Arbeitsrecht und Urlaubsverbot : Brückentage und Urlaubsplanung - so sieht die Rechtslage aus

<p>Grund zur Freude: Urlaub ist die Belohnung und der Ausgleich zu den Strapazen des Alltags. Damit die Urlaubszeit auch reibungslos klappt, sollten einige Dinge stets bedacht werden. </p>
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Grund zur Freude: Urlaub ist die Belohnung und der Ausgleich zu den Strapazen des Alltags. Damit die Urlaubszeit auch reibungslos klappt, sollten einige Dinge stets bedacht werden.

Egal ob Wandern im Harz, Surfen an der Algarve oder Sonnenbaden auf Mallorca - Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres. Doch Urlaubsanträge müssen zuerst einmal bewilligt werden. Fünf Fakten rund um die Urlaubsplanung.

shz.de von
16. Mai 2018, 03:53 Uhr

1. Mit der Urlaubsplanung früh beginnen

Die Urlaubsplanung für das neue Jahr steht in fast allen Betrieben zum Jahresbeginn an. Und fast alle Arbeitnehmer möchten gerne in den Sommermonaten Urlaub nehmen und die Brückentage nutzen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, seinen Urlaub so früh wie möglich zu beantragen. Jeder Arbeitnehmer hat dabei per Gesetz das Recht, seinen Urlaub über einen längeren Zeitraum zusammenhängend oder auch über das ganze Jahr verteilt in kleineren Portionen zu nehmen. Da gibt es von Seiten des Gesetzgebers keine Einschränkungen. Arbeitgeber können allerdings aus betrieblichen oder sozialen Gründen einen Urlaubsantrag ablehnen. Dringende betriebliche Erfordernisse können beispielsweise der Großauftrag eines wichtigen Kunden oder das Weihnachtsgeschäft im Winter sein. Viele Industrie- und Gewerbezweige sind darüber hinaus sehr saisonabhängig. Aus diesem Grund kann der Arbeitgeber bei der Urlaubsplanung bestimmte Zeiträume generell oder auch nur für einzelne, besonders wichtige Mitarbeiter sperren. In diesen Fällen ist immer im Einzelfall zu prüfen, ob dringende betriebliche Erfordernisse vorliegen.

2. Soziale Faktoren sollten berücksichtigt werden

Gerade die Sommermonate wollen viele nutzen, um zu verreisen. Manche Zeiträume sind so begehrt, dass es nicht selten zu Überschneidungen kommt. Damit das Büro nicht leergefegt ist, sollten in diesem Fall Absprachen getroffen werden. Bei der Entscheidung, wer bei seinem Urlaubswunsch den Vorrang bekommt, spielen unterschiedliche Faktoren eine wesentliche Rolle. Der Klassiker sind Arbeitnehmer von schulpflichtigen Kindern. Hier beschränkt sich die Urlaubsplanung naturgemäß auf die Schulferien. Deshalb werden diese Arbeitnehmer bei Urlaubswünschen, die in den Schulferien liegen, im Vergleich zu kinderlosen Arbeitnehmern bevorzugt.

Weitere Gesichtspunkte bei den sozialen Kriterien können die Urlaubsansprüche des Ehegatten sein. Wenn der Ehegatte zum Beispiel Lehrerin oder Lehrer ist, dann wird auch die gesamte Familie nur in den Schulferien verreisen können. Außerdem kommen religiöse Gründe oder bestimmte Zeitfenster für Heimaturlaube von Migranten als soziale Kriterien in Betracht. Genauso können auch gesundheitliche Gründe oder die Pflege von Familienmitgliedern eine Rolle spielen.

<p>Wenn ein bewilligter Urlaub bereits angetreten wurde, darf dieser vom Arbeitgeber nur in sehr dringenden betrieblichen Erfordernissen abgesagt, bzw. unterbrochen werden. Sind für den Urlaub bereits Kosten entstanden, muss der Arbeitgeber diese vollständig tragen.</p>
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Wenn ein bewilligter Urlaub bereits angetreten wurde, darf dieser vom Arbeitgeber nur in sehr dringenden betrieblichen Erfordernissen abgesagt, bzw. unterbrochen werden. Sind für den Urlaub bereits Kosten entstanden, muss der Arbeitgeber diese vollständig tragen.

 

3. Mogeln ist tabu!

Einige Arbeitnehmer versuchen die Ablehnung ihres Urlaubs durch Krankheit zu „ersetzen“. Dabei setzen sie jedoch ihr komplettes Arbeitsverhältnis aufs Spiel. Denn der Arbeitgeber hat das Recht, einen Nachweis über die Erkrankung einzuholen, sollte es ihm merkwürdig vorkommen, dass man an einem zuvor abgelehnten Urlaubstag krankgeschrieben der Arbeit fern bleibt. Wenn sich dann herausstellt, dass keine tatsächliche Erkrankung vorliegt, ist dies ein Kündigungsgrund.

4. Urlaubsanspruch einklagen

Natürlich hat man im Gegenzug als Arbeitnehmer das Recht, seinen Urlaub vor dem Arbeitsgericht einzuklagen, wenn der Arbeitgeber den Urlaubsantrag ablehnt oder ihn verschleppt. Sind die vom Gericht zu prüfenden Gründe für die Ablehnung tatsächlich nicht ausreichend, dann kann der Arbeitgeber auch zur Genehmigung des Urlaubs verurteilt werden.

Es ist auch möglich, mit einer einstweiligen Verfügung den Urlaub gegen den Willen des Arbeitgebers anzutreten, auch wenn dieser besondere betriebliche Belange als Grund für eine Absage anführt. Stellen sich seine Ablehnungsgründe jedoch im Nachhinein als ausreichend heraus, so ist man verpflichtet, den entstandenen Schaden zu ersetzen.

5. Brückentage berücksichtigen

1. Mai, Himmelfahrt, Pfingsten - der Monat Mai hat bereits einige Möglichkeiten geboten, aus einem regulären Wochenende mithilfe von geschickt platzierten Brückentagen einen Kurzurlaub zu machen. Dass die Brückentage im Arbeitsrecht nicht gesondert, sondern als normale Werktage gezählt werden, hat Vor- und Nachteile: Zum einen hat man die Möglichkeit, jeden Brückentag als normalen Urlaubstag zu beantragen, zum anderen existiert jedoch kein gesonderter Urlaubsanspruch für sie.

(Mit Material von dpa und der Ratgeberzentrale)

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