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Hochschulen : Halber Tag Uni, halber Tag Ehrenamt - Engagement im Studium

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Viel Zeit, kein Geld - dafür jede Menge Anerkennung und praktische Erfahrung. Das bietet ein Ehrenamt für Studenten. Isabel Schwenk aus Hildesheim lernt zum Beispiel, die Theaterpädagogik aus dem Studium in der Praxis anzuwenden.

Studenten müssen für ehrenamtliche Arbeit oft viel Zeit investieren. Dafür habe das Engagement aber auch eine Menge positiver Effekte, sagt Isabel Schwenk. Die Studentin der Kulturwissenschaften aus Hildesheim leitet dort das Türkisch-Deutsche Theater, das sich mit dem Alltag in Einwanderungsländern beschäftigt. Sie sei zufällig auf das Angebot gestoßen - und sofort eingestiegen, erzählt die 25-Jährige.

Dafür investiert sie nun viel Zeit in das Projekt. «Es ist relativ gleichwertig vom Aufwand mit dem Studium», sagt sie. Mit dem strikten Bachelor-Master-System ist das nur bedingt vereinbar. «Man muss sich halt entscheiden, ob man in der Regelstudienzeit bleibt oder nicht». Schwenk selbst hat für ihren Bachelor ein Jahr länger gebraucht, als die Regelstudienzeit vorschreibt. Sie bereut das aber nicht, denn sie hat Erfahrung gesammelt, die ihr schon jetzt und später zugutekommen, wie sie sagt.

Mit der Leitung des Türkisch-Deutschen Theaters wendet Schwenk Inhalte aus ihrem Studium praktisch an, zum Beispiel theaterpädagogisches Arbeiten. «Wenn ich in dem Bereich bleibe, habe ich schon was vorzuweisen, ohne dass es mit Anstrengung verbunden war.» Durch das ehrenamtliche Engagement sammelt sie konstant Berufserfahrung, ohne von einem Praktikum ins andere hecheln zu müssen, sagt sie.

Außerdem lernt Schwenk durch die Leitung des Projekts den Umgang mit Verantwortung. So muss sie sich zum Beispiel darum kümmern, dass ihr Theater finanzielle Förderung bekommt. Vorher habe sie noch nie Anträge bei Stiftungen stellen müssen, heute weiß sie vor allem eins: «Fragen kostet nichts». Die Stiftungen selbst beraten gerne darüber, ob ein Projekt ins Förderprogramm passt und sich die Bewerbung lohnt.

Auch in Sachen Social Skills hat Schwenk schon sehr von ihrem Engagement profitiert. «Man muss Strategien anwenden, dass die Gruppe sich findet», gibt Schwenk ein Beispiel aus ihrer Arbeit am Theater. «Da bin ich manches Mal an die Grenzen meiner pädagogischen Fähigkeiten gestoßen.» Und auch Kritik aus der Gruppe muss sie als Leiterin einstecken können. Häufiger bekomme sie aber die Freude zu spüren, die die Menschen ihr am Theater entgegenbringen - dafür, dass sie ihr Wissen weitergibt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Anderen, die sich für eine bestimmte Sparte interessieren und dort ein Ehrenamt suchen, rät Schwenk, im Internet nach passenden Vereinen und Institutionen in der Umgebung zu suchen. Dann am besten direkt vorbeigehen und Hilfe anbieten, sagt Schwenk. Die Reaktion sei mit hoher Wahrscheinlichkeit positiv: «Junge Menschen, die sich engagieren, sind sehr gern gesehen.»

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erstellt am 25.Sep.2013 | 17:16 Uhr

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