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Auszubildende : Geglückter Einstieg in die Arbeitswelt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Drei Auszubildende aus den Bereichen Industrie, Handwerk und Pflege berichten von ihren ersten Erfahrungen im Berufsleben

Für ein Zwischenfazit ist es noch etwas zu früh, doch die Einarbeitungsphase neigt sich langsam dem Ende zu: Viele Auszubildende in Schleswig-Holstein haben zum 1. August ihre Lehrstelle angetreten und damit einen neuen Lebensabschnitt eingeläutet.

Welche Erfahrungen haben sie gemacht? Inwiefern treffen die Erwartungen an den Ausbildungsberuf bislang zu? Und welche Tipps können sie künftigen Azubis mit auf den Weg geben? Diese und weitere Fragen haben wir drei Azubis aus ganz verschiedenen Berufsbranchen gestellt.

Wie die meisten anderen Jugendlichen auch, hat sich Maximilian Köhler-Karstens bei verschiedenen Arbeitgebern in Norddeutschland beworben. „Viele Bewerbungsprozesse waren unpersönlich“, sagt er. „Mir wurde eine Nummer zugeteilt und ich war danach anonymisiert. Ich musste mich immer nur mit dieser Nummer melden.“

Das war nicht nach nach dem Geschmack des 19-jährigen Abiturienten, der sich für eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Flensburger Brauerei entschied. „Dort fand ich es toll, dass sich schon im Vorfeld so um uns gekümmert wurde.“ So habe er schon vor Ausbildungsbeginn zahlreiche Informationen und ein Polohemd für den ersten Tag bekommen. „Mit meinen Azubi-Kollegen hatte ich direkt einen guten Kontakt und in der der Abteilung wurde ich offen empfangen und bekomme viele Freiheiten“, erzählt er weiter.

Worauf er sich während der nächsten knapp drei Jahre am meisten freut? Da muss Köhler-Karstens nicht lang überlegen: „Ich freue mich sehr auf die Nordjob-Messe im Mai, denn da können die Azubis ein Projekt selbstständig planen und umsetzen.“ Auch auf den Einsatz im Außendienst freue er sich besonders.

Timo Klünner  erlernt den Beruf des Dachdeckers.
Timo Klünner  erlernt den Beruf des Dachdeckers. Foto: Käfer
 

Timo Klünner war sich seiner Sache von Anfang an sicher. „Für mich stand nach einigen Praktika schnell fest, dass ich einen handwerklichen Beruf lernen will und nicht den ganzen Tag im Büro sitzen kann.“ Daher hat der 21-jährige Abiturient nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) im August eine Ausbildung bei der Dachdeckerei Oehlert in Harrislee (Kreis Schleswig-Flensburg) begonnen.

„Mich reizt es, sich mit so vielen verschiedenen Dach-arten und Materialien zu beschäftigen.“ Höhenangst darf er deshalb nicht haben und muss auch schlechtes Wetter in Kauf nehmen. „An meinem ersten Ausbildungstag war ich um 10 Uhr schon komplett durchgenässt vom Regen.“ Abgeschreckt hat das den 21-Jährigen keineswegs. „Das macht aber nichts, ich wusste ja, worauf ich mich einlasse.“

Doch Klünner hat nicht nur großen Spaß an der täglichen Arbeit am Dach, sondern freut sich auch auf die Berufsschule. „Die erste Blockunterrichtsphase beginnt am 5. Oktober und ist für alle angehenden Dachdecker aus dem ganzen Land in Lübeck.“ Während der Zeit wohnt Klünner gemeinsam mit anderen Azubis in einem Internat. Den Großteil der Kosten trägt der Ausbildungsbetrieb.

Anke Münkewarf ist Auszubildende  zur Gesundheits- und Krankenpflegerin.
Anke Münkewarf ist Auszubildende  zur Gesundheits- und Krankenpflegerin. Foto: Käfer
 

Ein Studium kam für Anke Münkewarf nach der Fachhochschulreife nie infrage. „Ich habe schon immer gern Menschen geholfen und finde Krankheitsbilder interessant.“ Daher hat sie sich für verschiedene Pflegeberufe im gesamten Norden beworben – und ist bei der Diakonissenanstalt Flensburg gelandet, wo sie sich pudelwohl fühlt. „Wann immer ich eine Frage habe, bekomme ich sie schnell zumindest theoretisch beantwortet und kurze Zeit später auch in der Praxis gezeigt.“ Dadurch habe sie seit ihrem Ausbildungsstart im Oktober des vergangenen Jahres deutlich mehr gelernt, als sie erwartet hatte. „Es gibt beispielsweise sehr viele verschiedene Techniken, Patienten im Bett zu drehen oder sie aufzurichten ohne ihnen gesundheitliche Schäden zuzufügen.“

Für Münkewarf ist die Ausbildung ein absoluter Glücksgriff. „Bis dahin hatte ich nie in der Pflege gearbeitet geschweige denn ein Praktikum gemacht.“ Ein solches würde sie aus eigener Erfahrung Schülern aber unbedingt empfehlen. „Nicht jeder ist für die Pflege und den Schichtdienst geeignet.“ Für sie selbst gilt das nicht: „Es ist wichtig, einen Ausgleich zu haben, dann lässt sich der Schichtdienst gut verkraften.“

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erstellt am 02.Okt.2015 | 06:00 Uhr

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