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Ein Ausbildungsberuf für ganz Genaue

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ob Navigationsgerät oder Grundstücksvermessung: Vermessungstechniker und Geomatiker besorgen die Daten und verarbeiten sie weiter

Ob bei einem Notarzteinsatz der Rettungswagen zum richtigen Ort findet oder im Internet Suchmaschinen das nächstgelegene Restaurant anzeigen können, hängt von genauen Geodaten ab – gewonnen und weiterverarbeitet werden diese von Vermessungstechnikern und Geomatikern.

„Das Image ist gut, aber das Wissen über den Berufsstand ist mangelhaft“, sagt Olaf Reischke, Dezernatsleiter beim Landesamt für Vermessung und Geoinformation Schleswig-Holstein. Vor vier Jahren wurden die Berufe des Vermessungstechnikers und Kartografen neu geordnet. Seitdem gibt es den Kartografen nur noch unter dem Begriff Geomatiker. Bei der Erledigung hoheitlicher Aufgaben in der Grundstücksvermessung, arbeiten beide Berufe vornehmlich im öffentlichen Dienst oder bei öffentlich bestellten Vermessungsingenieuren. Aber auch in Verlagen und anderen Bereichen der Wirtschaft werden diese Fachleute benötigt.

„Man sollte über ein gutes mathematisches Wissen, räumliches Denken und Sorgfalt verfügen“, sagt der Ausbildungsberater für Schleswig-Holstein, Mathias Bien. Vermesser und Geomatiker arbeiteten mit Fernerkundung, Luftbildvermessung, Laserscanauswertung und Satellitenvermessung. Die klassische Vermessung auf der Straße nimmt zwar weniger Platz ein, ist aber noch immer vorhanden. In drei Jahren Ausbildung sind es rund 100 Tage im Außendienst: „Draußen muss man auch mal mit Schnee und Regen klarkommen“, sagt Reischke.

Vermesser und Geomatiker müssen neben Kenntnissen der Rechts- und Verwaltungsvorschriften auch mit Kunden umgehen können. Der Geomatiker arbeitet dabei im Vergleich zum Vermessungstechniker vermehrt im Innendienst. „Man muss sich darüber im klaren sein, dass die Verarbeitung der Daten mehr Zeit einnimmt“, sagt Reischke. Die Ausbildungsverläufe sind ähnlich und das erste Ausbildungsjahr findet gemeinsam als Blockunterricht in Kiel statt. Im öffentlichen Dienst bekommt ein Auszubildender im ersten Ausbildungsjahr 806 Euro, im zweiten Jahr sind es 860 Euro und im dritten Jahr 910 Euro. Nach der Ausbildung steigt man im mittleren Dienst ein.

Viele Bewerber verfügen über die Hochschulreife, ein bestimmter Abschluss ist nicht vorgeschrieben. Bien zufolge würden durch den wachsenden Bedarf an Geodaten, die Nachfrage nach Vermessungstechnikern ebenfalls steigen. „Es ist schon vorgekommen, dass ich angerufen und gefragt wurde ob ich nicht einen arbeitssuchenden Vermessungstechniker hätte“, sagt Bien. Im Landesamt allerdings werden aufgrund eines Einstellungsstopps bis 2018 keine Auszubildende übernommen. „Viele Auszubildende studieren aber nach der Ausbildung“, sagt Reischke, „und im Bereich der Ingenieure haben wir erhöhten Bedarf und stellen auch ein.“



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erstellt am 06.Feb.2014 | 13:50 Uhr

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