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Bezahlung nach Alter schürt in Teams Neid

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Darmstadt (dpa/tmn) - In vielen Betrieben steigt das Gehalt mit dem Alter automatisch an. Arbeiten jung und alt im Team zusammen, führt das schnell zu Neid, sagt Prof. Ruth Stock-Homburg. Sie empfiehlt Firmen, auf die Bezahlung nach Alter zu verzichten.

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erstellt am 29.Mai.2013 | 11:33 Uhr

Darmstadt (dpa/tmn) - In vielen Betrieben steigt das Gehalt mit dem Alter automatisch an. Arbeiten jung und alt im Team zusammen, führt das schnell zu Neid, sagt Prof. Ruth Stock-Homburg. Sie empfiehlt Firmen, auf die Bezahlung nach Alter zu verzichten.

Arbeiten jung und alt im Team zusammen, führt das oft zu besseren Leistungen. Mitarbeiter könnten verschiedene Blickwinkel in die Arbeit einbringen, sagt Prof. Ruth Stock-Homburg von der Technischen Universität Darmstadt, die zu dem Thema geforscht hat. Das wirke sich meist positiv auf die Ergebnisse aus. Doch sollen Jung und Alt zusammenarbeiten, gibt es häufig Konflikte. Eines der Hauptprobleme seien die unterschiedlichen Gehälter der Teammitglieder.

In vielen Unternehmen gelte beim Lohn immer noch das Senioritätsprinzip, erläutert Prof. Stock-Homburg. Das bedeute, dass das Gehalt mit dem Alter automatisch steige. Das könnten jüngere Mitarbeiter in altersgemischten Teams aber als diskriminierend empfinden. Für gleiche Leistungen bekämen sie unter Umständen weniger Gehalt. Das fördere Neid und Probleme in Teams, sagt die Expertin. Sie rät deshalb zu einer Bezahlung nach Karrierezyklen. So sollten ältere Mitarbeiter am Ende ihrer Karriere auch wieder weniger verdienen können.

Förderlich für die Zusammenarbeit in altersgemischten Teams sei außerdem, wenn ein Teil der Vergütung an die Teamleistung gebunden sei. Das bedeute, dass das Gehalt nur in voller Höhe ausgezahlt wird, wenn das Team als Ganzes eine gute Leistung erbringt. Auch dadurch würden Jung und Alt zur Zusammenarbeit gezwungen.

Entsteht ein Team neu, könne es hilfreich sein, außerhalb der Arbeitszeiten einen Workshop abzuhalten, sagt Prof. Stock-Homburg. So könnten Mitarbeiter sich - etwa an einem Wochenende - besser kennenlernen und Vorurteile abbauen. Die seien ein weiterer Grund für Konflikte in altersgemischten Teams. Die Älteren hätten zum Beispiel oft Angst, die Jüngeren nähmen ihnen die Stellen weg. Die Jüngeren glaubten dafür häufig, die Älteren verstünden nichts von neuen Entwicklungen. Auf einem Workshop könnten die Teilnehmer herausfinden, ob sich ihre Vorurteile und Ängste bestätigen - oder ob sie haltlos sind.

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