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Bei der Kripo : Ein Beruf mit Netzwerk

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Die Kriminalpolizei bietet spannende Aufgaben für Jobstarter und Umsteiger.

Wer in der Kieler "Blume" übernachtet, hat das Hotel meist nicht selbst gebucht. Ortskundige müssen nicht zweimal gefragt werden, was sich dahinter verbirgt. Das alte Rotsteingebäude in der Blumenstraße hat historischen Hintergrund und seine ganz eigene Vergangenheit. Hinter den Räumen der Kripo schließt sich ein alter Zellentrakt an. Manchmal ist Kim Dibbern vom Kommissariat 12 dafür verantwortlich, dass Straftäter hier hinter Schloss und Riegel kommen.
Der ehemalige Rettungsassistent ist erst mit 38 Jahren zur Kripo gekommen. Nach dreijährigem Studium folgte die Übernahme als Kriminalkommissar. Drei Jahre lang bleiben die Beamten nach erfolgreicher Prüfung und Übernahme in ein Dienstverhältnis Beamte auf Probe. "Ich hatte Glück", sagt der 42-Jährige. Eigentlich wird nur bis 31 Jahre eingestellt. Hat man aber eigene Kinder ist ein "Altersupgrade" möglich. So konnte Dibbern seinen Traumberuf Kommissar doch noch ansteuern.
Ist eine Ermittlung aufgenommen, kommt häufig rund um den Kripoeinsatz ein ganzes Räderwerk ins Laufen, um dem Täter oder den Tätern habhaft zu werden, erklärt Dibbern. Vom Einsatz der Kriminaltechnik, sprich Spurensicherung, über die Auswertung bis hin zur Zusammenarbeit mit dem Kriminaldauerdienst in Zivil. Das Landeskriminalamt, die Sondereinsatzkommandos der Schutzpolizei, Zeugen, Richter und Staatsanwälte - auch die Liste der Beteiligten kann je nach Fallschwere lang sein, weiß Dibbern. Zu seinem Aufgabengebiet gehört die Aufklärung fast der gesamten Palette krimineller Taten, vom Trickdiebstahl bis hin zu Einbruchserien organisierter Banden.
Nicht immer kommt es dabei schnell zu einer Verhaftung. Manchmal hilft Kommissar Zufall und es tauchen Spuren auf, die zur Ergreifung eines Täters führen, mit der man kaum noch gerechnet hatte. "Man muss auch mit den erfolglosen Fällen leben können", sagt Dibbern.

Und dann sind da noch diese braunen Tüten im Büro. Einige haben sich in der Ecke hinter dem Schreibtisch des jungen Kommissars angesammelt. Eigentlich sollen die schneller weg, meint Dibbern zu den Beweisstücken, die in den mit Anhängezettelchen versehenen Papiertüten verstaut warten. Wenn sich die Fälle wieder einmal häufen, kann es schon ein wenig Stau geben, meint Dibbern. Sonst allerdings wandern die Fund- und Beweisstücke in die Asservatenkammer.

Und junge Leute bei der Polizei oder Kripo? "Sind genau richtig gelandet, wenn einige Dinge beachtet werden", meint Kim Dibbern. Dazu gehört auch Aufklärung im Freundeskreis über den neuen Job. Da müssen eben im privaten Freundeskreis die kleinen "Jugend- und Alltagssünden" ihre Grenzen haben.Ralf Seiler

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erstellt am 26.Aug.2013 | 09:38 Uhr

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