umbau oder Sanierung.

Dazu kommen ständig neue Vorschriften. Gerade im Bereich der Trinkwasser-Zuführung hat sich viel bewegt und gilt es zu beachten. Wer in der Berufsschule aktiv mitlernt, ist immer auf dem Laufenden und hat dort die Möglichkeit sich Basis-Fachwissen anzueignen. Eigeninitiatives Lernen ist schon wichtig, um up to date zu bleiben.

Handwerker aus Leidenschaft: Alessio Witte. In seiner Freizeit turnt er und ist überdies in der Freiwilligen Feuerwehr Tetenbüll aktiv.
Silke Kurtz

Handwerker aus Leidenschaft: Alessio Witte. In seiner Freizeit turnt er und ist überdies in der Freiwilligen Feuerwehr Tetenbüll aktiv.

 

Wie wichtig ist Ihnen berufliches Weiterkommen?

Meine neue Option als Elektoniker für Gebäude- und Energietechnik erweitert mein Aufgabenfeld und verschafft mir weitreichende Kompetenzen. So kann ich noch kundenorientierter arbeiten und Projekte effizienter ausarbeiten sowie durchführen.

Effizienz gilt heute als Qualitätsmerkmal. Ist Leistungsdruck im Handwerk ein Thema?

Mir geht es in erster Linie darum, unseren Kunden Lösungen zu präsentieren, die das eigene Zuhause komfortabler gestalten und den persönlichen Nutzungsbereich effizient machen. Besonders in Bezug auf Klimaschutz, Energieeinsparung und natürlich auch persönliches Wohlempfinden. Das eigene Zuhause darf eine Oase sein und die heutige Technologie verhilft dem Endkunden dazu. Für mich ist es ein Ansporn mich neben dem technischen Interesse beständig weiterzuentwickeln. Leistungsdruck von außen würde ich es nicht nennen. Eher mein Eigenanspruch an Qualitätsarbeit.

Können Sie sich vorstellen nach der Gesellenprüfung zum Elektroniker noch die Meisterschule zu besuchen?

Grundsätzlich ist das für mich vorstellbar. Durch den Meistertitel erlange ich noch größere Kompetenzen und kann zudem auch ausbilden. Ich arbeite gerne mit jungen Menschen zusammen und vermittele Wissen. Allein das ist schon Motivation genug.

Wie viel Freizeit bleibt Ihnen neben Ihrem Beruf?

Ausreichend Zeit für die Freiwillige Feuerwehr Tetenbüll. Außerdem bin ich Spartenleiter einer Turngruppe für Kinder im Alter von acht bis 14 Jahren. Ich selbst turne seit vergangenem Jahr im Leistungssport und Wettkampfbereich, da ich mich seit meinem 14 Lebensjahr für Reck, Barren und Sprung begeistere. Durch die geregelten Arbeitszeiten und immer freie Wochenenden bleibt viel Raum für Privates.

Dieser Artikel ist nur einer von vielen, der am Donnerstag, den 26. März, in der Sonderbeilage „Unser Handwerk“ erschienen ist. Auf insgesamt 60 Seiten widmet sich das Magazin dem Handwerk in Nordfriesland und Umgebung. Das Themenheft wird von den Kreishandwerkerschaften in Husum und Niebüll sowie der Nord-Ostsee Sparkasse unterstützt. Ein Teil der Texte wird für alle sh:z-Leser unter shz.de/handwerk veröffentlicht. Außerdem können Sie unter diesem Link das E-Paper aufrufen: http://zeitung.shz.de/shzsonderbeilagen/673/
zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert