Von der Bewerbung zum Job : Bewerbungstrends: So gelingt die Jobsuche mithilfe von Online-Tools und Video

Bewerbungen am Computer werden immer beliebter.

Bewerbungen am Computer werden immer beliebter.

Die klassische Bewerbungsmappe hat langsam aber sicher ausgedient. Wie man es besser und zeitgemäßer macht - Tipps zum Nachmachen.

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11. Oktober 2018, 15:46 Uhr

Mittlerweile bieten viele Unternehmen Online-Tools für Bewerber an. Damit ist der Traum-Ausbildungsplatz quasi nur einen Klick entfernt – doch Vorsicht: Auch bei der Bewerbung im Netz gibt es einiges zu beachten. Noch vor einigen Jahren war es üblich, seine Bewerbungsunterlagen fein säuberlich in Prospekthüllen zu sortieren und in einer Bewerbungsmappe abzuheften.

„Dieses Vorgehen ist nicht mehr zeitgemäß und wird den Unternehmen im Zweifel sogar lästig“, weiß Albrecht Schulze, Geschäftsführer der Komm. Akademie für Kommunikation, Medien und Management. Nicht nur, dass all der Papierkram nicht sonderlich umwelt- und bearbeitungsfreundlich ist – er kostet auch noch Geld und macht eine Menge Arbeit. „Die Digitalisierung verändert eben auch die Art und Weise wie wir uns bewerben – auch wenn wir da meiner Meinung nach noch ziemlich am Anfang stehen. Vor allem größere Unternehmen bieten daher heutzutage eigene Bewerberportale auf ihrer Unternehmenswebsite an“, sagt Schulze. Hier können Bewerber dann ihre Kontaktdaten und Infos hinterlegen sowie Zeugnisse und eventuelle Arbeitsproben hochladen. So wird der gesamte Bewerbungsprozess einfacher und schneller.

Sorgfalt ist weiterhin wichtig

„Einmal gut vorbereitet, ist nur noch ein Klick notwendig und die Bewerbung ist abgeschlossen“, so Schulze weiter. Das klingt im ersten Moment durchaus verlockend, birgt aber auch gewisse Risiken. „Wir haben beobachtet, dass dieser vereinfachte Prozess teilweise auch zu unkontrolliertem Verhalten führt und wir mehrmals dieselbe Bewerbung von derselben Person zugeschickt bekommen“, erzählt Schulze und rät dazu, genau so viel Mühe und Sorgfalt in seine Online-Bewerbung zu stecken, wie bei einer klassischen Bewerbungsmappe.

So muss auch bei einer Bewerbung über ein Online-Tool zunächst die Stellenausschreibung des Unternehmens gründlich studiert werden, um herauszufinden, was der potenzielle Arbeitgeber von seinen Mitarbeitern verlangt. Außerdem sei es wichtig, Scans von Zeugnissen oder Arbeitsproben sehr akkurat zu machen.  „Sind sie schief oder werfen unschöne Schatten, wirkt das nicht besonders sorgfältig und lässt im schlimmsten Fall Zweifel an Deiner Arbeitsweise aufkommen.“

Neu: Video-Bewerbung

Es gibt eine ganz neue Möglichkeit die Persönlichkeit ins rechte Licht zu setzen: Zunehmend fordern Unternehmen von ihren  Bewerbern ein kurzes Video  an, um sich so einen  ersten Eindruck zu verschaffen. Innerhalb von 30 bis 45 Sekunden sollen sich angehende Mitarbeiter oder Auszubildende dann kurz selbst vorstellen. Das ist vor allem auch der Tatsache geschuldet, dass der Radius, in dem sich beworben wird, immer größer wird und somit teils weite Strecken zurückgelegt werden müssen, um zum Vorstellungsgespräch zu kommen. Diesen Aufwand kann man Bewerbern und auch Unternehmen mit Hilfe moderner Technik oft ersparen. Eine Video-Bewerbung ersetzt aber nicht Anschreiben, Lebenslauf und Co.

'Und Action!' In kurzer Zeit eine überzeugende Selbstpräsentation zu machen, erfordert viel Vorbereitung und vielleicht auch ein paar mehr Versuche.
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"Und Action!" In kurzer Zeit eine überzeugende Selbstpräsentation zu machen, erfordert viel Vorbereitung und vielleicht auch ein paar mehr Versuche.

 

Wie man sich im Video von seiner besten Seite zeigt

  • In der Kürze liegt die Würze: Durch das Video soll der Bewerber aus der Masse herausstechen und es soll klar werden, warum gerade er am besten für den Job geeignet ist. Persönliche Daten, die schulische Ausbildung, das Studium sowie der berufliche Werdegang gehören in den Lebenlauf, nicht ins Video.
  • Der erste Eindruck wird durch das bestimmt, was der Personaler sieht – nicht hört. Für das Video bedeutet das, dass man auf wilde Spezialeffekte verzichten sollte – die wirken schnell unprofessionell – und dass man trägt, was man auch im Bewerbungsgespräch für angemessen hält. Der Hintergrund sollte ruhig und harmonisch sein. Eine leere Wand oder ein Bücherregal kommen besonders gut an. Klar, laut und deutlich bei aufrechter Haltung zu sprechen, ist natürlich ebenfalls enorm wichtig.
  • Spicken erlaubt: Ein paar Karten mit Stichpunkten, die nicht im Bild liegen, können sehr hilfreich sein. Fließtexte hingegen hindern einen daran, frei zu sprechen.
  • Wie auch im persönlichen Gespräch, signalisiert ein fester Blickkontakt (mit dem Objektiv) Selbstbewusstsein.
  • Wem die technische Ausrüstung für ein hochqualitatives Video fehlt, der kann sich für die Traumjob-Bewerbung auch an einen Dienstleister wenden, der das Video dann produziert. Dies ist natürlich sehr teuer. Daher lohnt es sich, sich vorher im Freundes- und Bekanntenkreis nach guten Videokameras und Hobby-Filmern zu erkundigen. Ein No-Go ist die Laptop- oder Handykamera.

Das wichtigste ist und bleibt, dass der Bewerber zum Unternehmen und dem Berufsbild passt. Das soll sich auch im Video wiederspiegeln.

 

(Mit die-bewerbungsschreiber.de)

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