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Stellen-Special : Ferienjobs für die Berufswahl nutzen

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Arbeitsmarktexperten raten dazu, bei der Auswahl des Jobs nicht nur auf das Geld zu schauen.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2014 | 09:31 Uhr

Die begehrtesten Ferienjobs sind meistens schon ganz schnell vergeben, doch laut Arbeitsmarktexperten kann sich ein Anruf bei ausgewählten Firmen immer lohnen. „Generell raten wir dazu, zu schauen, wo die eigenen Stärken und Interessen liegen, und dann gezielt die passenden Betriebe rauszusuchen und anzusprechen“, sagte Clarissa Schmidt von der Arbeitsagentur. Der Ferienjob könne im besten Fall sogar bei der Berufswahl helfen.

Mit etwas Glück könnten Schüler auch  noch zum Zuge kommen, wenn die Ferien schon begonnen haben – falls nämlich den Firmen jemand abgesprungen sei. Der Großteil der Jobs ist aber dann bereits vergeben. „Wenn man einen guten Job für den nächsten Sommer haben möchte, sollte man sich am besten schon im Winter darum kümmern“, empfiehlt Isabel Wolling von der Arbeitsagentur.

 Offizielle Zahlen zu Arbeitsangeboten speziell für Schüler gibt es nicht. In den Portalen der Agenturen finden sich nur vereinzelte Jobangebote. Am einfachsten kämen Schüler über private Kontakte zu einer Beschäftigung. „Eine gute Anlaufstelle ist oft die Firma, wo die Eltern arbeiten“, meinte Wolling. Auch Freunde und Bekannte könnten einen Job vermitteln.

Zu den beliebtesten Anlaufstellen zählen Industrieunternehmen und gastronomische Betriebe. In der Gastronomie können die ungewöhnlichen Arbeitszeiten allerdings Schwierigkeiten bereiten, denn in jungen Jahren gelten noch schärfere Bedingungen. Für alle Überlegungen ist Agentursprecherin Schmidt zufolge ein Faktor besonders wichtig: Bei Minderjährigen müssen die Eltern dem Ferienjob zustimmen.

In den Schulferien arbeiten?  Das sollten junge Jobber wissen:

  • Ab dem vollendeten 15. Geburtstag dürfen sich Jugendliche generell einen Ferienjob suchen, um ihr Taschengeld aufzubessern. Noch früher erlaubt ist es nur mit Ausnahmen. Ab dem 13. Lebensjahr dürfen Schüler/innen mit Einwilligung der Eltern für maximal zwei Stunden pro Tag in bestimmten Bereichen unter altersgerechten Bedingungen arbeiten. Das sind zum Beispiel Jobs wie Babysitten, Zeitungen/Werbung verteilen, Nachhilfe geben, Gartenarbeit. Einkaufshilfe oder Tierbetreuung.
     
  • Ab 15 Jahren dürfen Schüler/innen maximal acht Stunden (ohne Pausen gerechnet) pro Tag arbeiten. Allerdings muss die Arbeitszeit zwischen 6.00 Uhr und 20.00 Uhr liegen. Zwischen zwei Arbeitstagen müssen zwölf Stunden Pause sein (Ausnahmen nur in der Gastronomie). Insgesamt dürfen höchstens 35 bis 40 Stunden in eine Woche fallen und der Ferienjob muss auf maximal vier Wochen begrenzt bleiben.
     
  • Sonderstellung für Studenten: Da sie in den allermeisten Fällen bereits 18 Jahre und älter sind, gelten für sie die gesetzlichen Bestimmungen für Erwachsene.
     
  • Meist keine Wochenend-Arbeit erlaubt: Das Arbeiten am Wochenende, also an Sonnabenden, Sonntagen sowie an Feiertagen ist Schülern nicht gestattet. Ausnahmen davon gelten nur für Arbeitgeber wie Gaststätten, Verkaufsstellen, Krankenhäuser, in der Landwirtschaft oder in Privathaushalten.
     
  • Reden wir übers Geld: Für Schülerjobs werden meist nicht so hohe Stundenlöhne gezahlt, dass man sich Gedanken machen muss. Zur Absicherung aber hier die Freibeträge für Einkommenssteuer, Kindergeld und Bafög
     
  • Bei der Einkommensteuer liegt die Freigrenze bei 7664 Euro pro Jahr.
     
  • Beim Kindergeld wurde die Einkommensgrenze des Kindes ersatzlos abgeschafft.
     
  • Studenten, die Bafög beziehen, dürfen bis zu 4800 Euro pro Jahr verdienen, damit ihr Anspruch bestehen bleibt.
     
  • Keine Sozialabgaben: Wer bis zu maximal 50 Tagen im Jahr in den Ferien arbeitet, muss keinen Beitrag zur Sozialversicherung zahlen.
     
  • Bestehender Versicherungsschutz: Schüler/innen und Studenten/innen sind in den Ferienjobs gesetzlich unfallversichert. Und zwar während der Arbeitszeit und auf dem Hin- und Rückweg. Die Kosten der Versicherung muss der Arbeitgeber zahlen.
     
  • Wichtig: Bei einem Job bei Privatpersonen diesbezüglich nachfragen. Da wird er mitunter vergessen.
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