Kooperation : Fernweh und Traumberufe

Das moderne Alsion im süddänischen Sonderburg. Foto: Hoffmann
Das moderne Alsion im süddänischen Sonderburg. Foto: Hoffmann

Die Zusammenarbeit zwischen Sonderburg und Flensburg beim Studiengang "Kultur- und Sprachmittler" funktioniert. Nina Koch (21) berichtet von ihren Erfahrungen in Dänemark.

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19. November 2007, 07:38 Uhr

"Ich habe mich entschieden, in Norddeutschland oder Dänemark zu bleiben. Da hat dieses Studium gepasst", erklärt Nina Koch (21) ihre Motivation, "Kultur-und Sprachmittler (KSM)" in Sonderburg zu studieren. Die Neu-Flensburgerin ist im ersten Semester und wünscht sich, nach dem Bachelor-Abschluss eine Anstellung im Tourismusbereich zu finden.
Vier mal die Woche setzt sich Ninas Fahrgemeinschaft mit insgesamt acht Leuten in Bewegung, um rechtzeitig in der Uni zu sein. Durch den vorgegebenen Stundenplan sei es kein Problem, gemeinsam den täglichen Weg nach Sonderburg auf sich zu nehmen. Auch kein Hindernis sei die dänische Sprache. "Man kann sich wundern, aber der vierwöchige Einführungskurs reicht für den Unterricht", stellt Nina fest. Nach dem Bachelor im Ausland zu arbeiten würde Nina gefallen, im vierten Semester möchte sie aber erst einmal ein Praktikum in der Tourismusbranche machen. Ob sie denn auch Nachteile sehe? "Die Firmen nehmen eher Absolventen des ’International Managements’ oder der ’European Studies’, weil diese Bezeichnungen bekannter sind".
Im Moment ist das Studium noch eher sprachlich ausgerichtet, Wirtschaftskurse können zusätzlich an der Uni Flensburg belegt werden. Trotz der Vielfalt des Studiums ist Nina aufgefallen, dass sehr wenige Dänen in Sonderburg für KSM eingeschrieben sind. Birthe Herbst (26) hat sich nach einigen Jahren jobben und einem Aupair-Aufenthalt in den USA für dieses Studium entschieden. "Durch meinen Auslandsaufenthalt wurde mein Fernweh geweckt", blickt sie zurück. "Nach meinem Studium möchte ich nicht unbedingt in Deutschland bleiben".
Gerne würde sie in einer EU-Institution arbeiten. Noch besser wäre eine Stelle bei der UN. Erst einmal aber möchte sie die Chancen testen, direkt nach dem Bachelor einen Job zu bekommen, dann kann man immer noch über einen Master nachdenken. Positiv sieht sie die Beratung seitens der Süddänischen Universität (SDU) und fühlt sich dort "bestens betreut". Morgens fährt sie mit ihrer Kommilitonin Helena Larsen zur Uni. Im vierten Semester wird sich diese Fahrgemeinschaft aber wohl auflösen müssen, da Birthe während eines Auslandssemesters noch schwedisch lernen möchte. Von der Flensburger Seite bekommen die Studenten wenig mit, da die SDU hauptsächlich für sie zuständig ist.
Aus Liebe zu ihrem Mann ist Larsen nach Süddänemark gezogen, vorher hatte die gebürtige Schwedin in Stockholm Deutsch studiert. Seit zwei Jahren ist sie nun an der SDU und mittlerweile im fünften Semester. "Zuerst wusste ich nicht, dass man hier Sprachen studieren kann. In einem Zeitungsartikel habe ich dann darüber gelesen und fand das Angebot spannend". Dänisch konnte die Schwedin aufgrund der Sprachverwandtschaft schon ein bisschen und an deutsch hat sie schon immer "die Grammatik geliebt." Die modernen Campus-Räume findet sie schön, aber sie sieht auch Nachteile: "Die Akustik ist schlecht; die Räume sind hellhörig". Ansonsten gefällt es ihr im "Alsion"« gut, die Lage am Wasser sei angenehm.
Man merkt, dass ihr das Studium Spaß macht, allerdings solle klarer gemacht werden, was man mit KSM beruflich machen kann. "Ich habe Schwierigkeiten, anderen zu erklären, was ich genau studiere". Sie selbst hat den Traum, Lehrerin zu werden und möchte einen Master machen, vielleicht in Kolding.

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