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Chemielaboranten : Es geht auch ohne Einser in Chemie

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Fremdsprachen, Mathematik und Naturwissenschaften: Auszubildende in der Chemiebranche können gleich mehrere Talente gut gebrauchen

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erstellt am 25.Aug.2012 | 10:19 Uhr

Jedes Jahr beginnen rund 9 000 junge Menschen eine Ausbildung in der Chemiebranche. "Einen Einser in Chemie müssen die angehenden Lehrlinge nicht unbedingt mitbringen", sagte Sebastian Kautzky von dem Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) in Wiesbaden. So sei es für angehende Industriekaufleute in der Branche viel wichtiger, gut in Mathe zu sein. Angehende Chemikanten sowie Chemielaboranten sollten allerdings eine starke Affinität zu naturwissenschaftlichen Themen haben.
Der häufigste Ausbildungsberuf in der Branche ist der Chemikant. Das geht aus der neuen Ausbildungsstatistik des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC) hervor. Im Jahr 2008 begannen 4135 Menschen eine Lehre zum Chemikanten. Auf Rang zwei folgten die Industriekaufleute (2982) sowie die Chemielaboranten (2394). Die Chancen, nach dem Ende der Lehre übernommen zu werden, stehen gut: Nach Informationen des BAVC bekommt nur rund jeder Siebte (15 Prozent) kein Übernahmeangebot nach dem Ende seiner Ausbildung.
SCHICHTDIENST
Keine Illusionen dürften sich die angehenden Auszubildenden über die Arbeitszeiten machen, warnt Kautzky. In rund 20 Prozent der Berufe in der Chemiebranche sei Schichtdienst üblich. Vielen mache das nicht zuletzt wegen der guten Bezahlung der Nachtschichten jedoch nichts aus, so Kautzy.
INTERNATIONALITÄT
Die Chemiebranche ist ein Industriezweig, in dem oft international gearbeitet wird. "Auf jeden Fall sollten angehende Auszubildende mit Fremdsprachen umgehen können", erklärte Kautzky. Besonders engagierte Auszubildende hätten durchaus Chancen, auch während der Ausbildung schon im Ausland eingesetzt werden.
FAMILIEN-UNTERNEHMEN
Obwohl viele erst einmal beim Stichwort Chemiebranche an die großen Namen BASF oder Evonic denken, sind die Mehrheit der Firmen Mittelständler. "80 Prozent der Unternehmen in unserem Verband sind kleine und mittelgroße Firmen", sagte Kautzky. Viele Auszubildende werden daher ihre Lehre eher in einem Familienbetrieb als in einem Großkonzern machen. Regional ließen sich viele Unternehmen in der Branche entlang des Rheins verorten - etwa in Leverkusen und Ludwigshafen.
FRAUENANTEIL
Auch wenn der Frauenanteil in der Branche seit Jahren wächst: Weibliche Lehrlinge sind immer noch eine Minderheit. "Rund ein Viertel der Beschäftigten in der Branche ist weiblich", so Kautzky.
GEHÄLTER
Viele Lehrlinge dürfen sich später über ordentliche Bezahlung freuen, denn im Schnitt sind die Gehälter in der Chemiebranche 25 Prozent höher als sonst in der Industrie üblich.

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